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Bockfließ


Bockfließ
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Fläche: 23,03 km²
 :
Höhe: 168 m ü. A.
Einwohner: 1.358 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 59 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2213
Vorwahl: 02288
Gemeindekennziffer: 3 16 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 56
2213 Bockfließ
Website: www.bockfliess.com
Politik
Bürgermeister: Josef Summer (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
14
5
14 
Lage der Marktgemeinde Bockfließ im Bezirk Mistelbach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Bockfließ ist eine Marktgemeinde mit 1358 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Geografie

Bockfließ liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 22,83 km². 22,09 % der Fläche sind bewaldet.

Die Gemeinde Bockfließ gliedert sich in die Katastralgemeinden Bockfließ und Wendlingerhof.

Geschichte

Im Jahr 1168 erfolgte die erste urkundliche Nennung, und zwar in Verbindung mit seinen Besitzern als „Pochvlise“. Marktrecht hat der Ort seit dem Jahre 1362.

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend, teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Die Pfarrgedenkbücher Bockfließ I und II überliefern mehrere Brände im Bockfließ des 17. Jahrhunderts:[1]

1635: großer Brand, entstanden im Hause des kaiserlichen Grundrichters Wochinger durch einquartierte Soldaten, auch der Pfarrhof verbrannt, der Pfarrer konnte sich nur im Hemd retten
1646: im April wieder der Markt größtenteils abgebrannt
1681: 14 Häuser verbrannt
1682 (29. Dezember): der Pfarrhof und ein Großteil des Ortes (65 Häuser und das Kirchendach) verbrannt, die Glocken zerschmolzen
1693: Feuersbrunst
1697 (6. Juli): Markt geplündert, ein Teil abgebrannt

In den Stenographischen Protokollen des niederösterreichischen Landtages (Wien 1874) heißt es auf S. 11:

Bockfließ, Gemeinde; Petition der Gemeinde Bockfließ um Bewilligung einer Subvention zur Robot=Reluitionssumme per 15.148 fl. 70 kr. österr. Währ. beim Neubaue der eingestürzten Pfarrkirche zu Bockfließ.
Ueberweisung an den Finanzausschuß. S. 24.
Bericht desselben und Beschlußfassung. S. 81.

Bockfließ zum Ausklang des 19. Jahrhunderts[2]

Bockfließ zählte 1879 insgesamt 281 Häuser mit 1540 Einwohnern. Im Jahre 1890 waren es bereits 318 Häuser mit 1720 Einwohnern (darunter 326 Schulkinder).

Im Jahre 1866 war das preußische Rüstner-Regiment Nr. 64 mit 2000 Mann in Bockfließ einquartiert.

Von 1872 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1894 wirkte als Oberlehrer in Bockfließ Josef Rabenlehner. Ihm folgte von 1894 bis 1911 Johann Fiedler, der zuvor als Oberlehrer in Gr. Ebersdorf angestellt gewesen war.

Bürgermeister war ab 1879 Josef Schmid, Bockfließ Nr. 30, gefolgt (ab 1882) von Franz Fürhacker, Bockfließ Nr. 129, (ab 1885) Georg Rötzer, Bockfließ Nr. 99, (ab 1888) Heinrich Bauer, Bockfließ Nr. 40, und (1891–1900) Martin Gössinger, Bockfließ Nr. 33.

Die Bockfließer Freiwillige Feuerwehr wurde 1880 gegründet. Ihre Statuten wurden am 5. Dezember 1880 genehmigt.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde Bockfließ zum Schauplatz von Kampfhandlungen zwischen der Wehrmacht und der Roten Armee. Von 11. auf den 12. April 1945 stand der Ort unter heftigem Artilleriebeschuss, wobei vier Zivilisten ums Leben kamen und 28 Gebäude zerstört wurden.[3]

Einwohnerentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1.264 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 1.245 Einwohner, 1981 1.105 und im Jahr 1971 insgesamt 1.199 Einwohner. 2006 gab es 1.581 Einwohner.

Politik

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Josef Summer. Amtsleiter ist Wolfgang Pöltinger.

Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 14, SPÖ 5, andere keine Sitze.

Bei der Wahl im Jahr 2005 erhielten die SPÖ 9, die ÖVP 8 und die Liste ProBockfließ zwei Mandate. Die Wahl wurde jedoch angefochten und muss auf Grund einer Entscheidung der Landes-Hauptwahlbehörde wiederholt werden. Bei der Wahlwiederholung erhielten die ÖVP 9, die SPÖ 9 und die Liste ProBockfließ [ProB] 1 Mandat. Nach zähen Verhandlungen wurde der Bürgermeister Herrn Summer (ÖVP) und der Vizebürgermeister Herrn Reil (SPÖ) zuerkannt. Das Zünglein an der Waage war die ProBockfliess, die für den ÖVP-Kandidaten votierte.

Wappen

Blasonierung: „Schräglinks geteilt von Silber und Schwarz, darin ein steigender Geißbock in verwechselten Farben, in seinem Maul eine grüne Weinranke mit Traube und Blatt.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bockfließ

Bauwerke

  • Pfarrkirche hl. Jakobus d. Ä.
Ein in der Ortsmitte von 1874 bis 1876 in neugotischen Stil errichtete Kirche.
  • Schloss (ehemals Grafen von Abensperg und Traun, heute Familie Goëss)
  • Pranger mit unterirdischer Arrestzelle
  • Dreifaltigkeitssäule
  • Johannesstatue
  • Pestsäule

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 47, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 zusammen 60. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 insgesamt 554. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,38 Prozent.

In Bockfließ gibt es einige Weinbauern. Bekannt ist der Ort auch durch Erdölfunde. Die Pumpenanlagen wurden zum Wahrzeichen der Region.

Literatur

  • Matthias Blazek: Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr! Chronik 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Bockfließ 1880–2005. Bockfließ 2001/05.
  • Hermine Loderer: Bockfließ – Heimatkundliche Beiträge. Bockfließ 1978.
  • Pfarre Bockfließ (Hrsg.): 100 Jahre Pfarrkirche Bockfließ. Bockfließ 1977.

Weblinks

 Commons: Bockfließ  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Entnommen aus: Loderer, S. 379 f.
  2. Blazek, S. 106.
  3. Heeresgeschichtliches Museum/Militärhistorisches Institut (HGM/MHI), Militärgeschichtliche Forschungsabteilung (MilFoA), Studiensammlung, Bestand 1945, Schachtel 5, Fasz. 45/9, Gemeindeberichte Niederösterreich, Bezirk Mistelbach.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bockfließ (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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