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Bischöflich Münstersches Offizialat


Das Bischöflich Münstersche Offizialat ist eine regionale Kirchenbehörde des römisch-katholischen Bistums Münster mit Sitz in Vechta. Die 1831 gegründete Kirchenbehörde nimmt weitreichende kirchliche Aufgaben in diesem Gebiet der Diözese Münster wahr. Seine Zuständigkeit umfasst die niedersächsischen Teile des Bistums Münster – mit geringen Abweichungen die Landkreise Vechta, Cloppenburg, Oldenburg, Ammerland, Wesermarsch und Friesland sowie die Städte Oldenburg, Delmenhorst und Wilhelmshaven.

Bedeutung

Das Oldenburger Münsterland war früher zusammen mit dem größten Teil des Emslandes der nördliche Teil (Niederstift) des Fürstbistums Münster. Dadurch konnte die Reformation in diesen Landstrichen nicht dauerhaft Fuß fassen, und die Bevölkerung ist bis heute mit deutlicher Mehrheit katholisch.

An der Spitze des Offizialats steht der Offizial, der gleichzeitig Weihbischof im Bistum Münster ist.

Die Bischöfliche Amtsgewalt beinhaltet die Zuständigkeit in Fragen der kirchlichen Lehre, die Weihegewalt und die kirchliche Gerichtsbarkeit. Darüber hinaus ist jeder Bischof in seiner Diözese oberster Verantwortlicher und Dienstvorgesetzter aller hauptamtlichen Mitarbeiter/innen in der Seelsorge und der kirchlichen Verwaltung. Er kann Verordnungen oder Erlasse herausgeben, die das seelsorgerliche Leben und das dienstliche Zusammenleben in seiner Diözese regeln. Er kann Personen in Ämter berufen oder abberufen, muss alle Ernennungen und Dienstvereinbarungen bestätigen, bestimmt zusammen mit den zuständigen Laiengremien die pastorale Linie und die „allgemeine Politik“ seines Bistums. Viele dieser Aufgaben kann er delegieren. Und natürlich gibt es rechtliche Rahmenbedingungen, wie z.B. das Kirchenrecht, das kirchliche Arbeitsrecht, Verträge zwischen der Amtskirche und den jeweiligen Bundesländern (= Konkordate) und allgemeine Gesetze.

Auf Wunsch des Oldenburger Herzogs bekam der Offizial 1831 gegenüber dem Bischof in Münster eine weit reichende Autonomie verliehen, die ihn hinsichtlich seiner Amtsbefugnisse nahezu einem Diözesanbischof gleichstellte. Dieses kirchenpolitische Konstrukt des „Bischöflich Münsterschen Offizialats“ in Vechta ist weltweit einmalig und daher immer wieder interessantes Besuchsziel und Forschungsobjekt für Kirchenrechtler aus aller Welt.

In der deutschen Bistumslandschaft ebenfalls selten, wenngleich nicht einmalig, ist die Verteilung des Bistums auf zwei Bundesländer. Der größte Teil liegt in Nordrhein-Westfalen, der kleinere Teil in Niedersachsen. Der Offizialatsbezirk Oldenburg ist kirchenrechtlich nach Münster orientiert und gehört zur Kirchenprovinz Köln, konkordatsmäßig aber – das betrifft z.B. Themen wie Schule und Bildung, Bauwesen, Gesundheit und Soziales, Finanzen und Steuerrecht – gilt niedersächsisches Recht. Das Offizialat in Vechta kooperiert deshalb in vielen Fragen eng mit den niedersächsischen Bistümern Hildesheim und Osnabrück und auch dem Erzbistum Hamburg.

Die Mitarbeiter des Bischöflich Münsterschen Offizialats begleiten die katholischen Verbände und vierzig Pfarreien zwischen Wangerooge und Damme in vielen Fachfragen, beaufsichtigen über sechzig kirchliche Stiftungen und unterstützen die kirchlichen Einrichtungen verwaltungstechnisch. Acht Dekanate, eine Nord-Südausdehnung von 140 Kilometern, eine Ost-Westausdehnung von 75 Kilometern, 5440 Quadratkilometer Gesamtfläche – das sind die Zahlen für den kirchlichen Bereich, der vom Bischöflich Münsterschen Offizialat aus unterstützt, organisiert und verwaltet wird.

Soziale Einrichtungen

Dem Offizialat ist über die Kirchengemeinden hinaus ein dichtes Netz pädagogischer und sozial-karitativer Einrichtungen angeschlossen, darunter 114 kirchliche Kindergärten beziehungsweise Kindertagesstätten und neun kirchliche Oberschulen und Gymnasien in Vechta, Cloppenburg, Oldenburg und Wilhelmshaven. Über 12.000 Bedienstete arbeiten im Offizialatsbezirk in Einrichtungen der Kirche und Caritas – beispielsweise in Kirchengemeinden, Schulen, Beratungsstellen, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und in der Flüchtlingshilfe.

Katholische Kirche in der Region

Die Katholische Kirche ist in der Region traditionell sehr verwurzelt. Die Institution Kirche mit der Kirchenbehörde Offizialat, den Kirchengemeinden und den zahlreichen Einrichtungen ist einer der größten Arbeitgeber im Oldenburger Land.

Liste der Offiziale

Offiziale waren:

Gliederung

Der Offizialatsbezirk Oldenburg (die geografische Bezeichnung des vom Bischöflich Münsterischen Offizialat verwalteten Gebiets) umfasst 8 Dekanate:

Insgesamt zählt der Oldenburger Offizialatsbezirk 40 Pfarreien. Die Katholikenzahl liegt bei 265.000 Gläubigen. Sitz des Bischofs, der in seiner Funktion Weihbischof des Bistums Münster ist, ist die Propsteikirche St. Georg. Die nördlichste Gemeinde ist die St.-Willehad-Gemeinde auf der ostfriesischen Insel Wangerooge (Dekanat Wilhelmshaven), die südlichste St. Viktor in Damme (Dekanat Damme).

Im Offizialatsbezirk gibt es neben den Kirchenausschüssen und Pfarreiräten drei zentrale Gremien:

  • Der Kirchensteuerrat unter Vorsitz des Bischöflichen Offizials entscheidet über den Haushalt des Offizialats – 2015 beläuft er sich auf 82,8 Millionen Euro.[1]
  • Der Pastoralrat ist das höchste Beratungsgremium des Weihbischofs in pastoralen Fragen.
  • Das Komitee katholischer Verbände repräsentiert 25 Verbände mit über 45.000 Mitgliedern.

Kirchen

Siehe: Kirchengebäude im Offizialatsbezirk Oldenburg

Literatur

  • Willi Baumann, Peter Sieve: Der katholische Klerus im Oldenburger Land. Dialogverlag, Münster 2006, ISBN 3-937961-32-1.
  • Helmut Hinxlage: Die Geschichte des Bischöflich Münsterschen Offizialates in Vechta. Vechta 1991, ISBN 3-88441-043-1.
  • Heinz-Joachim Schulze: Die Begründung des Bischöflich-Münsterschen Offizialats in Vechta. In: Oldenburger Jahrbuch. Bd. 62 (1963), Teil 1, Seite 71—121 (online )
  • Max Georg von Twickel: Die katholische Kirchenordnung in Oldenburg nach 1803. Entstehung und Entwicklung regionaler Eigenständigkeit im Verbund mit dem Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2015, ISBN 978-3-402-13055-1.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Offizialat legt Haushaltzahlen für 2015 vor , abgerufen am 22. Oktober 2015

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bischöflich Münstersches Offizialat (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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