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Bladernheim


Bladernheim
Stadt Montabaur
Höhe: 181 (173–217) m
Fläche: 1,02 km²
Einwohner: 148 (30. Jun. 2010)
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner/km²
Eingemeindung: 22. April 1972
Postleitzahl: 56410
Vorwahl: 02602

Lage von Bladernheim in

Bladernheim (mundartlich „Blorem“) ist ein Stadtteil und ein Ortsbezirk von Montabaur im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Der Ort war früher landwirtschaftlich geprägt, heute ist er ein Wohnort im Sinne einer Pendlergemeinde. Bis 1972 war Bladernheim eine eigenständige Gemeinde im damaligen Unterwesterwaldkreis.

Geographie

Das Dorf Bladernheim liegt im Norden des westerwälder Teils des Naturparks Nassau am rechten Ufer des Gelbachs etwa fünf Kilometer südöstlich der Innenstadt von Montabaur. Im Norden von Bladernheim liegt der Montabaurer Stadtteil Reckenthal, im Osten die Ortsgemeinde Heilberscheid, südlich der Stadtteil Ettersdorf und im Westen die Ortsgemeinde Untershausen.

Geschichte

Mittelalter und kurtrierische Zeit

Nach der Ortsnamenforschung gehört Bladernheim zu den frühesten Siedlungen im Bereich des alten Reichsforstes Spurkenberg (um 1220 „Silua Spurginberch“). Der Ort liegt im Gebiet des zwischen 930 und 959 erstmals beschriebenen Bannes und Kirchspiels Humbach (später Montabaur genannt).[1]

Erste urkundliche Erwähnung Bladernheims erfolgte 1292 unter dem Namen „Blaterinheym“, 1465 wurde der Ort „Blaternheim“ genannt.

Nach einem Verzeichnis aus dem Jahre 1548 bildeten die drei Ortschaften Bladernheim, Reckenthal (Reckendal) und Wirzenborn (Wirzendal) eine „Zeche“ (Verwaltungsbezirk) des kurtrierischen Amtes Montabaur. Die Verwaltung der „Zeche“ war einem vom Montabaurer Amtmann eingesetzten Heimburger übertragen. Die drei Dörfer hatten zusammen 19 Feuerstätten (Hofstellen). Dem Stift St. Florin in Koblenz waren jährlich sechs Malter Hafer abzugeben. Zwischen Reckenthal und Bladernheim war eine Mühle, die „Hannes Muel“ genannt wurde. Im Trierer Feuerbuch von 1563 werden für Bladernheim fünf Feuerstellen angegeben. 1684 waren es vier, es wurden fünf trierische und zwei nassauische Untertanen (Familien) gezählt.[2]

Im Jahre 1786 hatte Bladernheim 47 Einwohner.[3]

Nassauische und preußische Zeit

Bladernheim gehörte bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum rechtsrheinischen Teil von Kurtrier, der infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 dem Fürstentum Nassau-Weilburg zugeordnet wurde. Nach der Bildung des Rheinbundes gehörte Bladernheim von 1806 an zum Herzogtum Nassau. Unter der nassauischen Verwaltung war Bladernheim dem nassauischen Amt Montabaur und bis 1815 dem Regierungsbezirk Ehrenbreitstein danach dem Regierungsbezirk Wiesbaden zugeordnet.

Nach einer Statistik des Herzogtums Nassau aus dem Jahre 1843 hatte die Gemeinde Bladernheim 77 Einwohner, die mit 15 Familien in 12 Häusern lebten. Die Einwohner waren ausnahmslos katholisch.[4]

1866 wurde das Herzogtum Nassau von Preußen annektiert. Die Gemeinde Bladernheim wurde 1867 Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau und gehörte zum neu gebildeten Unterwesterwaldkreis. 1946 wurde die Gemeinde Bladernheim Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Eingemeindung

Im Rahmen der Mitte der 1960er Jahre begonnenen rheinland-pfälzischen Kommunalreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Bladernheim zum 22. April 1972 mit 135 Einwohnern in die Stadt Montabaur eingemeindet.[5]

Kirche

Bladernheim gehörte immer zur Pfarrei Humbach/Montabaur im Erzbistum Trier, die 1827 dem seinerzeit neu errichteten Bistum Limburg zugeordnet wurde. Im Jahre 1889 wurde in Bladernheim die Antoniuskapelle errichtet, die heute Filialkirche der Montabaurer Pfarrei St. Peter in Ketten ist.

Schule

Seit 1817 bildete Bladernheim zusammen mit den Nachbargemeinden Reckenthal und Wirzenborn einen Schulverband. Das gemeinsame Schulgebäude war in Reckenthal. Seit 1972 gehen die Kinder nach Montabaur zur Schule. Bladernheim gehört heute zum Schulbezirk der Joseph-Kehrein-Grundschule.

Ortsbezirk

Der Ortsbezirk Bladernheim ist identisch mit der gleichnamigen Gemarkung, die dem früheren Gemeindegebiet von Bladernheim entspricht. Die Interessen des Ortsbezirks werden durch den gewählten Ortsbeirat, dem drei Mitglieder angehören, und den Ortsvorsteher vertreten. Bei der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 wurde Christoph Krätz zum Ortsvorsteher gewählt.[6][7]

Sehenswürdigkeiten

  • Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Montabaur
  • Die unter Denkmalschutz stehende Antoniuskapelle, ein neugotischer Bruchsteinsaal aus dem Jahr 1889, ist ortsbildprägend. Weiterhin stehen zwei Fachwerkhäuser aus dem 17. oder 18. Jahrhundert sowie ein gusseiserner Laufbrunnen aus dem 19. Jahrhundert unter Denkmalschutz.

Infrastruktur

  • Bladernheim ist über die Landesstraße L 313 mit der Innenstadt von Montabaur und in südlicher Richtung mit dem Montabaurer Stadtteil Ettersdorf verbunden.
  • Bladernheim verfügt über ein Dorfgemeinschaftshaus.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Josef Hörle: Die westerwälder Termineien, der Zehntbezirk der Kirche zu Montabaur, Archiv für Mittelrheinische Kirchengeschichte, 5. Jahrgang 1953, S. 363 ff (Online-Ausgabe bei dilibri )
  2. Melchior Thamm: Verzeichnis der Dörfer und Feuerstätten sowie der Renten und Gülten fremder Herren in der Stadt und im Banne Monthabaur, anno domini 1548, Montabaur: Sauerborn, 1906, S. 30 ff. (Online-Ausgabe bei dilibri )
  3. Melchior Thamm: Die Montabaurer Amtsbeschreibung des kurtrierischen Hofrats Damian Linz aus dem Jahre 1786, Montabaur : Sauerborn, 1909, S. 9 (Online-Ausgabe bei dilibri )
  4. Christian Daniel Vogel: Beschreibung des Herzogthums Nassau, Beyerle, 1843, S. 669 (Online-Ausgabe bei Google Books )
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 , Seite 187 (PDF; 2,1 MB)
  6. Hauptsatzung der Stadt Montabaur (PDF; 121 kB) vom 15. Juli 2004, Stand 15. April 2010
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz – Wahl der Ortsvorsteher

Kategorien: Ehemalige Gemeinde (Westerwaldkreis) | Stadtteil von Montabaur | Ort im Westerwaldkreis

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bladernheim (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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