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Bockelnhagen


Bockelnhagen
Landgemeinde Sonnenstein
Höhe: 212 m ü. NN
Fläche: 18,65 km²
Einwohner: 410
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 2011
Postleitzahl: 37345
Vorwahl: 036072

Lage von Bockelnhagen in Sonnenstein (Gemeinde)

Bockelnhagen ist ein Dorf im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Seit dem 1. Dezember 2011 ist die vormals selbständige Gemeinde Ortsteil der Landgemeinde Sonnenstein. Bockelnhagen ist eines der wenigen Dörfer im Landkreis Eichsfeld, die nicht zum historischen Eichsfeld gezählt werden.

Lage

Bockelnhagen liegt im Tal der Weilroder Eller in der Landschaft des Silkeroder Hügellandes, welches bereits zum Südharz gerechnet wird. Die Ortschaft befindet sich ungefähr 17 Kilometer nordöstlich von Leinefelde-Worbis an der Landesstraße 1013 unweit der ehemaligen Innerdeutschen Grenze und heutigen Landesgrenze nach Niedersachsen. Die hügelige Landschaft um den Ort wird von zahlreichen Bergen geprägt, unter anderem dem Wunderberg (304 m) im Osten, dem Unteren Scherenberg (320 m) im Süden und dem Schulenberg (301 m) im Westen.

Geschichte

Bockelnhagen wurde am 14. Juni 1143 erstmals urkundlich erwähnt.[1] Im Jahr 1143 erbaute Pencesslaus Rieme im Ort den Rittersitz zu Bockelnhagen, worauf er und einige seiner Nachkommen den Namenszusatz von Bockelnhagen führten. Der Zweig seines Sohnes Goserich, der sich in Esplingerode niederließ, übernahm den dortigen Ortsnamen. Der Ort gehörte von 1816 bis 1944 zum Regierungsbezirk Erfurt der preußischen Provinz Sachsen. Am 1. Dezember 2011 schloss sich die Gemeinde Bockelnhagen mit sieben anderen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Eichsfeld-Südharz zur Landgemeinde Sonnenstein zusammen.

In und um Bockelnhagen existierten zahlreiche Güter und Einzelhöfe, die im Zuge der Bodenreform und der Grenzsicherungsmaßnahmen der DDR abgerissen wurden:[2]

  • Rittergut (Hohes Haus), im Besitz derer von Minnigerode
  • Rittergut, ebenso
  • Rittergut Neuhof, ebenso
  • Gehöft Wechselhagen, in Grenznähe Richtung Bartolfelde
  • Vorwerk Kreuzhof, Grenznähe
  • Vorwerk Kuhmord, Grenznähe

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 624
  • 1995: 618
  • 1996: 613
  • 1997: 630
  • 1998: 619
  • 1999: 591
  • 2000: 590
  • 2001: 485
  • 2002: 478
  • 2003: 469
  • 2004: 472
  • 2007: 454
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Wappen

Blasonierung: „In Rot einen schräglinken silbernen Balken, belegt mit einem schräglinken blauen Wellenbalken, oben ein silberner Turm und unten ein silberner Angelhaken.“

Der Wellenbalken steht für das zur Gemeindeflur gehörige Quellgebiet der Weilroder Eller. Der Angelhaken geht auf das Wappenbild der Herren von Bockelnhagen zurück, die ihn, wie alle zum Stamm der Rieme gehörenden im Wappen führten. Die von Rieme waren Abkömmlinge des Geschlechtes von Minnigerode, welche sich in der zweiten Linie häufig von Rieme nannten.[3] Späterhin spalteten sich von der Bockelnhagener Linie die Zweige derer vor dem Schulenberge, auf dem Hohenhause, auf dem Oberhofe, auf dem Forstmeistershofe und zu Wollershausen ab. Das Wappen derer von Bockelnhagen führte zwei silberne, mit der Spitze auf- und auswärts gekehrte Fischangeln, die auf roten Grund lagen, sowie sieben Pfauenfedern, welche einen Helm bekrönten.[4] Der stilisierte Turm symbolisiert die in ihren Grundmauern erhaltene Allerburg bei Bockelnhagen.

Politik

Bürgermeister

Der letzte ehrenamtliche Bürgermeister vor der Eingemeindung Frank Hartmann (SPD) wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[5]

Sehenswürdigkeiten

Bildung

In Bockelnhagen gibt es seit 2003 mit der IGEL-Schule eine freie Grundschule mit einem reformpädagogischen Hintergrund.

Weblinks

 Commons: Bockelnhagen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Peter Acht (Bearb.): Die Urkunden seit d. Tode Erzbischof Adalberts I. (1137) bis z. Tode Erzbischof Konrads (1200). In: Historischer Verein für Hessen (Hrsg.): Mainzer Urkundenbuch. Bd. II-1 (1137–1175). Darmstadt 1968. (40)
  2. Volker Große, Gunter Römer: Verlorene Kulturstätten im Eichsfeld 1945 bis 1989 Eine Dokumentation. Eichsfeld Verlag, Heilbad Heiligenstadt, 2006, Seite 50–60.
  3. Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Sechster Band. Friechrich Voigt's Buchhandlung, Leipzig 1865, S. 303 f.
  4. Christian Friedrich August von Meding (Hrsg.): Nachrichten von adelichen Wapen. Sechster Band. Johann Philipp Christian Reuß, Hamburg 1786, S. 58 f.
  5. Kommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.

Kategorien: Ort im Landkreis Eichsfeld | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Eichsfeld) | Sonnenstein (Gemeinde)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bockelnhagen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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