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Booz Allen Hamilton


Booz Allen Hamilton Inc.
Rechtsform Corporation
Gründung 1914
Sitz Tysons Corner (Virginia)
Leitung Ralph Shrader
Mitarbeiter mehr als 24.000 (2013)[1]
Umsatz etwa 5,8 Mrd. US-Dollar[1]
Branche Technologieberatung
Website www.boozallen.com

Booz Allen Hamilton, gegründet 1914 in Chicago, zählt mit mehr als 24.000 Mitarbeitern zu den führenden Technologieberatungen für die US-Regierung. Mehrheitseigner an Booz Allen Hamilton ist die Carlyle Group.

Die Firma ist nach dem Gründer Edwin Booz, dem dritten Mitarbeiter Jim Allen (1929 eingestellt) und dem vierten Mitarbeiter Carl Hamilton (1935 eingestellt) benannt, und entstand in seiner heutigen Form 2008 aus der Spaltung mit Booz & Company, heute Strategy&. Booz & Company behielt die Strategieberatungsaktivitäten.

Das Unternehmen ist neben Halliburton, KBR und Academi ein führendes Unternehmen im Bereich der militärischen Dienstleistungen für das US-Verteidigungsministerium.

Firmengeschichte

1914 erhielt Edwin G. Booz seinen Abschluss an der Northwestern University und gründete im selben Jahr ein eigenes Unternehmen zur Erstellung von Studien und statistischen Analysen für die Wirtschaft. Ein Jahr später startete er ein Joint Venture unter dem Namen „Business Research & Development Company“. Das Unternehmen untersuchte die Wettbewerbsbedingungen in verschiedenen Industriezweigen. Nach vier Jahren gründete Edwin Booz 1919 den „Business Engineering Service“.

Erster Kunde war die State Bank & Trust in Evanston, Illinois, die ihm auch einen Kredit gewährte. Das Unternehmen wurde 1924 in „Edwin Booz Surveys“ umbenannt und George Fry 1925 als zweiter Mitarbeiter eingestellt. Jim Allen kam 1929 als dritter Mitarbeiter hinzu, sechs Jahre später trat Carl Hamilton dem Unternehmen bei. 1936 wurde das Unternehmen als Partnerschaft reorganisiert und in „Booz, Fry, Allen & Hamilton“ umbenannt.

Noch bis in die 1980er-Jahre hinein war Booz Allen Hamilton auch auf dem Gebiet des Executive Search (Personalberatung) tätig. Sidney Boyden, der später seine eigene Firma gründete, war hier einer der federführenden Partner.

Vor den Anschlägen vom 11. September 2001 erlöste das Unternehmen rund 330 Millionen US-Dollar aus Aufträgen des Verteidigungsministeriums. Zehn Jahre später waren es 3,3 Milliarden Dollar.[1]

Das Unternehmen bezieht 99 Prozent seiner Aufträge von der US-amerikanischen Regierung. Es erlöst damit 5,8 Milliarden US-Dollar pro Jahr, davon 1,3 Milliarden US-Dollar von Geheimdiensten.[1]

Nähe zum amerikanischen Geheimdienst

In der Firma arbeiten verschiedene hochrangige Mitglieder aus den amerikanischen Geheimdiensten, unter anderem der ehemalige Gesamtleiter (Director of National Intelligence), John Michael McConnell[2] und der ehemalige CIA-Leiter James Woolsey.[3] Während der umstrittenen Weiterleitung von Bankdaten der SWIFT an die amerikanischen und europäischen Geheimdienste war die Firma als Kontrollorgan involviert.[4] Laut dem Autor Tim Shorrock arbeiten über 1000 ehemalige Geheimdienstbeamte bei Booz Allen.[5]

Von den mehr als 24.000 Mitarbeitern verfügen drei Viertel über eine Sicherheitsfreigabe (security clearance). Knapp die Hälfte haben eine Freigabe für die Geheimhaltungsstufe Top Secret.[1]

Aufdeckung des geheimen Überwachungsprogramms PRISM durch Edward Snowden

Im Juni 2013 wurden durch die Veröffentlichung geheimer Dokumente und durch ein Interview von Edward Snowden mit der Zeitung The Guardian die umfangreichen Internetkommunikationsüberwachungsprogramme PRISM und Boundless Informant des amerikanischen Geheimdienstes NSA bekannt. Snowden, der von 2009 bis 2013 als Mitarbeiter von Booz Allen Hamilton in einem NSA-Büro auf Hawaii arbeitete, hatte im Rahmen seiner Arbeit Zugriff auf die Dokumente, kopierte sie und gab sie an den Guardian weiter.[6]

Hackerangriff auf Booz Allen Hamilton

Am 11. Juli 2011 veröffentlichte die lose Hacker-Gruppe Anonymous 90.000 E-Mail-Adressen und Passwörter von Angehörigen der US-Streitkräfte und Mitarbeitern von Rüstungsunternehmen, die von einem Booz-Allen-Hamilton-Server stammen sollen, auf The Pirate Bay. In dem Begleittext wurden verschiedene Anschuldigungen gegen Booz Allen Hamilton erhoben.[7]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Fabian Gartmann, Thomas Jahn: Die Geheim-Dienstleister. In: Handelsblatt. Nr. 120, 26. Juni 2013, ISSN 0017-7296 , S. 24.
  2. John „Mike“ McConnell: http://www.boozallen.com/news/41362682
  3. James Woolsey: http://www.boozallen.com/about/40026730/woolsey
  4. NY-Times, 26. Sep 2006: http://www.nytimes.com/2006/09/26/us/26swift.html
  5. Democracy Now: Mike McConnell, Booz Allen and the Privatization of Intelligence
  6. Marc Pitzke: Prism-Whistleblower: "Ich erwarte nicht, mein Zuhause wiederzusehen". spiegel.de, 10. Juni 2013, abgerufen am 10. Juni 2013.
  7. Anonymous: Military Meltdown Monday: Mangling Booz Allen Hamilton (Englisch) In: The Pirate Bay. Anonymous. 11. Juli 2011. Abgerufen am 6. Juli 2013.

Kategorien: Militärdienstleister | Beratungsunternehmen | Unternehmen (Virginia) | IT-Dienstleister (Vereinigte Staaten) | Strategieberatungsunternehmen | Gegründet 1914

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Booz Allen Hamilton (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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