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Burg Scharfenstein (Eichsfeld)


Burg Scharfenstein

Alternativname(n): Schloss Scharfenstein
Entstehungszeit: 1209 erstmals erwähnt
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Ort: Beuren
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Höhe: 480 m ü. NN

Die Burg Scharfenstein ist eine hochmittelalterliche Burg im Eichsfeld, die im Jahr 1209 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Lage

Die Spornburg liegt südwestlich der Stadt Leinefelde, am Rande des Naturparks Eichsfeld-Hainich und oberhalb des Dorfes Beuren. Sie befindet sich auf einem kleinen, nach Osten heraustretenden Sporn, dem Schloßberg (480 m) am Nordrand des Düns im Landkreis Eichsfeld in Thüringen.[1][2]

Verkehrsmäßig zu erreichen ist die Burg über die Straße zwischen Beuren und Kreuzebra. Verschiedene Wanderwege über den Dün und vom Haltepunkt Beuren der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden führen zur Burg.

Geschichte

Die ersten Jahrhunderte

Es wird davon ausgegangen, dass die Burg Scharfenstein in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet worden sein muss. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg fand im Jahr 1209 statt, doch schon im Jahr 1161 wurde ein Godehard von Scharfenstein erwähnt. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die Burg ausgebaut. Sie war im Besitz der Grafen von Gleichenstein, welche wahrscheinlich die Erbauer der Burg waren.[3] Die Thüringer Landgrafen machten Lehnsansprüche geltend, sodass Landgraf Ludwig IV. von Thüringen, der sich in einer Fehde mit dem Mainzer Bischof Siegfried II. von Eppstein befand, die Burg 1219 erobern und zerstören ließ. Bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts wurde Burg Scharfenstein vom Adelsgeschlecht von Gleichen mit neuer, erweiterter Ringmauer wieder aufgebaut. 1287 wurde die Burg in einer Urkunde „Castrum Scharphenstein“ genannt, als der Burgbesitz an den Erzbischof Heinrich II. vom Thüringer Landgrafen verpachtet wurde. Im Jahr 1294 wurde sie wegen hoher Verschuldung von Grafen Heinrich von Gleichenstein mitsamt den Burgen Birkenstein (in der Nähe von Birkungen) und Gleichenstein (in der Nähe von Wachstedt) an den Mainzer Erzbischof Gerhard II. von Eppstein verkauft. Mit diesem Burgenverkauf ging der Verkauf des Eichsfeldes einher, welches bis 1802 im Mainzer Besitztum blieb. Im 14. Jahrhundert wurde Burg Scharfenstein als Pfandamt ausgebaut, zu welchem 14 Dörfer, zwei Klöster und mehrere Mühlen gehörten. Im 15. und 16. Jahrhundert gehörte das Pfandamt den Herren von Wintzingerode. Durch einen Blitz getroffen, brannte die Burg 1431 fast vollständig nieder. Doch die Herren von Wintzingerode bauten sie wieder auf.[4]

Seit der Zeit des Bauernkrieges

Der ehemalige Reifensteiner Zisterziensermönch Heinrich Pfeiffer floh im Jahr 1521 auf den Scharfenstein, wo er bis 1523 in den umliegenden Ortschaften, auf dem Scharfenstein und unter der „Burglinde“ die lutherische Lehre predigte. Pfeiffer musste die Burg verlassen und ging anschließend nach Mühlhausen, wo er auf Thomas Müntzer traf. Im Mai 1525 vereinigte sich der Mühlhäuser mit dem Eichsfelder Bauernhaufen. Diese zogen unter der Führung Pfeiffers und Müntzers durch das Eichsfeld und brandschatzen die Burgen und Klöster in dem Gebiet, so auch das Kloster Reifenstein und auf Befehl Pfeiffers die Burg Scharfenstein.[5] Schon sieben Jahre später wurde die Burg von Friedrich von Wintzingerode wieder aufgebaut. In der Zeit der sogenannten Gegenreformation wurde die Pfandschaft des Amtes Scharfenstein vom Kurfürsten Daniel Brendel von Homburg eingelöst. Unter den lutherischen Herren von Wintzingerode hatte die Reformation im Amt Scharfenstein Einzug gehalten. Es folgte nach der Einlösung der Pfandschaft die vom Heiligenstädter Jesuitenkolleg ausgehende Gegenreformation. Hiervon zeugt noch die Jahreszahl 1587 und die Mainzer Räder am Burgtor. In der Folgezeit diente die Burg als Gefängnis, verlor nach und nach an Bedeutung und wurde nur noch für Verwaltungszwecke benutzt.[6] 1802 wurde das Eichsfeld und somit auch die Burg Scharfenstein preußisch. Ab 1814 war sie Vorwerk der Domäne Reifenstein. Der baufällig gewordene Bergfried wurde im Jahr 1864 abgetragen. 1909 brannte die Burg durch einen erneuten Blitzschlag aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Burg ins Volkseigentum über und wurde ab 1960 als Schulungszentrum und Kinderferienlager genutzt.

Nach der DDR-Zeit

Seit 1990 wurde Burg Scharfenstein von der Treuhand verwaltet und ist seit 2002 im Besitz der Stadt Leinefelde-Worbis.[7] Seit 2006 wird die Burg restauriert. Der Scharfenstein war als möglicher Ort des Papstbesuches im Eichsfeld im September 2011 angedacht. Im Zuge dessen fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten ab 2008 an der Kernburg statt. Der Papstbesuch wurde jedoch beim Wallfahrtsort Etzelsbach veranstaltet. Auf dem ehemaligen Scheunenstandort der Burg befindet sich seit 2011 ein Cafe und eine Außenterrasse, von der bei guter Sicht bis zum Harz und dem Brocken geschaut werden kann.[8] Am 5. Juli 2012 wurde der Stadt Leinefelde-Worbis für die Sanierung der Burg Scharfenstein der Thüringer Denkmalschutzpreis verliehen.[9] 2014 wurden im Keller des Westflügels der Kernburg die untersten zwei Meter des nach 1525 abgetragenen Bergfrieds aus der Zeit um 1200 entdeckt und teilweise freigelegt.

Vor dem Burgtor steht eine etwa 550 Jahre alte Linde mit einem Umfang von 7,90 m.[10]

Bildergalerie

Aussicht

Von der Burg Scharfenstein hat man eine weite Aussicht nach Norden und Osten in das obere Leinetal, den Eichsfelder Kessel, das Ohmgebirge und den östlichen Dün, sowie bei guter Sicht vom Oberharz mit dem Brocken bis zum Unterharz hinter der Eichsfelder Pforte.

Literatur

  • Josef Reinhold, Günther Henkel: Die Burg Scharfenstein im Eichsfeld in Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Stadt Leinefelde-Worbis. Mecke-Druck, Duderstadt (Eichsfeld) 2009, ISBN 978-3-86944-010-1.

Einzelnachweise

  1. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze, 2. erw. und überarb. Aufl., Jena 2003. S. 220.
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze, S. 220. ISBN 3-910141-43-9.
  4. Stefan Grathoff: Scharfenstein/Eichsfeld 29. August 2005, in: Burgenlexikon , abgerufen am 7. Juli 2012.
  5. Günther Franz: Der deutsche Bauernkrieg, 12., gegenüber d. 11. unveränd. Aufl., Band 1, Darmstadt 1984, S. 250. ISBN 3-534-00202-4.
  6. Veith Schörgenhummer: Scharfenstein 9. April 2012, in: burgen.de abgerufen am: 7. Juli 2012.
  7. Stefan Grathoff: Scharfenstein/Eichsfeld.
  8. BetriebsGmbH Burg Scharfenstein: Chronik der Burg Scharfenstein , in: Webpräsenz der Burg Scharfenstein abgerufen am 6. Juli 2005
  9. Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur: Matschie verleiht in Erfurt Thüringischen Denkmalschutzpreis Preisträger , in: Webpräsenz des Freistaates Thüringen abgerufen am 5. Juli 2012.
  10. Ewald Heerda: Unsere Bäume. Eine Studie über Bäume im Eichsfeld. Eigenverlag, Heilbad Heiligenstadt, S.59

Weblinks

 Commons: Burg Scharfenstein (Eichsfeld)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Burgruine in Thüringen | Burg im Landkreis Eichsfeld | Haus Wintzingerode | Bauwerk in Leinefelde-Worbis

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Burg Scharfenstein (Eichsfeld) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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