Blei(II)-chlorid - LinkFang.de





Blei(II)-chlorid


Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
__ Pb2+     __ Cl
Allgemeines
Name Blei(II)-chlorid
Andere Namen
  • Bleidichlorid
  • Hornsalz
Verhältnisformel PbCl2
CAS-Nummer 7758-95-4
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 278,10 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

5,85 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

500 °C[1]

Siedepunkt

950 °C[1]

Löslichkeit

10,8 g·L−1 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302+332​‐​360Df​‐​373​‐​410
P: 201​‐​261​‐​273​‐​304+340​‐​312​‐​308+313​‐​391 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [5]
R- und S-Sätze R: 61​‐​20/22​‐​33​‐​62​‐​50/53
S: 53​‐​45​‐​60​‐​61
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−359 kJ·mol−1[6]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Blei(II)-chlorid (PbCl2) ist das Blei(II)-salz der Salzsäure. Es kristallisiert in weißen, rhombischen Nadeln oder Prismen aus.

Vorkommen

In der Natur kommt Blei(II)-chlorid als Mineral Cotunnit vor.

Gewinnung und Darstellung

Blei(II)-chlorid lässt sich durch Reaktion von Blei oder Blei(II)-oxid mit Chlor oder Salzsäure darstellen.[7]

[math]\mathrm{Pb + Cl_2 \longrightarrow PbCl_2}[/math]

Da Blei(II)-chlorid in Wasser schwerlöslich ist, fällt es aus bleihaltigen wässrigen Lösungen aus. Dies wird in der Salzsäuregruppe des Kationentrennungsganges ausgenutzt, um Blei von anderen Ionen abzutrennen.[8]

Bemerkenswert dabei ist, dass Blei(II)-chlorid in der Wärme wesentlich besser als in der Kälte löslich ist. Lässt man eine gesättigte, heiße Lösung abkühlen, so fällt beim Abkühlen das Blei(II)-chlorid in Form schön ausgebildeter Nadeln aus.[9]

Eigenschaften

Blei(II)-chlorid kristallisiert wie Blei(II)-fluorid und Blei(II)-bromid in der mit der Uran(III)-chloridstruktur verwandten PbCl2-Raumstruktur. Dabei ist jedes Bleiatom von insgesamt neun Chlorid-Atomen koordiniert. Diese bilden als Koordinationspolyeder verzerrte dreifach überkappte, trigonale Prismen, die über gemeinsame Flächen miteinander verbunden sind.[7]

Während Blei(II)-chlorid in kalter, verdünnter Salzsäure nur sehr gering löslich ist, löst es sich gut in konzentrierter Salzsäure unter Bildung von Chloroplumbaten.[8] Löslich ist es zudem in Ammoniumchlorid und -nitratlösungen, da sich dabei lösliche Doppelsalze bilden.[10]

Verwendung

Blei(II)-chlorid wird zur Herstellung von Bleichromat und als Flussmittel verwendet. Früher wurde es auch zur Herstellung mehrerer Pigmente, Pattinsons Bleiweiß (Bleihydroxidchlorid) und Veroneser Gelb (Bleioxidchlorid) genutzt.[10]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Datenblatt Blei(II)-chlorid (PDF) bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  2. NIST-data review 1980
  3. 3,0 3,1 Eintrag zu Blei(II)-chlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. Mai 2016 (JavaScript erforderlich).
  4. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  5. Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Bleiverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Bleiverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. März 2009 (JavaScript erforderlich).
  6. PAETEC Formelsammlung Ausgabe 2003, Seite 116
  7. 7,0 7,1 A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1013–1015.
  8. 8,0 8,1 Gerhart Jander, Ewald Blasius: Einführung in das anorganisch-chemische Praktikum: (einschliesslich der quantitativen Analyse); mit 61 Tabellen. Hrsg.: Joachim Strähle, Rolando Rossi. 14., neu bearb. / von Joachim Strähle und Eberhard Schweda. Hirzel, Stuttgart 1995, ISBN 3-7776-0672-3, S. 245.
  9. Joachim Strähle, Eberhard Schweda: Jander, Blasius: anorganisch Chemie. 17., völlig neu bearb. Auflage. Band 1: Einführung und Qualitative Analyse. Hirzel, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-7776-2134-0, S. 395.
  10. 10,0 10,1 Eintrag zu Bleichloride . In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 25. Mai 2014.

Kategorien: Bleiverbindung | Chlorid | Umweltgefährlicher Stoff | Gesundheitsschädlicher Stoff

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Blei(II)-chlorid (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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