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Brederode


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Brederode (Begriffsklärung) aufgeführt.

Die Herren (und späteren Grafen und Reichsgrafen) von Brederode waren im Mittelalter das vornehmste Adelsgeschlecht Hollands, das von den Herren van Teylingen aus einer unehelichen Seitenlinie der holländischen Grafen aus dem Haus der Gerulfinger stammt.

Geschichte

Als Stammvater des Geschlechts fungiert Dirk van Teylingen-Brederode (ca. 1180–1236), welcher der erste „Herr von Brederode“ war, und als Drost der holländischen Grafen fungierte. Seine Nachkommen nannten sich fortan nach ihrem Herrschaftssitz „Brederode“.

Die Herren von Brederode hatten schon im 13. Jahrhundert gewaltigen Einfluss. Wilhelm von Brederode war (um 1282) der Erbauer der Burg Brederode bei Santpoort, Gem. Velsen, Nordholland. Ihre Parteinahme für Johann von Avesnes blieb nicht ohne Bedeutung, doch stieg diese noch beim Ausbruch des Streits zwischen den Hoeks und den Kabeljaus (Haken-und-Kabeljau-Krieg, 1351). Die Brederodes waren die erblichen Führer der Hoeks, der Adelspartei und die Arkels und Egmonts, die rivalisierenden Geschlechter, ihre Gegner.

Unter Herzog Wilhelm von Bayern (1365–1417) erwarb Wolrad (Walram) von Brederode (1370–1417) den Grafentitel von Gennep und die souveräne Herrschaft Vianen. Er fiel in der siegreichen Schlacht von Gorcum als Feldherr Jacobäas von Hennegau-Zeeland-Holland (1401–1436), der Tochter Wilhelms.

Wolrads Enkel Rainald II. (1415–1473) wurde Erbburggraf der Stadt Utrecht, in deren ununterbrochenen Bürgerzwistigkeiten die Brederodes von da an fortwährend verwickelt blieben. Reinouds Bruder war der zeitweilige Bischof von Utrecht Gijsbrecht van Brederode (1416–1475).

Rainalds zweiter Sohn war Franz van Brederode (1466–1490), der, noch sehr jung, von den unzufriedenen holländischen Adligen zum Führer der wiederauflebenden Hoeks erhoben wurde. Er führte einen zweijährigen Bürgerkrieg (1488–1490) in Holland und Zeeland, der vor allem in der Belagerung der beiden Festungen Rotterdam, die Franz 1488 eroberte, und Sluis in Niederländisch Flandern bestand. Es war der letzte offene Kampf des niederländischen Adels gegen die burgundisch-österreichische Regierung und ihre neueren Ideen. Franz erlag nach der Einnahme von Sluis 1490 seinen Verwundungen, erst 24-jährig.

Die Brederodes, übermütig durch ihre stetig wachsenden Besitzungen, ihr hohes Ansehen und ihre quasi fürstliche Würde zeichneten sich immer durch ihren Stolz aus. Besonders aber Rainald III., der unter Karl V. Anspruch auf die Grafschaft Holland erhob und deshalb als Hochverräter alle seine Würden und Besitzungen verlor. Da seine Ansprüche aber nie wirkliches Gewicht hatten, erhielt er sie vom Kaiser zurück.

Rainalds III. zweiter Sohn war Heinrich, Graf von Brederode (1531–1568), der Führer der verbündeten niederländischen Adligen, des so genannten Compromis des Nobles von 1566 und der Geusen. Dieser stand gesellschaftlich zwischen dem Hochadel und dem niedrigeren Adel, und war deshalb sehr geeignet für diese Aufgabe des Vermittlers. Der katholische Graf von Megen eroberte ein Jahr später vorübergehend seinen Stammsitz Vianen. Heinrich starb im Exil auf Schloss Horneburg bei Recklinghausen.

Reinoud III. hatte auch einen außerehelichen Sohn, Lancelot von Brederode, welcher ebenfalls ein Geusenführer war.

Der Hauptzweig des Geschlechts bestand danach noch ungefähr 150 Jahre fort, immer in hohem Ansehen und im Besitz hoher Stellen und Ämter in Staat und Heer. Der vorletzte Spross, Johann Wolfart, Feldmarschall der Republik der Vereinigten Niederlande, nahm nach 1650 wieder die erste Stelle in derselben ein, durch seinen Rang, seinen Reichtum und seine Heiraten, zuerst mit einer Gräfin von Nassau, später mit Ludowika Christina von Solms-Braunfels (1606–1669), der Schwester Amalias (1602–1675), der Gattin Friedrich Heinrichs von Oranien (1584–1647), des Erbstatthalters der Niederlande. Seine zahlreiche Nachkommenschaft starb rasch dahin. Sein letzter Sohn Wolfart, der auch der letzte Herr von Brederode war, ist im Jahre 1679 verstorben. Nach seinem Tod verfiel die Burgruine Brederode an die Staaten von Holland. Die Herrlichkeit Vianen ging durch Vererbung an die außerehelichen Nachkommen von Reinoud III. van Brederode (1492–1556), den sogenannten Herren von Bolswaert, über. Kaiser Joseph II. verlieh diesen Herren den Titel eines „Reichsgrafen von Brederode“. Im Jahre 1832 schlussendlich ist der letzte Reichsgraf van Brederode verstorben.

Des Weiteren existiert auch noch heutzutage eine nichtadelige Linie des Geschlechts der Brederode. Diese Linie führt zurück auf Dirk Walravensz van Brederode, welcher ein nachträglich legitimierter Sohn von Walraven van Brederode († 1369), des jüngeren Bruders von Reinoud I. van Brederode, war.[1]

Einzelnachweise

  1. Familie van Brederode (nl)

Literatur

Weblinks

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Kategorien: Niederländisches Adelsgeschlecht | Brederode

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