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Bilstein (Kaufunger Wald)


Bilstein

Blick aus Richtung Südosten vom Heiligenberg
(am Hohen Meißner) zum Bilstein

Höhe 641,2 m ü. NHN [1]
Lage bei Großalmerode; Werra-Meißner-Kreis, Hessen (Deutschland)
Gebirge Kaufunger Wald
 
Besonderheiten Bilsteinturm (AT)

Der Bilstein (auch Bielstein genannt) ist mit 641,2 m ü. NHN [1] nach dem Hirschberg der zweithöchste Berg im Kaufunger Wald. Er liegt im Gutsbezirk Kaufunger Wald im hessischen Werra-Meißner-Kreis.

Auf der als Naturdenkmal ausgewiesenen Basaltkuppe des Bilsteins steht der Aussichtsturm Bilsteinturm mit angegliederter, kleiner Gastronomie (Bilsteinhütte). Sie sind beliebtes Ausflugs- bzw. Wanderziel.

Name

Der Name Bilstein ist auf das althochdeutsche Wort bilu zurückzuführen, das „aufspringen“ oder „hervorspringen“ bedeutet. Der Literaturhistoriker August Friedrich Christian Vilmar beschreibt den Bilstein in seinem Idiotikon als einen hervorspringenden, steil aufsteigenden Stein. Eine andere Auslegung besagt, dass der Name auf scharf und steil aufragende Felsnasen zurückzuführen ist und die Höhenlage nicht für die Benennung ursächlich ist.

Geographie

Lage

Der Bilstein erhebt sich im nordhessischen Naturpark Meißner-Kaufunger Wald. Sein Gipfel liegt zwischen Kleinalmerode (5 km) im Norden, Roßbach (3,75 km) im Nordnordosten (westliche Stadtteile von Witzenhausen) und der Kernstadt von Großalmerode (3 km) im Süden (Entfernungen jeweils Luftlinie).

Nordwestlicher Nachbarberg des Bilsteins ist der Mühlenstein (607,2 m ), mit dem er über einen stellenweise über 600 m hohen Bergkamm verbunden ist. Südsüdwestlicher Nachbar ist der Steinberg (ca. 585 m ). Jenseits davon befindet sich die höchste Erhebung des Kaufunger Waldes, der mischbewaldete Hirschberg (643,4 m ), südöstlich der Langenberg (565 m ) und östlich die Große Kappe (572,5 m ).

Naturräumliche Zuordnung

Der Bilstein gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Osthessisches Bergland (Nr. 35) und in der Haupteinheit Fulda-Werra-Bergland (357) zu den Naturräumen Hinterer Kaufunger Wald (357.72) im Norden und Kaufunger Wald-Hochfläche (Vorderer Kaufunger Wald) (357.71) im Süden; die Grenze beider zur Untereinheit Kaufunger Wald und Söhre (357.7) gehörenden Naturräume verläuft über den Gipfel.[2]

Geologie

Der Bilstein ist ein Basaltdurchbruch im geschlossenen Buntsandsteingebirge des Kaufunger Waldes. Er entstand aufgrund vulkanischer Tätigkeit vor rund zwei Millionen Jahren. Aus tiefreichenden Erdspalten stieg Magma auf und blieb unterhalb der Erdoberfläche stecken. Das Magma erstarrte zu Basalt, das anschließend durch Witterungseinflüsse wie Regen, Wind und Frost freigelegt wurde. Der untere Teil der Kuppe besteht aus basaltischen Diluvium und verkürztem Tertiär.

Geschichte

Der Bilstein lag im unbewohnten Grenzgebiet zwischen den germanischen Stämmen der Hermunduren, Chatten und Cherusker. Karl der Große erklärte den Kaufunger Wald mit dem Bilstein zum Königsforst (Bannforst). Die foresta buchonia wurde 1019 von Kaiser Heinrich II. dem Kloster Kaufungen übereignet.

Bilsteinturm

Auf dem Gipfel des Bilsteins wurde 1869 ein hölzerner Aussichtsturm und 1890 von der Forstverwaltung eine Schutzhütte errichtet, die später zu einer Wirtschaftshalle erweitert wurde.

Der hölzerne Turm wurde auf Anregung von Amtsrichter Bernhard Martin durch den Zweigverein Großalmerode des Niederhessischen Touristenvereins von 1890 bis 1891 durch einen massiven Neubau aus Stein ersetzt und am 5. Juli 1891 eingeweiht. Am 6. August 1907 besuchte Königin Auguste Victoria den Bilsteinturm. 1911 wurde der Bilstein unter Naturschutz gestellt. 1960 wurde der Turm mit einem 7 m hohen Stahlaufbau auf 20 m Turmhöhe im Stil der 1950er-Jahre aufgestockt.

Von der Aussichtsplattform des Bilsteinsturms bietet sich ein von wenigen Baumkronen unterbrochenes Rundumpanorama. Bei klarem Wetter sieht man im Nordosten den Brocken im Harz und im Norden Göttingen. Der Blick nach Nordwesten zum Reinhardswald und ins Weserbergland ist teilweise durch Baumkronen versperrt. In westlicher Richtung reicht der Blick bis zum Eggegebirge, zum Desenberg bei Warburg, zum Habichtswälder Bergland mit dem Herkules bei Kassel und sogar bis zum Rothaargebirge. Im Südwesten sieht man den Kellerwald und im Süden den Alheimer bei Rotenburg an der Fulda. Nach Südosten ist der Blick in die Rhön durch Bäume verstellt, wohingegen der nahe Hohe Meißner im Ostsüdosten markant ins Auge fällt.

Verkehrsanbindung und Wandern

Zu erreichen ist der Bilstein, zu dem keine Straßen führen, nur auf Waldwegen und -pfaden. Von Nordwesten gelangt man während einer am Umschwang beginnenden Wanderung auf dem Frau-Holle-Pfad dorthin. Der Berg kann auch von Süden über die zwischen Großalmerode und Helsa-Wickenrode von der Bundesstraße 451 beim Gut Giesenhagen abzweigende „Kohlenstraße“ aufgesucht werden. Vom Wanderparkplatz an deren Ende ist es ein etwa 30-minütiger Spaziergang, der über den nahen Steinberg und vorbei an den dortigen „Steinbergseen“ mit naher Quelle der Nieste bis zum Bilsteinturm führt. Die 2,6 km lange Strecke ist ausgeschildert. Auch der Premiumwanderweg P14 Bilstein[3], der durch den Kaufunger Wald führt und 10,5 km lang ist, führt vom Parkplatz Bilstein auf ähnlicher Strecke zum Bilstein.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Hans-Jürgen Klink: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 112 Kassel. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1969. → Online-Karte (PDF; 6,9 MB)
  3. Premiumwanderweg P14 Bilstein , auf naturpark-mkw.de

Literatur

  • Eduard Brauns: Wander- und Reiseführer durch Kurhessen und Waldeck. A. Bernecker Verlag, Melsungen, 1971, S. 397.
  • Hermann Nobel: Rätselraten um historische Steine am Bilsteintum. In: Mitteilungsblatt der Stadt Großalmerode, Nr. 48, 1994, S. 3.

Weblinks


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