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Bildungs-Controlling


Unter Bildungs-Controlling versteht man die regelmäßige Steuerung, Kontrolle und Planung von Bildungsmaßnahmen bzw. der Qualität von öffentlichen und privaten Bildungsanbietern. Bildungs-Controlling (auch: Bildungscontrolling) ist eine Aufgabe des Bildungsmanagements.

Begriff des Bildungscontrollings

Bildungscontrolling ist aus grammatikalischer Sicht ein Kompositum: Der Wortstamm Controlling entspricht dem nachfolgenden Grundwort, das grammatikalisch übergeordnet ist; der Wortstamm Bildung entspricht dem vorangesetzten Bestimmungswort, das grammatikalisch untergeordnet, in der Bedeutung aber determinierend ist. Bildungscontrolling ist somit ein auf Bildung bezogenes Controlling. Es bezeichnet im weitesten Sinne die Versorgung von Trägern bildungsbezogener Entscheidungen mit für sie diesbezüglich relevanten Informationen.[1]

Bedeutung des Bildungscontrollings

Der Begriff Bildungscontrolling wird heute in verschiedenen Bereichen praktisch angewendet. So werden beispielsweise Weiterbildungsmaßnahmen unter dem Stichwort Bildungscontrolling angeboten und in Stellenannoncen gezielt Kenntnisse zum Bildungscontrolling nachgefragt.

Aber auch in der Wissenschaft findet der Begriff Bildungscontrolling mittlerweile Beachtung: Er wird in wissenschaftlichen Veröffentlichungen regelmäßig verwendet und auch in vielen Nachschlagewerken bereits als separates Stichwort ausgewiesen. Es wurden steigende Forschungsaktivitäten nachgewiesen und so gezeigt, dass Bildungscontrolling ein relevantes aktuelles Forschungsthema darstellt. [2]

Anwendungsbereiche des Bildungscontrollings

Bildungscontrolling kann prinzipiell überall dort angewendet werden, wo bildungsbezogene Entscheidungen getroffen werden, zum Beispiel in Schulen und Hochschulen, aber auch bei sonstigen Bildungsanbietern wie etwa Volkshochschulen. Schwerpunktmäßig wird der Begriff aber momentan im Bereich der betrieblichen Bildung verwendet. [3]

Kritik am Begriff des betrieblichen Bildungscontrollings

Im betrieblichen Kontext wird Bildungscontrolling durchweg auf die Qualifizierung der Mitarbeiter im Sinne einer zweckbezogenen unternehmerischen Aufgabe bezogen. Da andere Bereiche des pädagogischen Bildungsbegriffes weitestgehend ausgeklammert werden, wurde angeregt, in diesem Zusammenhang anstatt von Bildungs- zukünftig von Qualifizierungscontrolling zu sprechen. [4]

Aufgaben und Methoden

Um Missbrauch zu verhindern und den Verbraucher vor Schwarzen Schafen unter den Bildungsanbietern zu schützen sollen deren Angebote auf ihre Qualität befragt werden. Dies geschieht u.U. schon mit einer Zufriedenheitsanalyse am Ende einer Lerneinheit (eines Seminars), kann sich auf die Auswirkungen erfolgreicher Weiterbildungsmaßnahmen konzentrieren, sollte jedoch immer auch auf die Qualität der Referenten und auf die Rahmenbedingungen des Bildungsprozesses achten, wobei eine sinnvolle Analyse auch längerfristige, prozessverändernde Auswirkungen von Bildung am Arbeitsplatz einbezieht.

Die selbstauferlegte Überprüfung von Bildungsvorgängen durch Zertifizierung (CERTQUA) ist ein Schritt auf diesem Weg. Weniger fremdbestimmt ist der Weg des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) oder Total-Quality-Management, bei dem die an einem Bildungsprozess Beteiligten in die Bewertung einbezogen werden und letztlich befähigt werden müssen, ihre eigenen Kriterien und ihr Lehrverhalten durch stete pädagogische Reflexion weiter zu entwickeln.

Eine Zertifizierung von Bildungskonzepten kann jedoch immer nur den Rahmen erfassen, die Planung des Bildungsprozesses, nicht aber die Qualität seiner Durchführung garantieren. Dieses Vorgehen unterliegt immer dem Vorwurf, fremdbestimmend zu sein, leitet es sich doch nicht aus dem Bildungsprozess selbst her; es kann mithin der Komplexität eines Bildungsprozesses nur bedingt gerecht werden, wenn sie Bildung in Analogie zu technischen Prozessen misst.

Eine Evaluation durch die Teilnehmer selbst lässt ebenso wenig direkt auf Qualität zurück schließen. Ob der Lernende der Lernzumutung gerecht geworden ist, lässt sich (bedingt) durch Prüfungen erheben; dort jedoch können wiederum nur – das Bildungsanliegen einengend – einzelne Fakten und Denkmuster erfasst werden.

Kritisch anzumerken ist, dass die Frage nach einer Bildungsevaluation besonders in Zeiten knapp werdender Mittel aufgeworfen wird; auch dies ein Hinweis darauf, dass Controlling im Bildungswesen meist bildungsfremd motiviert und somit u.U. kontraproduktiv ist. Bildung ist nicht im selben Maß zertifizierbar wie die Produktion eines technischen Geräts. Die Kriterien für die Qualität eines Lehr-Lern-Vorgangs werden im Bewusstsein der Teilnehmer erstellt, die Veränderung dieses Bewusstseins ist mit ein Ziel des zu beurteilenden Bildungsprozesses, folglich kann die Qualität desselben nur schwer objektiv dargestellt werden.

Bildungs-Controlling in verschiedenen Ländern

Deutschland

In Deutschland erheben die Kultusministerien der Bundesländern Daten zur Effizienz ihrer Bildungsinitiativen, stellen Sie Bildungsforschern aber nicht zur Verfügung.[5]

Vereinigte Staaten

Im Schulsystem der Vereinigten Staaten, wo an die Stelle der Didaktik das Instruktionsdesign, d. h. die systematische Planung, Entwicklung und Evaluation von Lernumgebungen und –materialien tritt, ist Bildungs-Controlling in sehr viel größerem Umfang üblich als etwa in Deutschland. So führen die amerikanischen Bundesstaaten regelmäßig Vollerhebungen (State Tests) zur Kompetenz der Schüler aller Klassenstufen z. B. in den Bereichen Mathematik und Lesen durch.

Privatschulen, die in den USA einen weitaus größeren Anteil der Kinder beschulen als in Europa, unterziehen sich oft freiwillig einer umfassenden Qualitätsprüfung, wenn sie dadurch die Anerkennung durch eine angesehene Akkreditierungs-Organisation wie z. B. die Middle States Association of Colleges and Schools oder die Western Association of Schools and Colleges zu erhalten hoffen.

Fußnoten

  1. Fritz, Tina: Die monetäre Bewertung von Bildungsmaßnahmen als Teilaspekt des betrieblichen Bildungscontrollings. Darstellung, kritische Beurteilung und Weiterentwicklung des gegenwärtigen Forschungsstandes. Kovac, Hamburg, 2012. S. 9-13.
  2. Fritz, Tina: Die monetäre Bewertung von Bildungsmaßnahmen als Teilaspekt des betrieblichen Bildungscontrollings. Darstellung, kritische Beurteilung und Weiterentwicklung des gegenwärtigen Forschungsstandes. Kovac, Hamburg, 2012. S. 18-27.
  3. Fritz, Tina: Die monetäre Bewertung von Bildungsmaßnahmen als Teilaspekt des betrieblichen Bildungscontrollings. Darstellung, kritische Beurteilung und Weiterentwicklung des gegenwärtigen Forschungsstandes. Kovac, Hamburg, 2012. S. 12-18.
  4. Fritz, Tina: Die monetäre Bewertung von Bildungsmaßnahmen als Teilaspekt des betrieblichen Bildungscontrollings. Darstellung, kritische Beurteilung und Weiterentwicklung des gegenwärtigen Forschungsstandes. Kovac, Hamburg, 2012. S. 33-34.
  5. Manuel J. Hartung: Aufschrei der Forscher. Wie die Kultusministerien die Wissenschaft behindern. In: Die Zeit. 28. April 2016, abgerufen am 29. Mai 2016.

Kategorien: Leistung (Pädagogik) | Bildungsmanagement

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