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Burggrafenamt


Dieser Artikel beschreibt die historische Verwaltungseinheit in Südtirol, zur Bezirksgemeinschaft siehe Burggrafenamt (Bezirksgemeinschaft), zur Amtsbezeichnung siehe Burggrafenamt (Amtsbezeichnung).

Als Burggrafenamt (italienisch Burgraviato ) wird der Etschtal-Abschnitt in der Nähe von Meran in Südtirol bezeichnet. Es war bereits im Mittelalter ein einheitlicher Verwaltungsbezirk und bildete das Kerngebiet des historischen Tirol.[1] Den Namen erhielt es aber nicht aufgrund der hohen Dichte an Burgen, sondern da der Bezirk direkt dem Burggrafen zu Tirol unterstand.

Die Ausdehnung des historischen Burggrafenamts war im Lauf der Zeit Änderungen unterworfen. Der ursprüngliche Kernbereich war östlichster Teil der ehemaligen Grafschaft Vinschgau und erstreckte sich vom Aschler oder Gargazoner Bach bis zur Töll.[2] Steuerpolitisch war es dem Tiroler Burggrafen zum Unterhalt von Burg Tirol unterstellt, gerichtlich dem Landrichter von Meran, und entsprach dem Landgericht Meran im engeren Sinn (Teil des späteren Gerichtsbezirks Meran). Ab dem 14. Jahrhundert erfuhr das Burggrafenamt infolge der tirolischen Landespolitik erhebliche Ausweitungen bzw. innere Differenzierungen durch Gerichtsneubildungen. Dieses Landgericht Meran im größeren Umfang bzw. Viertel Burggrafenamt umfasste laut den Landtagsabschieden des 16. und 17. Jahrhunderts neben Meran auch die Gerichte Passeier, Schenna, Burgstall und Mölten, Gargazon, Forst, Stein unter Lebenberg, Ulten und Tisens.[3]

Die moderne Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt besteht aus den Gemeinden des Burggrafenamts und einiger benachbarter Gebiete.

Literatur

  • Beda Weber: Meran und seine Umgebungen, oder: Das Burggrafenamt von Tirol. Für Einheimische und Fremde. Innsbruck: Wagner 1845.
  • Josef Tarneller: Die Hofnamen im Burggrafenamt und in den angrenzenden Gemeinden (Meraner Gegend, Schnals, Passeier, Tschögglberg, Sarntal, Gericht Neuhaus, Gericht Maienburg, Deutschgegend auf dem Nons, Ulten und Martell). Wien: Alfred Hölder 1909–1911.
  • Otto Stolz: Politisch-historische Landesbeschreibung von Südtirol. Teil 1: Viertel Vinschgau und Burggrafenamt (Schlern-Schriften 40). Innsbruck: Wagner 1937.
  • Otto Stolz: Meran und das Burggrafenamt im Rahmen der Tiroler Landesgeschichte (Schlern-Schriften 142). Innsbruck: Wagner 1956.
  • Gunther Langes: Burggrafenamt und Meran – das Herzstück Tirols. Ein Streifzug durch das Meraner Etschtalbecken, das Tisenser Mittelgebirge, durch Passeier und Ulten (Südtiroler Landeskunde in Einzelbänden 4). 6., überarb. Auflage. Bozen: Athesia 1990. ISBN 88-7014-021-0

Einzelnachweise

  1. Hermann Frass: Meran und das Burggrafenamt im Bild – die Kernlandschaft des Landes Tirol. Bozen: Athesia 1983.
  2. Otto Stolz: Politisch-historische Landesbeschreibung von Südtirol. Teil 1: Viertel Vinschgau und Burggrafenamt (Schlern-Schriften 40). Innsbruck: Wagner 1937, S. 127.
  3. Otto Stolz: Politisch-historische Landesbeschreibung von Südtirol. Teil 1: Viertel Vinschgau und Burggrafenamt (Schlern-Schriften 40). Innsbruck: Wagner 1937, S. 130.

Weblinks

 Commons: Burggrafenamt  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Burggrafenamt (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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