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Bund für deutsche Schrift und Sprache


Bund für deutsche Schrift und Sprache
(BfdS)
Zweck: Pflege, Förderung und Verbreitung der Druckschriften Fraktur, Gotisch, Schwabacher und der deutschen Schreibschrift; Pflege und Förderung der deutschen Sprache.[1]
Vorsitz: Hanno Blohm[2]
Gründungsdatum: 1918
Sitz: Hannover, Deutschland
Website: bfds.de

Der Bund für deutsche Schrift und Sprache (BfdS) ist ein Sprachverein, der sich laut Eigendefinition der Pflege und der Erhaltung der deutschen Schriften sowie der deutschen Sprache als Kulturgut widmet.

Geschichte

1918 wurde der Verein als „Bund für deutsche Schrift“ gegründet. Er führte sogleich eine eigene Vereinszeitschrift ein. In der Zeit 1922–23 wurde das Erscheinen der Zeitschrift unterbrochen, und 1927 erhielt sie ihren heutigen Titel „Die deutsche Schrift“. Vorgängervereinigungen, die 1918 im Bund für deutsche Schrift aufgingen, waren unter anderem der Schriftbund deutscher Hochschullehrer und die Vereinigung der Freunde deutscher Schrift.

Der Bund für deutsche Schrift gab sich zwar schon zur Zeit der Weimarer Republik als unpolitische Organisation. Dennoch lässt sich aus seinen Veröffentlichungen zur Zeit des Nationalsozialismus eine national-konservative Gesinnung ablesen.[3] Man sah in der NSDAP den Problemlöser der Schriftfrage.[4]

Verein und Zeitschrift wurden 1941 nach dem – für den Verein überraschenden[3]Frakturverbot der nationalsozialistischen Diktatur aufgelöst. Es kam zum Verbot der deutschen Schriften und zur allgemeinen Einführung der Antiqua als sogenannter Normalschrift.

1951 nahm der Bund seine Tätigkeit wieder auf, 1951 wurde auch die Zeitschrift „Die deutsche Schrift“ wieder aufgelegt, die seit 1984 vierteljährlich erscheint.

1989 wurde der Name des Bundes in „Bund für deutsche Schrift und Sprache“ geändert.

Seit dem Jahr 1998 hat der Bund den Status eines eingetragenen Vereines (e. V.).

Das ursprüngliche Logo des Bundes wurde um 1927 vom Berliner Werbegraphiker Georg Wagner entworfen und zeigte die Frakturbuchstaben B, f, D und S auf schwarzem Hintergrund. Seit 1982 wird als Logo die S-Versalie der Schriftart Manuskript-Gotisch in der Farbe HKS 33 (Veilchen) verwendet.[5] Der Bund gibt an, dass dieses Zeichen „wohl der prächtigste Buchstabe, den wir in unseren sämtlichen Druckschriften überhaupt haben [ist], eine königliche Gestalt mit Zepter und weitgeschwungenem Mantel“.[6]

Stiftung Deutsche Schrift

Der BfdS verwaltet seit 1993 in der „Stiftung Deutsche Schrift“ ein Sondervermögen. Der Zweck der Stiftung ist die „Erhaltung, Förderung und Verbreitung“ der gebrochenen Schriftarten:[7]

  1. Druckschriften: Gotisch, Schwabacher, Fraktur;
  2. Schreibschriften: deutsche Kurrentschrift, Sütterlinschrift, Offenbacher Schrift

Die Stiftung vergibt dazu Förderpreise für typografische Arbeiten, die ausschließlich oder überwiegend in diesen Schriftarten gestaltet sind.

Position

Die Veröffentlichungen des Bundes sind im Wesentlichen politisch neutral gehalten, haben aber häufig einen nationalistischen Tenor[8]. Sie haben die deutsche Schrift- und Sprachkultur zum Inhalt (in Form von Sprachpflege und Sprachkritik), dies auch im Kontext zu Entwicklungen und Schwierigkeiten bei anderen Kulturen und Völkern.

Der BfdS steht der Rechtschreibreform von 1996 kritisch gegenüber und nennt diese einen „Angriff auf die deutsche Sprache“.[9] Im Zusammenhang mit der umstrittenen Rechtschreibreform beziehen sich die Publikationen u. a. auf die Arbeit des Reformgegners Theodor Ickler.

Aktivitäten

Der Bund ist auch immer wieder auf jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen wie der Leipziger Buchmesse mit einem Stand vertreten, wo in Fraktur gesetzte Werke über Schriftgeschichte oder Typographie ausgestellt werden. Ebenso ist der Bund schon mehrmals auf dem Sudetendeutschen Tag anwesend gewesen.

Veröffentlichungen

  • Bundesnachrichten des BfdS 1921–1926
  • Die deutsche Schrift 1927–1940; 1951 ff.
  • BfdS Schriftenreihe Heft 14: Gerald Newton. Wie Phönix aus der Asche.

Literatur

  • Silvia Hartmann: Fraktur oder Antiqua. Der Schriftstreit von 1881 bis 1941. 2., überarb. Auflage. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 1999, ISBN 3-631-35090-2.
  • Albert Kapr (Hrsg.): Fraktur. Form und Geschichte der gebrochenen Schriften. Hermann Schmidt, Mainz 1993, ISBN 3-87439-260-0.
  • Thomas Niehr: Frakturschrift und Purismus – eine unheilige Allianz. Die Re-Ideologisierung von Schriftarten im 21. Jahrhundert. In: Elisabeth Birk, Jan Georg Schneider (Hrsg.): Philosophie der Schrift (= Germanistische Linguistik. Band 285). Niemeyer, Tübingen 2009, ISBN 978-3-484-31285-2, S. 183–201.
  • Falco Pfalzgraf: Der Bund für deutsche Schrift und Sprache (BfdS). In: Falco Pfalzgraf: Neopurismus in Deutschland nach der Wende. Lang, Frankfurt am Main (etc.), 2006. ISBN 978-3-631-54854-7. S. 129-158.

Einzelnachweise

  1. BfsD: Impressum , abgerufen am 30. Juni 2011.
  2. BfsD: Zielsetzung , abgerufen am 30. Juni 2011.
  3. 3,0 3,1 Thomas Niehr: Frakturschrift und Purismus – eine unheilige Allianz. Die Re-Ideologisierung von Schriftarten im 21. Jahrhundert. In: Elisabeth Birk, Jan Georg Schneider (Hrsg.): Philosophie der Schrift. Niemeyer, Tübingen 2009, S. 183–201, hier S. 189 f.
  4. Susanne Wehde: Typographische Kultur. Eine zeichentheoretische und kulturgeschichtliche Studie zur Typographie und ihrer Entwicklung. Niemeyer, Tübingen 2000, S. 277.
  5. Die deutsche Schrift. 4/2001, S. 3 der Jubiläumsbeilage
  6. Infobroschüre "Deutsche Schrift" des Bundes
  7. Stiftung Deutsche Schrift
  8. Falco Pfalzgraf: Der Bund für deutsche Schrift und Sprache (BfdS). In: Falco Pfalzgraf: Neopurismus in Deutschland nach der Wende. Frankfurt am Main (etc.): Lang, 2006. S. 158.
  9. Zielsetzung des BfdS [1]

Weblinks


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bund für deutsche Schrift und Sprache (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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