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Landkreis Aschaffenburg

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Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Verwaltungssitz: Aschaffenburg
Fläche: 699,34 km²
Einwohner: 173.695 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 248 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Kreisschlüssel: 09 6 71
Kreisgliederung: 32 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Bayernstraße 18
63739 Aschaffenburg
Webpräsenz: www.landkreis-aschaffenburg.de
Landrat: Ulrich Reuter (CSU)
}

Der Landkreis Aschaffenburg liegt im äußersten Nordwesten des bayerischen Regierungsbezirks Unterfranken. Er ist der bevölkerungsreichste Landkreis in Unterfranken und nach Ansbach der bevölkerungsreichste in Franken.

Geographie

Lage

Das Kreisgebiet umfasst im Westen die Mainniederung, im Norden den Kahlgrund und reicht im Osten bis in die Höhenlagen des Spessarts. Im Rohrbrunner Forst hat der Landkreis Anteil am Geiersberg (586 m ü. NN ), dem höchsten Spessartgipfel. Über 200 km² des Kreisgebietes sind gemeindefreie Forstgebiete. Der Main bildet teilweise die Grenze zu Hessen. Zwei Gemeinden im Südwesten liegen links und westlich des Mains, Stockstadt und Großostheim. Hier hat der Landkreis einen kleinen Anteil am nordöstlichen Rand des Odenwaldes. In der Gemarkung Wenigumstadt erreicht der Odenwald eine Höhe von 280 Meter. An der Einmündung der Kahl in den Main liegt auf einer Höhe von etwa 102 Meter der niedrigste Punkt des Landkreises und des gesamten Freistaats. Südlich davon befindet sich im Karlsteiner Ortsteil Großwelzheim der westlichste Punkt von Bayern.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Darmstadt-Dieburg, Offenbach und Main-Kinzig-Kreis (alle in Hessen), an die Landkreise Main-Spessart und Miltenberg sowie an die kreisfreie Stadt Aschaffenburg (alle in Bayern).

Geschichte

Herrschaftsgericht und Landgerichte

Das Gebiet des heutigen Landkreises Aschaffenburg gehörte vor 1800 überwiegend zum Erzstift Mainz, erst 1814 bzw. 1816 kam es an Bayern. Mit Verfügung vom 1. Oktober 1814 wurden die Landgerichte zweiter Klasse Aschaffenburg, Kaltenberg und Rothenbuch sowie das Herrschaftsgericht erster Klasse des Grafen von Schönborn zu Krombach errichtet. 1815 wurde Aschaffenburg eine kreisunmittelbare Stadt. Mit Verfügung vom 1. November 1816 entstand das Landgericht Alzenau, nachdem dieses vormals hessische Amt an Bayern gekommen war. Nach den Entschließungen vom 30. Juni 1828 sowie vom 8. und 14. Januar 1829 wurde das Landgericht Kaltenberg aufgelöst und sein Gebiet auf die Landgerichte Aschaffenburg und Alzenau und das Herrschaftsgericht Krombach aufgeteilt. Alle Gerichtsbezirke gehörten zum Untermainkreis bzw. ab 1838 zum Regierungsbezirk Unterfranken und Aschaffenburg. Am 4. Juni 1848 wurde das Herrschaftsgericht Krombach aufgehoben. 1858 das Landgericht Schöllkrippen gebildet.

Bezirksämter

Das Bezirksamt Aschaffenburg wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Aschaffenburg und Rothenbuch neu gebildet.[2] Ebenso wurden die Landgerichte Alzenau und Schöllkrippen zum Bezirksamt Alzenau in Unterfranken zusammengefasst.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter trat das Bezirksamt Aschaffenburg am 1. Januar 1880 die Gemeinden Habichsthal, Krommenthal, Neuhütten, Rothenbuch und Wiesthal an das Bezirksamt Lohr am Main ab.

Im Jahr 1901 wurde die Stadt Aschaffenburg zu Lasten des Bezirksamtes vergrößert: am 1. März um die Gemeinde Leider und am 1. Juli um die Gemeinde Damm.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[3] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Alzenau i.UFr. und Aschaffenburg.

Am 1. April 1939 kam die Gemeinde Schweinheim zu Aschaffenburg.

Landkreis Aschaffenburg

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 die beiden Landkreise Aschaffenburg und Alzenau in Unterfranken sowie die Gemeinde Rothenbuch aus dem ehemaligen Landkreis Lohr am Main und die Gemeinden Pflaumheim und Wenigumstadt aus dem ebenfalls aufgelösten Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Aschaffenburg vereinigt. Aschaffenburg blieb eine kreisfreie Stadt und wurde Sitz des neuen Landkreises.

Am 1. April 1975 trat der Landkreis die Gemeinde Gailbach an die kreisfreie Stadt Aschaffenburg ab. am 1. Mai 1978 folgte noch Obernau.

Am 1. Juli 1976 trat der Landkreis Main-Spessart die Gemeinde Wiesen an den Landkreis Aschaffenburg ab.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2008 wuchs der Landkreis Aschaffenburg um knapp 19.000 Einwohner bzw. um rund 12 %. Seit 2005 ist die Tendenz nach einem Höchststand von rd. 175.500 Einwohnern rückläufig.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2008 2012
Einwohner 46.113 52.069 79.835 102.706 116.777 140.733 152.367 170.565 173.915 174.974 173.707 172.575

Politik

Landräte

Seit 1945 stellte die CSU ununterbrochen den Landrat.

  • 1945–1947: Hanns Seidel (CSU)
  • 1947–1952: Alfons Goppel (CSU)
  • 1952–30. Juni 1972: Josef Kerpes (CSU)
  • 1. Juli 1972–30. April 2002: Roland Eller (CSU)
  • seit 1. Mai 2002: Ulrich Reuter (CSU)

Kreistag

Kreistagswahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
47,52 %
21,58 %
12,94 %
11,38 %
3,43 %
3,14 %
CSU SPD FW FDP GRÜNE Neue Mitte REP Gesamt
2014 34 15 9 2 8 2 0 70
CSU SPD FW FDP GRÜNE Neue Mitte REP Gesamt
2008 35 16 8 4 (3)* 5 (6)* 1 1 70
CSU SPD FW FDP GRÜNE Neue Mitte REP Gesamt
2002 37 17 8 2 4 1 1 70

* Constanze Roth, ehemalige Sprecherin der Grünen Jugend Bayern, trat kurz nach der Wahl bei der Grünen Jugend aus und wechselte zu den Jungen Liberalen. Sie nahm ihr Mandat in die FDP-Fraktion mit.[4] Die Fraktionsstärke bei den GRÜNEN änderte sich dadurch von 6 auf 5, während sie bei der FDP von 3 auf 4 anwuchs.

Wappen

Blasonierung: „Unter silbernem Schildhaupt, darin zwei grüne Eichenblätter mit einer grünen Eichel, gespalten von Rot und Blau; vorne ein sechsspeichiges silbernes Rad, hinten ein mit drei blauen Ringen belegter silberner Schräglinksbalken.“

Das Wappen wurde zunächst 1967 und erneut am 14. November 1974 verliehen.

Das Mainzer Rad steht für das Erzbistum Kurmainz, zu dem das Aschaffenburger Land seit dem Mittelalter gehört hatte. Die Ringe waren das Symbol der Herren Echter, die u.a. das Schloss Mespelbrunn bauten. Der Eichenzweig versinnbildlicht den waldreichen Spessart, an dem der Kreis Anteil hat.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Schienenverkehr

Die Bayerischen Staatseisenbahnen führten schon 1854 von Würzburg her ihre Strecke über den Spessart nach Aschaffenburg und schlossen sie mainabwärts bei Kahl an die Hessische Ludwigsbahn (HLB) an, die weiter in Richtung Hanau–Frankfurt führte. 1858 nahm die HLB auch den Betrieb von Aschaffenburg zur Hessischen Residenzstadt Darmstadt auf.

Die Bayerischen Staatseisenbahnen eröffneten von Aschaffenburg aus noch Nebenbahnen:

1876 über Obernburg-Elsenfeld nach Miltenberg. Am 10. Januar 1910 wurde vom Bahnhof Obernburg-Elsenfeld eine Bahnstrecke Obernburg-Elsenfeld–Heimbuchenthal in den Spessart eröffnet, die ab dem Bahnhof Wintersbach bis zum Endbahnhof Heimbuchenthal ca. 3 km im Bereich des Kreisgebietes verlief. Ab 1911/12 ging eine Strecke nach Höchst im Odenwald in Betrieb.

Eine besondere Bedeutung für den Altkreis Alzenau besitzt die 1898 erbaute Strecke Kahl–Schöllkrippen der damaligen Kahlgrund-Eisenbahn AG, die heute von der Hessischen Landesbahn betrieben wird. Alle Triebwagen fahren seit 1997/98 bis zum Hauptbahnhof Hanau durch und schließen dort an die S-Bahn Rhein-Main an.

Von den 95 km des Gesamtnetzes sind im Kreisgebiet für den Personenverkehr 18 km stillgelegt worden:

1968: Obernburg=Elsenfeld – Heimbuchenthal (16,8 km) 3 km; 1974: Aschaffenburg Süd – Höchst/Odenwald 15 km.

Wirtschaft

Ansässige Unternehmen

Städte und Gemeinden

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2015 [5])

Stadt

  1. Alzenau (18.839)

Märkte

  1. Goldbach (9929)
  2. Großostheim (16.372)
  3. Hösbach (13.143)
  4. Mömbris (11.576)
  5. Schöllkrippen (4206)
  6. Stockstadt a.Main (7957)

Gemeindefreie Gebiete (204,30 km², unbewohnt)

  1. Forst Hain im Spessart (21,10 km²)
  2. Heinrichsthaler Forst (26,76 km²)
  3. Huckelheimer Wald (6,74 km²)
  4. Rohrbrunner Forst (39,05 km²)
  5. Rothenbucher Forst (34,89 km²)
  6. Sailaufer Forst (14,36 km²)
  7. Schöllkrippener Forst (18,09 km²)
  8. Waldaschaffer Forst (23,12 km²)
  9. Wiesener Forst (20,19 km²)

Gemeinden

  1. Bessenbach (5678)
  2. Blankenbach (1508)
  3. Dammbach (1883)
  4. Geiselbach (2044)
  5. Glattbach (3295)
  6. Haibach (8498)
  7. Heigenbrücken (2277)
  8. Heimbuchenthal (2204)
  9. Heinrichsthal (835)
  10. Johannesberg (3911)
  11. Kahl a.Main (7555)
  12. Karlstein a.Main (7968)
  13. Kleinkahl (1827)
  14. Kleinostheim (8218)
  15. Krombach (2129)
  16. Laufach (5297)
  17. Mainaschaff (8766)
  18. Mespelbrunn (2237)
  19. Rothenbuch (1764)
  20. Sailauf (3588)
  21. Sommerkahl (1149)
  22. Waldaschaff (4034)
  23. Weibersbrunn (2041)
  24. Westerngrund (1936)
  25. Wiesen (1031)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Heigenbrücken
    mit den Mitgliedsgemeinden Heigenbrücken und Heinrichsthal
  2. Mespelbrunn
    mit den Mitgliedsgemeinden Dammbach, Heimbuchenthal und Mespelbrunn
  3. Schöllkrippen
    mit den Mitgliedsgemeinden Blankenbach, Kleinkahl, Krombach, Schöllkrippen (Markt), Sommerkahl, Westerngrund und Wiesen

Städte und Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform 1971/78

Vor der Gebietsreform hatte der Landkreis Aschaffenburg 32 Gemeinden (siehe Liste unten).[6] (Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben):

frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis
Dörrmorsbach Haibach Landkreis Aschaffenburg
Gailbach Aschaffenburg Aschaffenburg
Glattbach Glattbach Landkreis Aschaffenburg
Goldbach Goldbach Landkreis Aschaffenburg
Großostheim Großostheim Landkreis Aschaffenburg
Grünmorsbach Haibach Landkreis Aschaffenburg
Haibach Haibach Landkreis Aschaffenburg
Hain im Spessart Laufach Landkreis Aschaffenburg
Heigenbrücken Heigenbrücken Landkreis Aschaffenburg
Heimbuchenthal Heimbuchenthal Landkreis Aschaffenburg
Hessenthal Mespelbrunn Landkreis Aschaffenburg
Hösbach Hösbach Landkreis Aschaffenburg
Johannesberg Johannesberg Landkreis Aschaffenburg
Keilberg Bessenbach Landkreis Aschaffenburg
Kleinostheim Kleinostheim Landkreis Aschaffenburg
Krausenbach Dammbach Landkreis Aschaffenburg
Laufach Laufach Landkreis Aschaffenburg
Mainaschaff Mainaschaff Landkreis Aschaffenburg
Mespelbrunn Mespelbrunn Landkreis Aschaffenburg
Oberafferbach Johannesberg Landkreis Aschaffenburg
Oberbessenbach Bessenbach Landkreis Aschaffenburg
Obernau Aschaffenburg Aschaffenburg
Sailauf Sailauf Landkreis Aschaffenburg
Steinbach Johannesberg Landkreis Aschaffenburg
Stockstadt am Main Stockstadt am Main Landkreis Aschaffenburg
Straßbessenbach Bessenbach Landkreis Aschaffenburg
Unterafferbach Goldbach Landkreis Aschaffenburg
Waldaschaff Waldaschaff Landkreis Aschaffenburg
Weibersbrunn Weibersbrunn Landkreis Aschaffenburg
Wenighösbach Hösbach Landkreis Aschaffenburg
Wintersbach Dammbach Landkreis Aschaffenburg
Winzenhohl Hösbach Landkreis Aschaffenburg

Schutzgebiete

Im Landkreis gibt es 13 Naturschutzgebiete, sieben Landschaftsschutzgebiete, 29 Geotope und sechs ausgewiesene FFH-Gebiete. (Stand März 2016)

Siehe auch:

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen AB zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Alzenau Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren KA bis NZ und den Zahlen von 100 bis 999.

Seit dem 11. Juli 2013 ist auch das Unterscheidungszeichen ALZ (Alzenau) erhältlich.

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert, Richard Bauer (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 422.
  3. Wilhelm Volkert, Richard Bauer (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  4. http://www.main-netz.de/nachrichten/region/aschaffenburg/aschaffenburg-land/land/art3986,367063
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  6. http://geschichte-on-demand.de/aschaffenburg.html

Weblinks

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