Bundesstraße 12 - LinkFang.de





Bundesstraße 12


Dieser Artikel beschreibt die Bundesstraße 12 in Deutschland. Zur gleichnamigen Straße in Österreich siehe Brunner Straße.
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Bundesstraße 12 in Deutschland
 
Karte
Basisdaten
Betreiber: Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Lindau
(})
Straßenende: Philippsreut
(})
Gesamtlänge: 436 km

Bundesland:

Ausbauzustand: siehe unten
rot = Bundesstraße und hellblau = Autobahn

In Deutschland führt die Bundesstraße 12 (Abkürzung: B 12) von Lindau über München und Passau nach Philippsreut an der tschechischen Grenze, wo sie in die Schnellstraße R4 nach Prag übergeht.

Geschichte

Ursprung

Die Ursprünge der Straße gehen zum Teil auf den Handelsweg „Goldener Steig“ zurück: Die Strecke von Passau bis Außernbrünst bei Waldkirchen ist bereits um das Jahr 1000 als Salzhandelsweg nach Böhmen begangen worden. Das Teilstück von Herzogsreut zur Grenze war ab etwa 1300 als „Mittlerer Goldener Steig“ oder „Winterberger Weg“ bekannt. Der Straßenbau im Hochstift Passau begann im 18. Jh. unter dem Fürstbischof Leopold Ernst von Firmian (1763–1783). In seiner Regierungszeit entstanden die Neuburger Straße zwischen Neuburg und Passau und die Straße von Passau bis zur böhmischen Grenze, die 1765 bereits bis Röhrnbach fertiggestellt war.

Frühere Strecken und Bezeichnungen

Nach der Säkularisation war die heutige B 12 die einzige Straße im ehemaligen Hochstift Passau, die als Staatsstraße auf Kosten des bayerischen Staatshaushaltes erhalten und ausgebaut wurde. Die bayerischen Staatsstraßen wurden ihrem Anfangsort entsprechend nummeriert:

  • Staatsstraße Nr. 11: Augsburg - Kaufbeuren - Kempten - Lindau
  • Staatsstraße Nr. 89: München - Landsberg - Memmingen
  • Staatsstraße Nr. 106: Passau - Freyung

Die 1932 eingerichtete Fernverkehrsstraße 12 (FVS 12), 1934 in Reichsstraße 12 (R 12) umbenannt, führte ursprünglich von Lindau über Burghausen bis Simbach. Um 1937 wurde diese Reichsstraße bis Passau verlängert. Nach der Einrichtung des Protektorats Böhmen und Mähren im Jahre 1939 wurde die R 12 weiter bis Prag verlängert.

Ausbau zur modernen Autostraße

Bis in die 1950er Jahre blieb die R 12 weitgehend eine ungeteerte Schotterpiste. 1952–1954 wurde in Mühldorf eine neue Innbrücke gebaut und gleichzeitig eine neue Streckenführung südlich der engen Altstadt eingerichtet. 1957–1970 erhielt die Bundesstraße 12 einen neuen Straßenbelag und wurde den Bedürfnissen des Autoverkehrs entsprechend erweitert.

Baugeschichte und Verlauf (auch B 12n)

Die Bundesstraße 12 beginnt in Lindau im Freistaat Bayern und führt nordwärts. In Weißensberg zweigt die B 12 Richtung Osten ab (bis in die 2000er Jahre zweigte hier die B 18 Richtung Norden ab). Danach folgt unmittelbar die Anschlussstelle Weißensberg der A 96. Der ursprüngliche Abzweig der B 12/B 18 befand sich bis Ende der 1970er Jahre 300 Meter südlich. Im Zuge des Baus der A 96 Anfang der 1980er Jahre verlegte man diesen Richtung Norden. Die B 12 bekam keinen Anschluss zur A 96, da man zu diesem Zeitpunkt noch vom Bau der A 98 ausging. Der Anschluss an die A 96 erfolgte erst Anfang der 1990er Jahre.

Die B 12 führt nun ostwärts und erreicht an der Oberen Argen das Bundesland Baden-Württemberg. Die Grenze der beiden Bundesländer verläuft dann teilweise parallel zur Bundesstraße. Mit der Eröffnung der Umfahrung Isny am 23. Juli 2009[1] gelangt die B 12 für zirka 900 Meter auf bayerisches Gebiet. Im weiteren Verlauf erreicht die B 12 nach Großholzleute wieder den Freistaat Bayern.

Ursprünglich führte die B 12 ab der Landesgrenze zum Teil kurvenreich Richtung Kempten. In den 1990er Jahren wurde die Verbindung nach Weitnau fertiggestellt. Ab dort folgt der Verlauf zunächst dreistreifig, dann autobahnähnlich der Trasse der ehemals als Voralpenautobahn geplanten A 98. Deren Gesamtplanung wurde aber aufgrund der enormen Kosten, des nicht nachweisbaren Bedarfs und fehlender Akzeptanz aufgegeben. Bei Waltenhofen geht die B 12 in die A 980 über.

Bis in die 1970er Jahre führte die B 12 mit zahlreichen Ortsdurchfahrten von Kempten über Obergünzburg, Kaufbeuren und Germaringen nach Buchloe. In den 1970er Jahren wurde eine leistungsfähige Ersatzstrecke ab der Anschlussstelle Kempten (A 7) über Marktoberdorf und im weiten Bogen um Kaufbeuren herum nach Buchloe gebaut. An einigen Abschnitten dieser Strecke ist die Bundesstraße überbreit ausgebaut.

Von Buchloe führte die Bundesstraße ostwärts über Landsberg am Lech nördlich am Ammersee vorbei nach Germering und weiter gemeinsam mit der B 2 nach München. Ende der 1970er Jahre wurde die Umfahrung Landsberg als vierstreifige autobahnähnliche Straße fertiggestellt. Nachdem Ende der 1980er Jahre weitere Teile westlich und östlich von Landsberg fertiggestellt waren, fand eine Aufstufung der bereits fertiggestellten vierstreifigen Teilstücke zur A 96 statt. Mit der Fertigstellung des Etterschlager Tunnels 1998 war der Abschnitt Buchloe–München komplett durch die A 96 ersetzt. Das Teilstück Oberpfaffenhofen bis München wurde bereits 1972 auf eine eigene Trasse gelegt und die B 12 im Bereich Germering herabgestuft.

Im Ostabschnitt zwischen München und der Bundesautobahn 3 bei Passau ist sie auf zwei Abschnitten von München nach Forstinning und von Heldenstein bis Marktl durch die Bundesautobahn 94 ersetzt. Zwischen Marktl und Simbach am Inn sowie zwischen Kühstein und Malching[2] wurde die B 12 auf dem späteren Trassenverlauf der A 94 neu gebaut, jedoch zunächst nur zweispurig ausgeführt. Der vierspurige Ausbau des letztgenannten Abschnittes wurde jedoch am 9. Oktober 2012 begonnen und am 28. November fertiggestellt.[3] Weitere Bauabschnitte sind in Planung.

Die Ausführung dieser Autobahnlinie zwischen Forstinning und Heldenstein wurde seit 30 Jahren durch Diskussionen über die Trassenführung entweder durch das Isental bzw. über die Trasse der B 12 verhindert. Hier wurde nach dem Gerichtsurteil des bayerischen Verwaltungsgerichtshofs im Oktober 2007 und der Aufhebung des Baustopps am 19. März 2008 mit dem Bau Richtung Pastetten begonnen. Diese Baumaßnahme stand jedoch unter dem Vorbehalt einer Abweisung der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision durch das Bundesverwaltungsgericht und wurde am 16. Dezember 2008 abgelehnt.[4] Die Eröffnung dieses Abschnittes fand am 31. August 2011 statt. Das anschließende Teilstück PastettenHeldenstein ist derzeit (2016) im Bau, geplante Fertigstellung ist 2019.

Zwischen den A 94-Anschlussstellen Mühldorf-West (19) und Neuötting-Ost (24) wurde die B 12 mittlerweile zur Staatsstraße mit der Nummer 2550 abgestuft.[5][6]

Der nördliche Abschnitt von Passau an die tschechische Grenze befindet sich ebenfalls im Ausbau. Hier wird ein durchgängig dreispuriger Ausbau angestrebt. Bei Salzweg soll ein 1,9 km langer und 2,5 Millionen Euro teurer Ausbau erfolgen, der 1,1 km lange Abschnitt Straßkirchen-Bärnbach soll für 1,9 Millionen Euro dreispurig ausgebaut werden. Zwischen Hutthurm und Großthannensteig ist der Vorentwurf bereits genehmigt. Hier sollen 1,7 km für 3,64 Millionen Euro ausgebaut werden. Bei Außernbrünst soll für 1,8 Millionen Euro eine geänderte Kreuzung errichtet werden. Anschließend daran soll in Richtung Wimperstadl ein 1,6 km langer Abschnitt für 2,2 Millionen Euro gebaut werden. Von Aigenstadl nach Freyung sollen auf 2,4 km Länge 3,6 Millionen Euro verbaut werden. Bisher noch ohne Planung ist der 2,4 km Abschnitt Sonndorf–Heldengut, der 3 Millionen Euro kosten soll. Von Heldengut bis Herzogsreut sind die Vermessungen für das 3,4 km lange und 3 Millionen Euro teure Ausbaustück abgeschlossen.

Kommunalpolitiker fordern darüber hinausgehend einen vollständigen Ausbau auf durchgängig drei Spuren und langfristig einen Ausbau der A 94 über Passau hinaus nach Prag. Auf tschechischer Seite ist hierfür die Schnellstraße 4 auf einer Länge von 42 km von insgesamt 150 km ausgebaut worden. Allerdings wird ein vollständiger Lückenschluss durch das tschechische Natur- und Landschaftsschutz-Gesetz 114/92 untersagt. Sowohl im Nationalpark als auch im Landschaftsschutzgebiet Šumava dürfen keine Korridore für Schnellstraßenausbauten eingerichtet werden.

Seit Jahrzehnten wird ein vierspuriger Ausbau der Trasse zwischen Kempten und Buchloe von Politikern sowie der Bevölkerung gefordert. Ziel ist ein besserer Anschluss des Allgäus an München.

Ausbauzustand

Der Ausbauzustand der B 12 gliedert sich wie folgt:

Abschnitt Streifen Trennstreifen Bemerkung
Stadtgebiet Lindau 2 nein städtisch
Stadtgebiet Lindau − Lindau-Schönbühl 2 (teilw. 3) ja  
Lindau-Schönbühl – Weißensberg 2 nein  
Weißensberg – Seltmans 2 nein  
Seltmans − bei Weierle 3 nein kreuzungsfrei
bei Weierle980 Waltenhofen 4 ja autobahnähnlich
7 Kempten − 96 Jengen/Kaufbeuren 2 nein kreuzungsfrei
94 Hohenlinden − Heldenstein 2 nein  
94 Burghausen − Simbach am Inn 2 nein kreuzungsfrei
Simbach am Inn − 3 Pocking 2 nein  
3 Passau-Mitte − 8 Passau 2 nein  
Stadtgebiet Passau 4 nein städtisch
388 Passau − St 2319 Passau-Sieglberg 3 nein  
St 2319 Passau-Sieglberg − 4 Grenzübergang Philippsreut 2 nein  

Unfallschwerpunkt

Im Volksmund wird der stark befahrene östliche Abschnitt zwischen Forstinning und Pocking als „Todesstrecke Nr. 1“ bezeichnet, da es fast regelmäßig zu tödlichen Unfällen kommt. In 20 Jahren kamen dort fast 350 Menschen ums Leben; allein im Jahr 2003 waren es 13.

Ein schwerer Unfall im Herbst 2004 war Anlass für den Einsatz von Polizeihubschraubern gegen Raser. Eine längere Zeit wurde die Umgebung von Haag i.OB so überwacht und auch in Zukunft wird die Polizei in unregelmäßigen Abständen Unterstützung aus der Luft für diese gefährdete Strecke bekommen. Im Oktober 2006 beurteilte das Polizeipräsidium Oberbayern den Effekt der auch mit konventionellen Mitteln verstärkten Geschwindigkeitsüberwachung positiv; so verzeichnete man im ersten Halbjahr 2006 neben mehr als 3500 Verstößen einen Rückgang der Unfallzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.[7]

Trivia

Es besteht Mautpflicht für LKW nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) auf dem 8,6 km langen Streckenabschnitt vom Anschluss B 12 Weitnau Osterhofen über den Anschluss Weitnau Hellengerst/Hochmoorstraße bis zur Anschlussstelle Waltenhofen.[8]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bundesstraße 12  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. B12-Umfahrung von Isny wird freigegeben. In: all-in.de. Allgäu-Rundschau, 21. Juli 2009, abgerufen am 9. Dezember 2011 (Zeitungsartikel).
  2. Unzner: Feierliche Verkehrsfreigabe am Freitag 23.10.2009. Hrsg.: Autobahndirektion Südbayern. Regensburg 21. Oktober 2009 (Online als PDF [abgerufen am 9. Dezember 2011] Presseinformation).
  3. A94: die ersten Kilometer in Niederbayern für Verkehr freigegeben. Wochenblatt Pfarrkirchen-Rottal/Inn, 28. November 2013, abgerufen am 28. November 2013.
  4. Autobahn A 94 darf im Abschnitt Forstinning-Pastetten gebaut werden. Bundesverwaltungsgericht, 16. Dezember 2008, abgerufen am 9. Dezember 2011 (Pressemitteilung Nr. 86/2008).
  5. Oberbayerisches Volksblatt (Hrsg.): Das Ende einer Aera hat begonnen. Mühldorf 16. Dezember 2008 (Zeitungsartikel).
  6. Projekte aus dem Bereich Straßenbau. In: stbaro.bayern.de. Staatliches Bauamt Rosenheim, abgerufen am 9. Dezember 2011 (Projektseite).
  7. Polizeipräsidium Oberbayern (Hrsg.): Positive Halbjahresbilanz für die Bundesstraße 12 - Kontrolldruck zeigt Wirkung. München 13. Oktober 2006 (Pressemeldung).
  8. Bundesanstalt für Straßenwesen: Die Mauttabelle 4.1 (Bundesstraßen) . PDF. Online auf www.mauttabelle.de. Abgerufen am 3. Juni 2015.


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesstraße 12 (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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