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Burgruine Wildenfels


Burgruine Wildenfels

Entstehungszeit: um 1300
Burgentyp: Höhenburg, Gipfellage
Erhaltungszustand: Restaurierte Ruine
Ständische Stellung: Ministeriale
Bauweise: Bruchsteinmauerwerk, teilweise auch Quadermauerwerk
Ort: Simmelsdorf-Wildenfels
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Höhe: 586 m ü. NN

Die Burgruine Wildenfels war eine spätmittelalterliche Adelsburg oberhalb der Ortschaft Wildenfels, eines Ortsteils der Gemeinde Simmelsdorf im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land in Bayern, (Deutschland).

Die Burgruine ist frei zugänglich.

Geographische Lage

Die Ruine der Gipfelburg liegt im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst auf einem 586 m ü. NN hohen felsigen Gipfel im Wildenfelser Wald, unmittelbar nördlich des Dorfes Wildenfels, etwa 3,3 Kilometer östlich von Hiltpoltstein.[1]

Man erreicht die Ruine, indem man im nördlichen Teil des Dorfes Wildenfels einem Hinweisschild zur Burgruine nach oben folgt.

In Sichtweite liegt der Burgstall Strahlenfels, weiter östlich der Burgstall Spies, nordwestlich die Burgruine Stierberg, und westlich die Burg Hiltpoltstein. Etwa 2,8 Kilometer südsüdwestlich befindet sich der eher unbekannte Burgstall Spitzenberg auf dem 582 m ü. NN hohen gleichnamigen Berg zwischen den Ortschaften Großengsee und Winterstein, wo sich mit der Burgruine Winterstein ebenfalls ein mittelalterlicher Herrensitz befindet.

Am Fuß der Ruine befindet sich eine kleine Höhle, das Wirrlesloch, sie wird im Höhlenkataster Fränkische Alb mit der Katasternummer D 63 geführt.

Geschichte

Nach heutigen Erkenntnissen wurde die Burg, vielleicht anstelle eines Vorgängerbaues, zwischen 1290 und 1300 von den Herren von Wildenstein, die ihren namensgebenden Stammsitz bei Dietfurt an der Altmühl hatten, erbaut. Erstmals 1323 nannte sich ein Dietrich von Wildenstein zu Wildenfels nach der Burg.

Die ursprünglich freieigene Burg wurde 1356 von den Wildensteinern zu Wildenfels Kaiser Karl IV. zum Lehen aufgetragen. Im Besitz der Herren von Wildenstein zu Wildenfels blieb die Burg bis zum Ende des 15. Jahrhunderts, dann kam sie im Erbgang an die Herren von Leutersheim (auch Lentersheim).

Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg wurde das Gebiet um die Burg Hoheitsgebiet der Reichsstadt Nürnberg. 1509 verkauften die Leutersheimer die Herrschaft mit der Burg an die Brüder Konrad und Friedrich Pelck aus Nürnberg. 1511 ging die Burg für 1300 Gulden in Nürnberger Besitz über. Die Stadt richtete auf der Burg ein Pflegamt ein.

1525 wurde die Burg während des Bauernkrieges völlig zerstört. Nachdem die Nürnberger die Burg wieder aufgebaut hatten, wurde sie 1553 im Zweiten Markgrafenkrieg durch den Markgrafen Albrecht Alcibiades erneut zerstört.

Im Jahr 1827 stürzte nach einem Blitzschlag die Westhälfte des bis dahin noch weitgehend erhaltenen Bergfrieds ein. 1913 fanden erste Sicherungsmaßnahmen der Bausubstanz statt, in den Jahren 2013/2014 wurde die Ruine komplett saniert. Von der Burg sind noch Mauerreste des Palas, des Bergfriedes, von weiteren Gebäuden und der Umfassungsmauern vorhanden.

Heute ist die Ruine als landschaftsprägendes Baudenkmal D-5-74-158-80 „Burgruine, erhebliche Reste des Bergfrieds und von daran anschließenden Gebäuden, Kalksteinquader bzw. Kalkbruchstein, 13.–15. Jahrhundert“, sowie als Bodendenkmal D-5-6334-0016 „Mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Burgruine Wildenstein“ vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erfasst.[2]

Bilder

Literatur

  • Robert Giersch, Andreas Schlunk, Berthold von Haller: Burgen und Herrensitze in der Nürnberger Landschaft - Ein historisches Handbuch nach Vorarbeiten von Dr. Gustav Voit. Selbstverlag der Altnürnberger Landschaft e. V., Lauf an der Pegnitz 2006, ISBN 978-3-00-020677-1, S. 494–497.
  • Ursula Pfistermeister: Wehrhaftes Franken – Band 3: Burgen, Kirchenburgen, Stadtmauern um Bamberg, Bayreuth und Coburg. Fachverlag Hans Carl GmbH, Nürnberg 2002, ISBN 3-418-00387-7, S. 131.
  • Ruth Bach-Damaskinos, Jürgen Schnabel, Sabine Kothes: Schlösser und Burgen in Mittelfranken. Verlag A. Hofmann, Nürnberg 1993, ISBN 3-87191-186-0, S. 143.
  • Walter Heinz: Ehemalige Burgen im Umkreis des Rothenbergs – Eine Auswahl, 1. Teil: Von Schnaittach bis Wildenfels. (Vom Rothenberg und seinem Umkreis. Heft 15/1). Herausgegeben vom Heimatverein Schnaittach e. V., Schnaittach 1992, S. 29–42.
  • Gustav Voit, Brigitte Kaulich, Walter Rüfer: Vom Land im Gebirg zur Fränkischen Schweiz - Eine Landschaft wird entdeckt. (Schriftenreihe des Fränkische-Schweiz-Vereins, Band 8) Verlag Palm und Enke, Erlangen 1992, ISBN 3-7896-0511-5, S. 167–171.
  • Joachim Zeune: Burgruine Wildenfels. In: Rainer Hofmann (Bearb.): Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland, Band 20: Fränkische Schweiz. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-8062-0586-8, S. 223.
  • Gustav Voit, Walter Rüfer: Eine Burgenreise durch die Fränkische Schweiz. Palm und Enke Verlag, Erlangen 1984, ISBN 3-7896-0064-4, S. 231–234.

Weblinks

 Commons: Burgruine Wildenfels  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Lage der Burgruine im Bayern Atlas
  2. Denkmalliste für Simmelsdorf beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (PDF; 137 kB)

Kategorien: Burgruine im Landkreis Nürnberger Land | Bodendenkmal im Landkreis Nürnberger Land | Baudenkmal in Simmelsdorf | Höhenburg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Burgruine Wildenfels (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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