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Brandis


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Brandis (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: LeipzigVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 137 m ü. NHN
Fläche: 34,82 km²
Einwohner: 9426 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 271 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 04821,
04824 (Beucha)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 034292
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 070
Stadtgliederung: 4 Ortschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 3
04821 Brandis
Webpräsenz: www.stadt-brandis.de
Bürgermeister: Arno Jesse (SPD)
}

Brandis ist eine Stadt im sächsischen Landkreis Leipzig, etwa 20 km östlich von Leipzig. Sie erstreckt sich im Osten der Leipziger Tieflandsbucht und entstand aus dem Zusammenschluss von Beucha und der Stadt Brandis am 1. Januar 1999.

Geografie und Verkehr

Die Landschaft wird geprägt durch den 179 m hohen Kohlenberg mit seiner waldreichen Umgebung. Der Ortsteil Waldsteinberg liegt mitten in dieser waldreichen hügeligen Landschaft. Die Gemeinde Beucha wird durch die weithin sichtbare Bergkirche geprägt. Im Stadtgebiet befinden sich auch mehrere Granitporphyrsteinbrüche. In diesem wurden unter anderem auch die Steine für das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig gebrochen.

Ortsteile

Verkehr

Brandis liegt südlich der B 6 und nördlich der A 14. Diese ist über die Abfahrt Naunhof (ca. 4 km) erreichbar. Leipzig liegt ca. 18 km westlich und die Stadt Wurzen ca. 15 km östlich der Gemeinde. Die Bahnstrecke (Leipzig–)Borsdorf–Döbeln–Coswig(–Dresden) verläuft durch Beucha. 1898 und 1911 wurde in zwei Abschnitten die 2006 für den Personenverkehr eingestellte Bahnstrecke Beucha–Trebsen eröffnet.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die Stadt Brandis wurde erstmals 1121 urkundlich erwähnt. Der Name wird wahrscheinlich eine Übertragung des Namens Brandis, einem früheren Schloss bei Meran/Südtirol, sein.[2] Im Jahr 1150 bekam die Siedlung Marktrechte. Seit dem 13. Jahrhundert werden in der Gegend Steine abgebaut. Die Bergkirche in Beucha wird 1280 erstmals erwähnt. Unter dem Dreißigjährigen Krieg hatte die Stadt sehr zu leiden. Über die Hälfte der Bevölkerung verlor ihr Leben.

Das von 1700 bis 1727 gebaute barocke Schloss Brandis war der Nachfolgebau des Schlosses, das 1696 beim größten Stadtbrand teilweise zerstört wurde.

1938 wurde im Ortsteil Polenz ein Militärflugplatz gebaut.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 1. Januar 1999 aus der Stadt Brandis und der Gemeinde Beucha die neue Stadt Brandis gebildet.

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Beucha[3] 1. Januar 1999 Zusammenschluss, keine Eingemeindung
Cämmerei (Waldsteinberg) [4] 15. November 1929
Kleinsteinberg[4] 1. April 1938 Eingemeindung nach Beucha
Polenz [3] 1. Juni 1992
Wolfshain[4] 1. April 1938 Eingemeindung nach Beucha

Wappen

Beschreibung: In Silber drei rote Rosen mit grünen Kelchblättern und goldenem Butzen.

Politik

Gemeinderatswahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 44,2 %
 %
30
20
10
0
28,4 %
21,4 %
20,7 %
21,1 %
3,7 %
4,7 %
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Stadtrat

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 22 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 6 Sitze
  • Bürgerverein Brandis (BVB): 5 Sitze
  • SPD: 5 Sitze
  • LINKE: 5 Sitze
  • GRÜNE: 1 Sitz

Partnergemeinden

  • Hohenhameln in Niedersachsen, vertragliche Partnerschaft seit 1990
  • Freudental in Baden-Württemberg, seit den frühen 1990er Jahren lose Partnerschaft mit dem Ortsteil Beucha

Wirtschaft

Solarkraftwerk Waldpolenz

Hauptartikel: Solarpark Waldpolenz

Auf einer 142 Hektar großen Fläche des ehemaligen sowjetischen Militärflugplatzes entstand von 2007 bis 2009 der Solarpark, der 2011 erweitert wurde. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme im August 2009 handelte es sich um die größte deutsche Photovoltaik-Anlage und die zweitgrößte Anlage weltweit.

Fachklinikum

Das Fachklinikum Brandis ist eine Rehabilitationsklinik für Orthopädie, Rheumatologie, Psychosomatik und Neurologie. Die Hyperbare Sauerstofftherapie und die Ganzkörperkältekammer stellen eine Bereicherung des Therapiespektrums dar.

Sehenswürdigkeiten

  • Barockschloss Brandis mit ca. 3 ha großem Schlosspark, jetzt Wohnanlage
  • Evangelische Stadtkirche mit barocker Ausstattung
  • Donat-Orgel in der Stadtkirche von 1703[6]
  • Bürgerschule, heute Gymnasium (1905–1906[7], späthistoristisch)
  • Parkschlösschen, heute Parkschlösschen Café - ehemals Restaurant mit Saal
  • Ost- und Westbruch am Kohlenberg, beide Steinbrüche bieten Möglichkeiten zum Felsklettern[8][9]
  • Kohlenbergteich mit vielen Wasservögeln
  • Bergkirche Beucha
  • Katholische Kirche Beucha
  • Schloss Polenz, heute Seniorenresidenz

Gedenkstätten

  • Sowjetischer Ehrenhain auf dem Alten Friedhof mit Sammel- und Einzelgrabstätten für 147 sowjetische Kriegsgefangene, vier Kriegsgefangene aus Beucha und Borsdorf sowie 90 Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit in Wurzen und Zschadraß wurden

In Brandis geboren

Literatur

  • Stadt Brandis: Brandis. Geschichte einer sächsischen Kleinstadt. Beucha 1996, ISBN 3-930076-38-1.
  • Stadt Brandis (Hrsg.): 875 Jahre Brandis. Brandis 1996.
  • Pädagogischer Rat der Mittelschule Brandis, Rat der Stadt Brandis, Ortsausschuß der Nationalen Front (Hrsg.): Festschrift zum Schul- und Heimatfest in Brandis - 29. Juni bis 1. Juli 1956 (anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Schule Brandis). 48 Seiten, Format A5, mit 10 Schwarz-Weiß-Fotos und zahlreichen Anzeigen von Geschäften und Unternehmen aus Brandis. Wurzen 1956[10]
  • Cornelius Gurlitt: Brandis. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 19. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1897, S. 23.
  • Brandis . In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band, Zwickau 1814, S. 477 f.

Weblinks

 Commons: Brandis  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ernst Eichler und Hans Walther: Sachsen. Alle Städtenamen und deren Geschichte, Faber und Faber, Leipzig 2007, S. 48
  3. 3,0 3,1 Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  4. 4,0 4,1 4,2 Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  5. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  6. http://www.stadtkirche-brandis.de/main.php?id=NULL&sub=29
  7. Pädagogischer Rat der Mittelschule Brandis, Rat der Stadt Brandis, Ortsausschuß der Nationalen Front (Hrsg.): Festschrift zum Schul- und Heimatfest in Brandis - 29. Juni bis 1. Juli 1956 (anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Schule Brandis). 48 Seiten, Format A5, mit 10 Schwarz-Weiß-Fotos und zahlreichen Anzeigen von Geschäften und Unternehmen aus Brandis. Wurzen 1956
  8. Infos Ostbruch
  9. Infos Westbruch
  10. DNB 573336172

Kategorien: Brandis | Ort im Landkreis Leipzig | Gemeinde in Sachsen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Brandis (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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