Breitscheid (Hessen) - LinkFang.de





Breitscheid (Hessen)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 462 m ü. NHN
Fläche: 31,74 km²
Einwohner: 4813 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35767
Vorwahl: 02777
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 14
35767 Breitscheid
Webpräsenz: www.gemeinde-breitscheid.de
Bürgermeister: Roland Lay (parteilos)
}

Breitscheid ist eine Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis in Hessen, Deutschland.

Geografie

Geografische Lage

Breitscheid liegt in 266 bis 614 Meter Höhe am Osthang des Westerwaldes am Dreiländereck Hessen - Rheinland-Pfalz - Nordrhein-Westfalen.

Nachbargemeinden

Breitscheid grenzt im Norden an die Gemeinde Burbach (Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen), die Städte Haiger und Dillenburg, im Osten an die Stadt Herborn, im Süden an die Gemeinde Driedorf (alle im Lahn-Dill-Kreis) sowie im Westen an die Gemeinden Willingen und Liebenscheid (beide im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz).

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht neben dem Hauptort Breitscheid aus den Ortsteilen Medenbach, Erdbach, Gusternhain und Rabenscheid.

Geschichte

Die älteste erhaltene Erwähnung von Breitscheid, als „Bedinscheit“, stammt von 1230.

Der Turm der im Jahre 1309 erbauten Kirche ist bis heute erhalten.

Der überwiegend landwirtschaftlich geprägte Ort machte sich ab dem 18. Jahrhundert seine reichen Tonvorkommen zu nutze und so entstanden zahlreiche Häfnereien. 1880 hatte Breitscheid 650 Einwohner, davon lebte etwa ein Viertel vom Töpferhandwerk.[2] Mit dem Bau der Schamottefabrik 1899 brach in Breitscheid ein neues Zeitalter an: Viele vormals selbständige Häfner gaben ihr Handwerk auf und wurden Lohnarbeiter in der „Fabrik“. 1916 wurden in Breitscheid 948 und 1925 bereits 1091 Einwohner gezählt.[3]

Ende der dreißiger Jahre errichtete die Wehrmacht einen Feldflugplatz oberhalb des Dorfes und im Jahr 1939 erhielt Breitscheid endlich den lange ersehnten Bahnanschluss.

Eingemeindungen

Am 31. Dezember 1971 schloss sich die Gemeinde Rabenscheid freiwillig der Gemeinde Breitscheid an.[4]

Am 1. Januar 1977 wurden auch Erdbach, Gusternhain und Medenbach durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen eingemeindet.[5][6]

Die Kerngemeinde Breitscheid ist der geografische, wirtschaftliche, kulturelle und verwaltungsmäßige Mittelpunkt der Gesamtgemeinde. Mit seinen heute gut 2000 Einwohnern ist das alte Kirchdorf nicht nur der größte Ortsteil, sondern stellt mit seinen sternförmig in alle Himmelsrichtungen auseinander gehenden Straßen einen bedeutenden Verkehrsknotenpunkt des Westerwaldes dar.

Politik

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[7] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[8][9]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 46,9 10 42,1 10 39,2 9 33,9 8
FWG Freie Wählergemeinschaft 38,1 9 34,0 8 39,3 9 39,9 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 18,3 4 23,9 5 21,6 5 26,2 6
gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 46,9 42,0 40,2 44,8

Wappen

Das Wappen wurde am 26. Februar 1988 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „Über einer verkürzten und eingebogenen goldenen Spitze, diese belegt mit einem rotbezungten blauen Löwenkopf und fünf blauen Schindeln, im blauen Feld vorne einen goldenen Topf, hinten schräggekreuzt einen goldenen Schlägel und einen goldenen Hammer.“[10]

Kultur, Freizeit und Sehenswürdigkeiten

Museen

Sehenswürdigkeiten

Ein Teil der Tropfsteinhöhle Herbstlabyrinth wurde zur Schauhöhle ausgebaut und 2009 eröffnet. Im Karstgebiet Breitscheid-Erdbach gibt es außerdem eine Karstquelle, mehrere Dolinen und die Erdbacher Höhlen zu besichtigen, welche man auch über einen speziellen Karstlehrpfad erreichen kann.

Siehe auch die Liste der Kulturdenkmäler in Breitscheid.

Sport- und Freizeitmöglichkeiten

In der Gemeinde Breitscheid gibt es viele Sportvereine, in denen man zum Beispiel Fußball, Tennis, Tischtennis oder Sportschießen betreiben kann. In der Kerngemeinde gibt es eine Sporthalle, in allen Ortsteilen Sportplätze. Im Sommer kann man auf dem Flugplatz Breitscheid Segel-, Motorflug- und Fallschirmsport sowie im Winter Ski-Langlauf betreiben.

Grillplätze und Freizeitanlagen sind in den Ortsteilen vorhanden. Die beiden Fernwanderwege Westerwaldsteig und Rothaarsteig verlaufen durch das Gemeindegebiet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbunden

  • Der Pfarrer und Schriftsteller Fritz Philippi (1869–1933) wirkte von 1894 bis 1904 in Breitscheid.
  • Die Hammerwerferin Kathrin Klaas (* 1984) wuchs in Breitscheid auf.

Wirtschaft und Infrastruktur

In der Kerngemeinde gibt es eine Mehrzweckhalle und auch die anderen Ortsteile verfügen über Dorfgemeinschaftshäuser. In Medenbach gibt es ein unbeheiztes Freibad.

Verkehr

Die Bundesstraße 255 berührt das südliche Gemeindegebiet. Ferner verlaufen die Landesstraßen 3042, 3044 und 3391 sowie zahlreiche Kreisstraßen durch die Gemeinde. Die Autobahn-Anschlussstelle Herborn-West an der Bundesautobahn 45 liegt von der Kerngemeinde ca. 7 km entfernt.

Der Flugplatz Breitscheid ist auch überörtlich durch seine alle zwei Jahre stattfindenden Großflugtage bekannt.

Früher war Breitscheid über die Bahnstrecke Haiger–Breitscheid an das Schienennetz angebunden. Im Ortsteil Erdbach gab es einen Spitzkehrenbahnhof, der zur Westerwaldquerbahn gehörte.

Bildung

In Breitscheid liegt die Fritz-Philippi-Schule, welche aus einer Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe besteht. Im Ortsteil Medenbach gibt es außerdem eine Grundschule. Weiterführende Schulen (Gymnasium) können in Herborn oder Dillenburg besucht werden.

Kindergärten gibt es in Breitscheid, Medenbach und Rabenscheid.

Wirtschaft

Als wichtigste Arbeitgeber in der Gemeinde seien die Firmen Westerwälder Thonindustrie, Georg GmbH, Cartonia Wellpappen, Sahm Holzbau, Schreiner Formen und Hofmann Ceramik genannt.

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hans Becker: Breitscheid, meine Heimat, Verlag Books on Demand, 2005, ISBN 3-8334-3718-9, S. 13
  3. Bezirkssparkasse Dillenburg: Die Zeit - das Geld - die Wirtschaft, 1995, S. 103
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 356.
  5. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974 . In: GVBl. I S. 237
  6. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 285
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  10. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1988 Amtsblatt Nr. 11 Seite 622

Weblinks

 Commons: Breitscheid (Hessen)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Westerwald | Ort im Lahn-Dill-Kreis | Breitscheid (Hessen) | Gemeinde in Hessen

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