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Bistum Lüttich


Dieser Artikel behandelt das römisch-katholische Bistum Lüttich im heutigen Belgien. Für das historische Territorium des Heiligen Römischen Reiches siehe Fürstbistum Lüttich. – vgl. Lüttich (Begriffsklärung).
Bistum Lüttich
Basisdaten
Staat Belgien
Kirchenprovinz Mechelen-Brüssel
Metropolitanbistum Erzbistum Mechelen-Brüssel
Diözesanbischof Jean-Pierre Delville
Emeritierter Diözesanbischof Aloys Jousten
Generalvikar Alphonse Borras
Bischofsvikar Jean Pohlen
Fläche 3.862 km²
Dekanate 26 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Pfarreien 525 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Einwohner 1.044.000 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Katholiken 714.000 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Anteil 68,4 %
Diözesanpriester 292 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Ordenspriester 101 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Ständige Diakone 70 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Katholiken je Priester 1.817
Ordensbrüder 141 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Ordensschwestern 443 (31. Dezember 2011 / AP 2013)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Französisch, in den Ostkantonen (teilweise): Deutsch
Kathedrale Saint-Paul
Website liege.diocese.be

Das in Belgien gelegene Bistum Lüttich (lat.: Dioecesis Leodiensis, franz.: Diocèse de Liège) umfasst 3.862 km² und ca. 1.044.000 Einwohner (Stand 31. Dez. 2011). Seit 1967 stimmen die Grenzen der Provinz Lüttich mit denen des Bistums überein. Das Bistum umfasst 26 Dekanate und 529 Pfarrgemeinden. 70,02 % der Einwohner der Provinz Lüttich sind katholisch. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt im Großraum Lüttich.

Geschichte

Das Bistum Lüttich wurde im 4. Jahrhundert in der Stadt Tongeren am Ort der heutigen Liebfrauenbasilika von Maternus gestiftet und im 6. Jahrhundert nach Maastricht verlegt. Erst Bischof Hubert nahm 720 seinen Sitz in Lüttich. Mit der Verleihung der Grafschaft Huy an Bischof Notger (972–1008) wurde die Grundlage zum Aufstieg der Bischöfe zu Reichsfürsten gelegt. Die Diözese war bis 1559 Suffragan von Köln.

Im 14. Jahrhundert bildete sich das Territorium Fürstbistum Lüttich mit einer weltlichen Hoheit aus. Das Bistum stand als Reichsfürstentum stets im Spannungsfeld zwischen den Herzögen von Burgund, dem Königreich Frankreich und Territorien des römisch-deutschen Reiches. Das Fürstbistum (Hochstift) Lüttich gehörte ab 1500 zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.

1559 wurde das Bistum Lüttich aufgrund einer Reorganisation der Diözesen in den damaligen „habsburgischen Niederlanden“ (umfasst die heutigen Niederlande, Belgien ohne das Fürstbistum, Luxemburg und kleinere Teile Nordfrankreichs) auf Betreiben von Philipp II. dem neu gegründeten Erzbistum Mechelen unterstellt. Gleichzeitig wurde sein Diözesangebiet verkleinert zugunsten des neu gegründeten Bistums Namur, das Hochstift aber nicht in den umliegenden Burgundischen Reichskreis überführt.

1794 wurde das Bistum von Frankreich besetzt und im Frieden von Lunéville förmlich an Frankreich abgetreten und dem Département Ourthe zugeschlagen. Durch den Beschluss des Wiener Kongresses aber und durch einen besonderen Vertrag vom 23. März 1815 wurde es dem König der Niederlande überlassen und bildete seitdem eine Provinz der Vereinigten Niederlande, doch mit veränderten Grenzen, indem einige Teile des ehemaligen Fürstbistums zu den Provinzen Hennegau, Limburg und Namur gezogen, andere dagegen von Limburg, Luxemburg und Namur zu Lüttich geschlagen wurden. Bei der Revolution von 1830 ergriffen die Bewohner der Stadt und Provinz Lüttich lebhaft die Partei der Belgier, und Lüttich gehört seit der Bildung des Königreichs Belgien diesem an. Die Bistumsgrenzen wurden 1840 neu umschrieben.

1925 wurde das erst 1920 gegründete Bistum Eupen-Malmedy dem Bistum Lüttich einverleibt. 1967 kam es zur Neugründung der Diözese Hasselt durch Ausgliederung aus dem Bistum Lüttich.

Die zum Bistum Lüttich gehörenden deutschsprachigen Gebiete der Ostkantone feiern die Gottesdienste in deutscher Liturgiesprache. Daher ist das Bistum Lüttich auch Mitherausgeber des deutschen katholischen Gebet- und Gesangbuches Gotteslob.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bistum Lüttich  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 7. Auflage. München 2007, ISBN 978-3-406-54986-1, S. 399.
  • Jean-Louis Kupper: Lüttich. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 6, Artemis & Winkler, München/Zürich 1993, ISBN 3-7608-8906-9, Sp. 25–27.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bistum Lüttich (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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