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Brüsseler Kiez


Der Brüsseler Kiez ist eine Ortslage im Berliner Ortsteil Wedding vom Bezirk Mitte.

Der Name wird von der Brüsseler Straße abgeleitet, die durch den Kiez verläuft. Das Viertel wird auch Belgisches Viertel genannt, da alle Straßen im Viertel – wie auch im bekannteren Belgischen Viertel in Köln – nach Orten und Regionen in Belgien benannt sind.

Lage

Das Viertel wird durch folgende Grenzen definiert:

  • Südosten – durch die Luxemburger Straße und den angrenzenden Sprengelkiez, ursprünglich setzte sich das Viertel hier bis zur Triftstraße fort, durch den Ausbau der Luxemburger Straße von einer Stich- zur Hauptverkehrsstraße anfang der 1960er Jahre verschob sich diese Grenze.
  • Süden – durch den Augustenburger Platz mit dem Hauptportal des Virchow-Klinikums
  • Südwesten – durch die Amrumer Straße und das Virchow-Klinikum
  • Nordwesten – durch die Seestraße und das angrenzende Afrikanische Viertel
  • Nordosten – durch die Müllerstraße
  • Osten – durch den Leopoldplatz

Beschreibung

Von einigen Neubauten der 1960er Jahre abgesehen hat sich das Viertel seinen Altbau-Charme der frühen 1900er Jahre bewahrt; die Straßenbeleuchtung erfolgt noch mittels Gaslaternen und im Kiez sind einige Straßenpumpen erhalten. Einige Wohnblöcke in ihrer ursprünglichen Bauweise mit Gartenanlagen im Innenhof stehen seit den 1990er Jahren unter Denkmalschutz.[1] Dennoch wird die Wohnqualität in diesem Viertel eher gering eingestuft. Gründe hierfür sind neben einem erhöhten Sanierungsbedarf beim Wohnraum ein hoher Leerstand bei den vorhandenen Gewerberäumen. Dieser Leerstand wird durch kurzzeitige Anmietungen von Vereinen und Wettbüros, die auch zur Vermüllung der Straßen beitragen, genutzt. Dem weiteren Verfall des Viertels und der Grünanlagen und der damit ebenfalls steigenden Klein- und Drogenkriminalität arbeitet seit 2005 die Bürgerinitiative Brüsseler Kiez mit Unterstützung des Präventionsrates entgegen. Außerdem gehört der Kiez zum Entwicklungsgebiet Aktives Stadtzentrum Müllerstraße im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms Aktive Stadtzentren.

Zum aktiven Leben im Kiez gehören neben der Beuth-Hochschule für Technik auch die Ernst-Schering-Gesamtschule sowie ein Kindergarten und zahlreiche teils multikulturelle Kitas. Einkaufsmöglichkeiten bieten neben einigen Kiosken und Spätkauf-Läden im Viertel das Einkaufszentrum Cittipoint an der Kreuzung Brüsseler Ecke Müllerstraße sowie die zahlreichen Geschäfte der Müllerstraße. Zweimal wöchentlich – mittwochs und samstags – findet auf dem Gelände zwischen dem Rathaus und der Genter Straße ein zu großen Teilen südländisch geprägter Wochenmarkt statt. Von den ursprünglichen für Quartiere dieser Art typischen Berliner Eckkneipen sind nur noch wenige erhalten, diese befinden sich fast ausschließlich in der Brüsseler Straße, zusätzlich gibt es noch einige Restaurants im Kiez.

Bauwerke und Anlagen

Verkehr

Das Viertel selbst ist verkehrsberuhigt als Tempo-30-Zone, wird allerdings von Hauptverkehrsachsen umzogen. Die Seestraße und die Amrumer Straße waren nach einem Flächenentwicklungsplan von 1965 sogar für den Ausbau zur Autobahn mit einem Kreuz an Stelle der Kreuzung beider Straßen vorgesehen. Hierbei sollte die Stadtautobahn (A 100) über die Seestraße verlängert werden und auf der Trasse der Amrumer Straße sollte die Westtangente (A 103) verlaufen.

Durch den öffentlichen Personennahverkehr wird das Viertel an allen Seiten flankiert, neben Buslinien sind hier besonders die U-Bahn-Linien U6 unter der Müllerstraße und U9 unter der Luxemburger Straße sowie die Tramstrecke auf der Seestraße mit den Linien 50 und M13 erwähnenswert.

Straßen im Kiez

  • Brüsseler Straße, benannt nach der belgischen Hauptstadt Brüssel
  • Ostender Straße, benannt nach der belgischen Stadt Ostende
  • Limburger Straße, benannt nach der belgischen Provinz Limburg
  • Genter Straße, benannt nach der belgischen Stadt Gent; zwischen 29. August 1933 und 31. Juli 1947 unter anderen Namen (Fritz-Schulz-Straße/Adolf-Pogede-Straße)
  • Antwerpener Straße, benannt nach der belgischen Stadt und Provinz Antwerpen
  • Lütticher Straße, benannt nach der belgischen Stadt und Provinz Lüttich
  • Ursprünglich im Viertel gelegen: Luxemburger Straße, benannt nach der belgischen Provinz Luxemburg

Zeppelinplatz

Hauptartikel: Zeppelinplatz (Berlin)

Dieser Platz wurde im 19. Jahrhundert angelegt und „zu Ehren des berühmten Luftschiffers Grafen Ferdinand v. Zeppelin und in Erinnerung an dessen Fahrt nach Berlin am 29. August 1909“ benannt.[2][3] In den 1980er Jahren wurde die Anlage nach Entwürfen des Landschaftsarchitekten Michael Hennemann umfassend umgestaltet.

Er beschrieb seine Planungsidee wie folgt:

„Zentraler Gedanke war es, die bisher den Platz zerschneidende Antwerpener Straße zwischen Ostender- und Limburger Straße aufzuheben und den Platz zu einer räumlichen Einheit zusammenzufügen. Dies erfolgte mit dem Tiefbauamt einvernehmlich (Parkplatzersatzflächen wurden in der Ostender Straße durch ‚Querparken‘ geschaffen). Prägende Elemente des neuen Zeppelinplatzes sind die Rasenfläche mit altem Baumbestand, ein Sitzplatz mit Laubengang und Rosenbeet sowie der vergrößerte, vielfältig ausgestattete Spielbereich mit vielfältigen Spielangeboten. Die geplanten Kosten betrugen 2.830.000 DM.[4]

Der Wedding erhielt damit 1990 eine weitere und vor allem zusammenhängende, wohnungsnahe Grünanlage. Teile des Platzes werden 2015/2016 neu gestaltet.

Förderverein

Seit Februar 2012 gibt es den Förderverein Brüsseler Kiez e. V., dessen Hauptaufgabe darin liegt, Sach- und Geldspenden für Projekte im Kiezumfeld sowie die Gewinnung von beitragszahlenden Mitgliedern zur finanziellen, dauerhaften Unterstützung zu akquirieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Entwicklung neuer Strategien und Ideen, damit ein bürgerschaftliches Engagement im Kiez langfristig ist. Der Förderverein stellt Mittel für Projekte zur Verfügung, die entweder eine Ergänzung zu bereits vorhandenen Programmen darstellen oder diese in innovativer Weise weiterführen.

Literatur

  • Karen Albert-Hermann, Jürgen Handrich: DER WEDDING ist grün. 1. Auflage. Verlagsbuchhandlung Koll, Berlin 1985, ISBN 3-925024-03-4.
  • Jürgen Handrich, Gerd Kittelmann, Brigitte Prévot: Stadtplätze im Wedding. Eine Dokumentation ihrer Entstehung und Bedeutung. 1. Auflage. Bezirksamt Wedding von Berlin, 1991.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Brüsseler Straße 32, Stützpunkt Zeppelin, 1928 von Hans Heinrich Müller , Zeppelinplatz 1–6a, Innenhof und Vorgarten am Zeppelinplatz, 1925 Genter Straße 33/45
  2. Zeppelinplatz. In: Berliner Adreßbuch, 1943, Teil 4, S. 994.
  3. Zeppelinplatz. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  4. Jürgen Handrich, Gerd Kittelmann, Brigitte Prévot: Stadtplätze im Wedding. Eine Dokumentation ihrer Entstehung und Bedeutung. 1991

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Brüsseler Kiez (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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