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Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter


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Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter
Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 3. Juli 1987
Ort Berlin, Haus der Presse
Präsident Alexander Lenders
Geschäftsführer Jörg Eggers
Website http://www.bvda.de

Der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter e.V. (BVDA) mit Sitz in Berlin ist einer von drei Verbänden für Verleger in Deutschland. Er ist die Spitzenorganisation der Anzeigenblattverlage. Ihm gehören 220 Verlage mit 926 Titeln bei einer Wochenauflage von 65,2 Mio. Exemplaren an (Stand: 1. Januar 2013). Damit repräsentiert der Verband rund 70 Prozent des Marktes, bzw. 75 Prozent bei Berücksichtigung all jener Verlage, die ihre Anzeigenblätter der Auflagenkontrolle der Anzeigenblätter (ADA-Prüfung) unterziehen.

Geschichte

Organisiert waren zahlreiche der meist wöchentlich erscheinenden Wochenblätter ab 1960 in der Interessengemeinschaft Verleger-Verband Deutscher Anzeigenblätter (VVDA). Der VVDA war von sechs Verlegern mit sieben Wochenblättern bei einer wöchentlichen Auflage von 400.000 Exemplaren gegründet worden. Daneben etablierte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) eine eigene Abteilung, die Arbeitsgemeinschaft Anzeigenblätter der Zeitungen (AdZ), innerhalb derer die von den Zeitungsverlagen oder deren Tochterunternehmen herausgegebenen Anzeigenblätter vertreten wurden. Allerdings führte das in einigen Fällen zu Zielkonflikten innerhalb des BDZV zwischen den Tageszeitungen und kostenlos zugestellten Wochenblättern. Auch war die Organisation einer Mediengattung in zwei unterschiedlichen Verbänden nicht produktiv.

Nach jahrelanger Gegnerschaft von AdZ und VVDA wurde schließlich am 3. Juli 1987 in Bonn der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter e.V. (BVDA) gegründet. Die AdZ stellte ihre Tätigkeit ein. Schon im September 1987 waren 66 Verlage mit 240 Titeln und einer Auflage von 15,3 Mio. Exemplaren im BVDA organisiert. Zum 31. Dezember 1987 wurde der VVDA auf den BVDA verschmolzen. Anfang 1987 hatte der VVDA noch 126 Mitgliedsverlage mit 316 Titeln bei einer wöchentlichen Auflage von 13,6 Mio. Exemplaren.

Organisation

Der BVDA ist seit 2002 im Haus der Presse in Berlin ansässig, ebenso wie der BDZV sowie der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Der BVDA verfügt über ein fünfköpfiges Präsidium bestehend aus Vertretern von BVDA-Mitgliedsverlagen. Das BVDA-Präsidium besteht aus Alexander Lenders (Präsident, Weiss-Verlag GmbH & Co. KG, Monschau), Andreas Müller (Zeitungsverlag Aachen GmbH, Aachen), Ulrich Schamuhn (Rheinische Anzeigenblatt GmbH & Co. KG (RAG), Köln), Michael Simon (Wochenanzeiger Medien GmbH, München), Egon Timm (SÜWE Vertriebs- und Dienstleistungs GmbH & Co. KG, Ludwigshafen). Geschäftsführer des BVDA ist Dr. Jörg Eggers. Von 1987 bis 2011 war Heiner Urhausen BVDA-Geschäftsführer. Der BVDA ist Mitglied im Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW).

Aufgaben

Zu den BVDA-Aufgaben gehören nach seiner Satzung (§ 2) u.a.: Wahrung und Förderung aller gemeinsamen Belange der in ihm zusammengeschlossenen Mitgliedsverlage. Dies schließt insbesondere die Unterrichtung seiner Mitglieder über alle für sie relevanten Grundsatzfragen, Entwicklungen und Tendenzen ein. Der BVDA berät seine Mitglieder auf allen Gebieten des Anzeigenblattwesens. Er fördert einen Meinungs- und Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern. Des Weiteren erarbeitet er Stellungnahmen zu allen Fragen des Anzeigenblattwesens auch im Hinblick auf gesetzgeberische Maßnahmen und fördert den lauteren Wettbewerb. Er stellt Unterlagen bereit, die der Transparenz des Anzeigenblattmarktes förderlich sind. Der Verband kann in pressepolitischen Grundsatzfragen und in medienübergreifenden Bereichen mit anderen Organisationen des Pressewesens zusammenarbeiten. Der BVDA ist darüber hinaus Ansprechpartner für Media- und Werbeagenturen, Fachmedien, Politiker, Bildungseinrichtungen und sonstige Interessierte.

Organe und Willensbildung im BVDA

Organe sind die Mitgliederversammlung, der Hauptausschuss und das Präsidium. Der Hauptausschuss besteht aus den Mitgliedern des Präsidiums und bis zu 15 weiteren von der Mitgliederversammlung auf vier Jahre gewählten Mitgliedern. Im Hauptausschuss müssen die regionalen und strukturellen Verhältnisse der Mitglieder angemessen und sachkundig repräsentiert sein. Das Präsidium besteht aus dem Präsidenten und vier Stellvertretern, die von der Mitgliederversammlung auf vier Jahre gewählt werden und repräsentiert den BVDA in der Öffentlichkeit. Die BVDA-Frühjahrstagung findet in Berlin statt. Hingegen kommen die Verleger, Geschäftsführer und sonstigen Verlags-Verantwortlichen zur BVDA-Herbsttagung auf Einladung eines Mitgliedsverlages in eine andere Stadt. Neben den drei BVDA-Organen gibt es BVDA-Fachgruppen (Redaktion, Marketing, Internet) sowie eine Fachgruppe Direktzustellung.

ADA - Auflagenkontrolle der Anzeigenblätter

Alle Mitgliedsverlage des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter sind nach der Satzung verpflichtet, die von ihnen herausgegebenen Titel der Auflagenkontrolle ADA zu unterziehen.

Im Jahr 2013 (IV. Quartal) erfasste die Auflagenkontrolle der Anzeigenblätter (ADA) 1042 Titel mit einer wöchentlichen Auflage von 73,2 Mio. Exemplaren. Dies entspricht einem Anteil von fas 80 Prozent der Gesamtauflage. Das Kontrollsystem wird vom Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter getragen, trotzdem ist die ADA keine verbandliche Instanz. Um die Glaubwürdigkeit der Prüfung zu untermauern, werden die Kontrollen bundesweit von zwei namhaften Wirtschaftsprüfungsbüros in Köln und München durchgeführt. Diese Wirtschaftsprüfer arbeiten nach einheitlichen Richtlinien, um die Wettbewerbsneutralität zwischen den Verlagen zu wahren. Sie sind in ihrer Tätigkeit gemäß ihrer Berufsordnung vom Verband und den Verlagen unabhängig. Geprüft wird die Höhe der gedruckten Auflage sowie die Trägerauflage. Für die Verifizierung dieser beiden Kategorien haben die Verlage alle hierfür relevanten Unterlagen vorzulegen. Das sind zum Beispiel Rechnungen für Druck und Transport oder der Nachweis des Papier-verbrauchs. Kernstück der Kontrolle ist auch die genaue Prüfung der Belieferung und der Entgelte für die Zusteller.

Die ADA-Richtlinien regeln nicht nur die Technik der Prüfung. Vielmehr sind in ihnen auch Vorkehrungen getroffen, dass nur die Normalhöhe der Auflage zur Meldung und Ausweisung kommen kann. Jeder Verlag muss vierteljährlich die Durchschnittsauflage des Quartals melden. So besteht auch zwischen den Prüfungen die Möglichkeit, die in der Regel gegebene Kontinuität der Auflagenhöhe zu verfolgen. Die ADA-Zahlen werden vier Mal im Jahr - zusammen mit weiteren planungsrelevanten Daten - veröffentlicht. Sie stehen allen Werbungtreibenden und Werbeagenturen zur Verfügung.

„Durchblick“ - Preis für Bürger- und Verbrauchernähe sowie Innovationspreis

Der vom BVDA für das Jahr 2005 erstmals ausgeschriebene Preis wurde im April 2013 zum achten Mal verliehen. Mit dieser Auszeichnung prämiert eine unabhängige Jury Anzeigenblätter für ein erfolgreiches bürgernahes Gesamtkonzept lokaler Informationsvermittlung – sowohl in Bezug auf die redaktionelle Arbeit als auf die Werbung. Gewertet werden Aufmachung, Service- und Ratgeberfunktion, Lokale Vielfalt, die Journalistische Leistung sowie die Transparenz in der Trennung von Werbung und unabhängigem redaktionellem Text.

Die Preisträger sind im Jahr 2012 das Ulmer Wochenblatt (1. Platz), die Berliner Woche (2. Platz) sowie die Sonntagszeitung Ammerland (3. Platz).

Weblinks


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