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Bleßberg


Bleßberg

Der Bleßberg von Schalkau aus gesehen

Höhe 866,9 m ü. NHN [1]
Lage zwischen Sachsenbrunn und Steinheid; Landkreise Hildburghausen und Sonneberg; Thüringen (Deutschland)
Gebirge Thüringer Schiefergebirge
Dominanz 6,7 km → Kieferle
 
Besonderheiten Sender Bleßberg, Aussichtsturm Bleßberg, Tunnel Bleßberg

Der 866,9 m ü. NHN [1] hohe Bleßberg befindet sich im Thüringer Schiefergebirge (Thüringen, Deutschland). Er liegt im Landkreis Hildburghausen und Landkreis Sonneberg zwischen Sachsenbrunn und Steinheid, etwa sieben Kilometer nordöstlich von Eisfeld. Am 30. März 2008 stießen die Mineure bei Vortriebsarbeiten im Tunnel Bleßberg der Eisenbahn-Neubaustrecke Nürnberg–Erfurt auf die Bleßberghöhle. Zudem beherbergt der Bleßberg inklusive seines Funkturms mit 1060 m ü. NN (Bodenhöhe am Turm 865 m + 195 m Turmhöhe) den höchsten Punkt Thüringens.

Geographie

Zusammen mit der nordöstlich sich anschließenden Dürren Fichte (861 m ) und der von dort aus nordwestlichen Pechleite (839 m ) bildet der Bleßberg ein Massiv von der Form eines nach Westen offenen Hufeisens, in dessen Inneren der Werra-Quellfluss Saar entspringt. Nach Nordwesten wird dieses Massiv von der Werra begrenzt, nach Nordosten durch das Schwarzatal, nach Südosten durch den Itz-Nebenfluss Grümpen, während es nach Südwesten allmählich abflacht.

Über dieses Massiv verläuft der Rennsteig. Daher werden seine Erhebungen teilweise zum Nördlichen und teilweise zum Südlichen Hohen Schiefergebirge gezählt. Der Höhenweg verläuft genau über die Pechleite, die nördliche Flanke des Schweinsbergs (816 m ), der nach Süden in den Heuberg (792 m ) und den Steinberg (755 m ) ausläuft, über den Saarberg (802 m ) bei Friedrichshöhe, der nördlich in den Großen Langebachsberg (783 m ) am Stausee Goldisthal ausläuft, und den Hühnerberg (824 m ). Am Dreistromstein nahe Siegmundsburg schließt sich der Rattelsberg (824 m ) südlich an den Hauptkamm an, weiter südlich der Rüttelsberg (822 m ). Die Nordostflanke des Massivs markieren der Obere (789 m ) und der Untere Alsbachberg (783 m ) über Scheibe-Alsbach. Im Süden von Alsbach, in der Ortslage Limbach, befindet sich die Scharte zum Eisenbergmassiv und zum Kieferle. Im Südwesten bildet die Schmiede (832 m ) die Verbindung von der Dürren Fichte zum Bleßberg. Die Dürre Fichte läuft über dem Neumannsgrund nach Süden in den Blößberg (782 m ) und den Steger (784 m ) aus.

Da die Itz in den Main – und damit in den Rhein – fließt, Saar und Werra aber in die Weser münden, liegt der Bleßberg an der Wasserscheide Rhein-Weser. Da die Schwarza im Norden nun wiederum in die Saale – und damit in die Elbe – fließt, liegen andere Gipfel des Massives auf der Wasserscheide Elbe-Weser.

Unter den benachbarten Bergen außerhalb des Massivs ragen besonders das 868 m hohe Kieferle (östlich der Dürren Fichte, hinter dem Grümpental), der 869 m hohe Große Farmdenkopf mit dem 877 m hohen Pumpspeicherwerk Goldisthal (im Nordosten, hinter dem Schwarzatal) und der 841,5 m hohe Eselsberg (im Nordwesten), hinter dem Werratal hervor.

Flussquellen

  • Am Sattel zwischen Bleßberg und Dürrer Fichte entspringt, unweit der Bundesstraße 281, in 800 m Höhe der Werra-Quellfluss Saar. Die zweite, eigentliche Werra-Quelle liegt sieben Kilometer weiter nördlich am Südhang des Eselsberges bei Fehrenbach.
  • An den Hängen des Bleß entspringt auch die Itz.
  • Am Nord- und Osthang der Dürren Fichte entspringen auch einige Quellflüsse der Grümpen. Eine weitere, östlichere Quelle liegt direkt gegenüber, am Westhang des Kieferle.

Sender Bleßberg

Auf dem Bleßberg betreibt die Media Broadcast GmbH den Sender Bleßberg für UKW, Richtfunk und digitales Fernsehen. Als Antennenträger dient ein freistehender Stahlbetonturm, der Sendeturm Sonneberg. Dieser Turm, der über keine für die Öffentlichkeit regulär zugänglichen Bereiche verfügt, ist 195 Meter hoch, wovon der Schaft 107,5 m hoch ist. In 35 und 45 Meter Höhe besitzt dieser Turm zwei Richtfunkplattformen und in 55 Meter Höhe eine Plattform zum Schutz der Richtfunkantennen vor herabfallenden Eisbrocken.

Tunnel Bleßberg

Der Tunnel Bleßberg ist mit einer Länge von rund 8314 Metern der längste von 22 Eisenbahntunneln der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt. Er unterquert den Bleßberg, bei einer maximalen Überdeckung von 330 Metern.

Bei den Bauarbeiten wurden zwei Tropfsteinhöhlen entdeckt, die erstentdeckte Höhle erhielt den Namen Bleßberghöhle.[2]

Ausflugsziele

Neben der eben erwähnten Flussquelle können diese Ziele angesteuert werden: Der Thüringerwald Verein Saargrund e.V. betreibt auf dem Bleßberg in einem ehemaligen Kasernengebäude ein Wanderheim. Ein 30 m hoher Aussichtsturm wurde 1997 daneben gebaut. Bereits 1902 wurde der erste Aussichtsturm aus Stahlträgern hier errichtet, jedoch 1972 auf Befehl der Regierung der DDR abgerissen, seit 2002 erinnert ein Gedenkstein an diesen Veteran.[3]

Zwischen 11 und 17 Uhr kann der Aussichtsturm von der B 281 aus per PKW erreicht werden, ansonsten sind die Straßen für den öffentlichen Verkehr gesperrt. (Der Anfahrtsweg zum Turm liegt an der B 281 zwischen Siegmundsburg und Saargrund – am Sattel zwischen Bleß und der Dürren Fichte im Osten, nahe den Siegmundsburger Werra(/Saar-)quellen.)

Auch von allen anderen Seiten ist der Gipfel durch gut beschilderte Wanderwege erreichbar, wobei jener von Stelzen im Westen aus der wohl beliebteste ist – wenngleich nicht der flachste.

In der DDR war der Bleßberg ein militärisches Sperrgebiet. Die Nationale Volksarmee nutzte den hohen Standort zur Sicherstellung der Funkverbindungen entlang der Grenze.

Sonstiges

Im Herzogtum Sachsen-Meiningen gab es zwei Berge mit der Bezeichnung „Bleßberg“, was häufig zu Verwechslungen führte. Auf Anweisung von Herzog Georg II. wurde der „unterländische Bleßberg“ umbenannt und trägt heute den Namen Pleß – der „oberländische“ behielt seinen Namen.

Siehe auch

Liste von Bergen und Erhebungen in Thüringen

Weblinks

 Commons: Bleßberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. n-tv Wissen: Zweite Tropfsteinhöhle am Bleßberg , vom 5. Juni 2008, abgerufen am 4. Dezember 2015, auf n-tv.de
  3. Detlef Heß: Weihe des Gedenksteins zur Erinnerung an den ersten Aussichtsturm auf dem Bleßberg. In: Thüringerwald Verein (Hrsg.): Thüringer Monatsblätter. Nr. 1. Wutha-Farnroda 2002, S. 7.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bleßberg (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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