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Beurteilungspegel


Der Beurteilungspegel ist ein Maß zur Kennzeichnung der auf einen Ort wirkenden Schallimmission. Er dient in erster Linie zur Beurteilung der Schalleinwirkung auf die Bevölkerung am Arbeitsplatz, bei einem Neubau oder der wesentlichen Veränderung von Verkehrswegen. Er soll die Belastung von Lärmbetroffenen bewerten.

Da der Beurteilungspegel meist schon im Voraus bestimmt werden muss, wird er auf der Grundlage umfangreicher Untersuchungen aus dem für eine Quelle ermittelten, standardisierten Mittelungspegel und immissionsorts-abhängigen Korrekturen, wie Entfernung von der Quelle, berechnet. Werden in einer relevanten Situation (beispielsweise Neubau einer Straße) Beurteilungspegel bei den Anliegern ermittelt, die oberhalb von gesetzlich festgelegten Grenzwerten liegen, so sind Maßnahmen zur Reduzierung der Beurteilungspegel einzuleiten (z. B. Schallschutzwände bei Verkehrslärm).

Lärm am Arbeitsplatz

Der Beurteilungspegel entspricht dem arbeitsplatzbezogenen Mittelungspegel während einer Arbeitsschicht von üblicherweise 8 Stunden. Hierbei müssen zusätzlich Spitzenbelastungen (Peaks) berücksichtigt werden.

Nach der in Deutschland gültigen Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung ist ein Beurteilungspegel kleiner 80 dB einzuhalten. Bei höheren Pegeln werden besondere Schutzmaßnahmen zur Geräuschminderung notwendig.

Verkehrslärm

Beim Straßenlärm, Schienenlärm oder Flugverkehrslärm wird die Pegelangabe aufgeteilt in Tagzeiten (06:00 bis 19:00 Uhr), Abendzeiten (19:00 bis 22:00 Uhr) und Nachtzeiten (22:00 bis 06:00 Uhr). Für diese Zeiträume gelten unterschiedliche Grenzwerte, die jeweils wieder immissionsortsabhängig aus dem berechneten Mittelungspegel bestimmt werden.

Die Mittelung erfolgt energetisch, siehe Bel, Beispiel: Wenn die Anwohner in der lautesten Nachtstunde zweimal von einem frisierten Moped geweckt werden, das in den Schlafzimmern jeweils für 5 Sekunden einen Pegel von 60 dB verursacht, und in der übrigen Zeit mit 20 dB relative Ruhe herrscht, so beträgt der Mittelwert rund 35 dB, denn 10 s · 106 + (1 h − 10 s) · 102 = 1 h · 103,459.

Literatur

  • Christin Rothe:Arbeitsschutz von A-Z. 5. Auflage, Rudolf Haufe Verlag GmbH, München 2009, ISBN 978-3-448-10084-6.
  • Michael Ebner, Joachim Knoll:Gehörgefährdung des Publikums bei Veranstaltungen. Kommentar zu DIN 15905-5, 1. Auflage, Beuth Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-410-16722-8.

Weblinks


Kategorien: Stadtsoziologie | Akustik | Arbeitsschutz

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