Buchfart - LinkFang.de





Buchfart


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer LandVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Mellingen
Höhe: 258 m ü. NHN
Fläche: 7,2 km²
Einwohner: 180 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99438
Vorwahl: 03643
Kfz-Kennzeichen: AP, APD
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 009
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Weimarische Str. 7
99438 Buchfart
Bürgermeister: Oliver Karls
}

Buchfart ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Mellingen.

Geografie

Die Ortslage von Buchfart befindet sich etwa 17 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Apolda und etwa 7 Kilometer südlich der Stadt Weimar im Durchbruchstal der Ilm. Als höchste Erhebung gilt die Balsamine (340,6 m ü. NN ), ein Ausläufer des Rosenbergs (379,9 m ü. NN ), welcher jedoch schon zur Flur des Weimarer Ortsteils Legefeld gehört.

Geschichte

Am nördlichen Ufer der Ilm hatte das Gelände am Prallhang schon in der Jungsteinzeit und später zur Besiedlung angezogen, was archäologische Funde belegen.[2]

Der Ortsname Buchfart verweist auf eine wichtige Furtstelle im Buchenwald. Der Ort wurde erstmals 1348 urkundlich mit Lutolf von Heitingsburg residenz in Buchverte erwähnt. Die Grafen von Orlamünde hatten zu dieser Zeit die Lehnshoheit in Buchfart, diese gelangte 1395 an die Grafen von Schwarzburg.[3] Offenbar dienten die Felsenburg und die Buchfarter Ilmfurt einer Altstraße, die hier unmittelbar an der Burg den Steilhang des Ilmtales erklomm, die dafür erforderlichen Stützmauern und Reste von Hohlwegen sollen noch im 19. Jahrhundert im Gestrüpp erkennbar gewesen sein.[4] Die wildreichen Wälder um Buchfart und Hetschburg waren beliebte Jagdreviere des Weimarer Hofes.[5]

Die Felsenburg Buchfart lockte auch Forscher an. Bereits 1551 war der Mineraloge und Bergbau-Experte Georgius Agricola zu den Kammern der Felsenburg aufgestiegen, da man ihm lebhaft versicherte, dort hätten einst Troglodyten - zwergenhafte „unterirdische Lebewesen“ gehaust.[4] 1822 untersuchte der Heimatforscher Karl Gräbner tagelang die sagenhafte Burganlage und veröffentlichte dazu das Buch „Das alte Bergschloß Buchfart im Großherzogtum Weimar“.

Sehenswürdigkeiten

Felsenburg

Die Felsenklippen gegenüber der Ortslage von Buchfart sind durch fortschreitende Erosion in ständiger Wandlung, die dort befindliche Felsenburg wird in der Literatur auch als Höhlenburg bezeichnet, mit dem Ausbau der Anlage wurde wahrscheinlich schon im 10. Jahrhundert begonnen. Sie gilt als eine Besonderheit in der Thüringer Burgenlandschaft. Die Anlage bestand aus etwa zwölf Kammern und Gängen, die sich bis zu 40 Meter über dem Talgrund erstreckt haben. Die einstige Zugangssituation und die Außenmauern sind nicht mehr rekonstruierbar. Die Burg bot in ihrer Blütezeit den bestmöglichen Schutz vor Angreifern, andererseits waren die Lebensbedingungen innerhalb der Burg sicher extrem. Bereits um 1440 wurde die Anlage aufgegeben. Inzwischen hat die Natur einen bedeutenden Teil der Burg zerstört. Im Jahre 2009 waren umfangreiche Sicherungsarbeiten an der Felswand erforderlich; man hofft nun, einen Großteil der noch vorhandenen Ruine gerettet zu haben.

Ilm-Brücke und Mühle

Eine weitere Sehenswürdigkeiten des Ortes stellt die 1613 erbaute, überdachte Holzbrücke über die Ilm dar. Die denkmalgeschützte Brücke hat eine Länge von 43 Metern, eine Breite von drei Metern und die Durchfahrtshöhe beträgt 3,05 Meter. Die Brücke ist noch immer dem Verkehr gewidmet. Neben der Brücke befindet sich eine denkmalgeschützte Wassermühle. Das Ensemble zählt zu den beliebtesten Fotomotiven.

Dorfkirche

Die Buchfarter Kirche „Zu unseren Lieben Frauen“ ist im Kern ein gotisches Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert. Das Langhaus stammt hingegen aus dem 18. Jahrhundert. An der Kirche wurde 1870 eine Generalsanierung vorgenommen.

Gebietswanderwege

Durch Buchfart verläuft der Goethewanderweg Weimar–Großkochberg sowie der „Drei-Türme-Wanderweg“, dieser führt vom Ort direkt zum benachbarten Paulinenturm bei Bad Berka.[6]

Balsamine

Die landschaftlichen Reize des Ilmtales bei Buchfart führten zur Ausweisung als „Landschaftsschutzgebiet Mittleres Ilmtal“. Schon im 18. Jahrhundert begann hier ein lebhafter Fremdenverkehr. Oberhalb der Felsenburg wurde 1894 die Gastwirtschaft „Güntsches Ruh“ durch Balduin Zorn erbaut. 1924 wurde sie durch Brand zerstört. Die jetzige Ausflugsgaststätte „Balsamine“ wurde 1931 erbaut. Den poetischen Namen erhielt sie nach den hier angepflanzten Robinien, die im Frühjahr den Ort mit ihrem süßen, betörenden Duft verzaubern.[Anmerkung 1] [3]

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Buchfart  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, Buchfart, S. 73.
  3. 3,0 3,1 Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden (Hrsg.): Unterwegs im Tal der Ilm. Wissenswertes und Informatives für Touristen und Einheimische. MFB-Verlagsgesellschaft, Eisenach 1998, ISBN 3-931431-10-X, Buchfart, S. 43–44, 48–49.
  4. 4,0 4,1 Ernst Leissling: Das mittlere Ilmtal. Greifenverlag, Rudolstadt 1966, S. 186–187.
  5. Heiko Laß: Jagd- und Lustschlösser des 17. und 18. Jahrhunderts in Thüringen. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2006, ISBN 3-86568-092-5, S. 410–411.
  6. Tourismus-Information Bad Berka: Faltblatt zum „Drei-Türme-Weg“.

Anmerkungen

  1. Von der Gaststätte hat man auch einen Einblick in den „Bärfangsgrund“. Ob dort tatsächlich einmal Bären hausten, kann nicht mehr belegt werden.

Kategorien: Ort an der Ilm (Saale) | Ort im Landkreis Weimarer Land | Buchfart | Gemeinde in Thüringen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Buchfart (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.