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Berzona (Valle Onsernone)


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Berzona
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin TI
Bezirk: Bezirk Locarno
Kreis: Kreis Onsernone
Politische Gemeinde: Onsernone
Postleitzahl: 6661
Koordinaten:
Höhe: 815 m ü. M.
Fläche: km²
Einwohner: 48 (31. Dezember 2000)
Einwohnerdichte: 10 Einw. pro km²
Website: www.ti-contact.ch/comuni/isorno/isorno.html

Berzona (Valle Onsernone)

Karte

Berzona ist eine Ortschaft und war bis zum 13. April 2001 eine politische Gemeinde. Dann fusionierte Berzona mit Loco und Auressio zur Gemeinde Isorno. Sie liegt im Kreis Onsernone im Bezirk Locarno des Kantons Tessin in der Schweiz. (Im ebenfalls im Kanton Tessin gelegenen Valle Verzasca gibt es einen weiteren Ort namens Berzona, der zur dortigen Gemeinde Vogorno gehört.)

Geografie

Berzona (Valle Onsernone) liegt in einer von Kastanienwäldern umgebenen Hangmulde an der Strasse nach Vergeletto und Comologno, circa 15 km nordwestlich von Locarno. Berzona selbst besteht aus dem Unterdorf Seghellina und dem autofreien Oberdorf. Ganzjährig wohnen etwa 80 Einwohner in beiden Ortsteilen, die Mehrzahl davon im Unterdorf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkte sich die Auswanderung der einheimischen Bevölkerung. Etliche Immobilien wurden an Auswärtige verkauft, und Berzona wurde zum Aufenthaltsort bekannter Persönlichkeiten aus der Kunst, vor allem aus der Literatur: Der Schweizer Schriftsteller Max Frisch lebte und arbeitete hier, wo er 1964 ein Haus erwarb und es 1965 bezog, bis 1984, als er nach Zürich zurückkehrte, zwischen Reisen und längeren Auslandsaufenthalten immer wieder. Seine Erzählung Der Mensch erscheint im Holozän spielt in Berzona.[1] Dabei unternimmt der 73-jährige Protagonist, Herr Geiser, eine Wanderung vom Valle Onsernone (über Sella) und den Passo della Garina bis ins benachbarte Valle Maggia nach Aurigeno.

Am Friedhof beim Ortseingang, in unmittelbarer Nähe zu seinem einstigen Wohnhaus, wird mit einer Gedenktafel an Max Frisch, Ehrenbürger des Ortes, erinnert.

Bilder

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche San Defendente (1564), der frei stehende Glockenturm wurde 1676 errichtet[2][3]
  • Pfarrhaus (1713)[2][3]
  • Wohnhäuser Broggini (1589), (1688), (1727)[2][3]
  • Im Ortsteil Matro: Oratorium Beata Vergine delle Grazie genannt del Matro (1671)[2][3]
  • Im Ortsteil Seghellina: Oratorium Santa Maria Lauretana (1766)[2][3]

Persönlichkeiten

  • Jan Tschichold (geboren als Johannes Tzschichhold, alias Iwan Tschichold) (* 2. April 1902 in Leipzig; † 11. August 1974 in Locarno), Kalligraf, Typograf, Schriftentwerfer, Plakatgestalter, Autor, Lehrer.
  • Max Frisch (* 15. Mai 1911 in Zürich; † 4. April 1991 Ebenda), Schweizer Schriftsteller und Architekt; er hat Berzona als Refugium wertgeschätzt: Es ist der Ort, den ich am besten kenne, wo ich mich am ehesten zu Hause fühle, der mir am meisten vertraut ist. Auch wenn er nicht so bequem ist.[4][5][6]
  • Auf dem Friedhof sind der deutsche Schriftsteller und zeitkritische Autor der Nachkriegsliteratur Alfred Andersch (* 4. Februar 1914 in München; † 21. Februar 1980 in Berzona) [7][8] und dessen Frau,
  • Gisela Andersch (* 5. November 1913 in Elberfeld; † 13. Oktober 1987 in Berzona), deutsche Malerin, Graphikerin und Kollagekünstlerin[9] begraben
  • Auch der deutsch-schweizerische Historiker und Schriftsteller Golo Mann (* 27. März 1909 in München; † 7. April 1994 in Leverkusen; alias Angelus Gottfried Thomas Mann) lebte hier[10]. Sein ehemaliges Haus, das er sich 1961 als Ferienhaus errichten ließ, liegt oberhalb des Ortes hinter einer Kapelle an einer Waldlichtung
  • Christoph von Schwerin (1933–1996), Graf, Literaturwissenschaftler[11]
  • Kurt Tucholsky (1890–1935), Schriftsteller.

Literatur

  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande, Bellinzona 1967, S. 205.
  • Guglielmo Buetti: Note Storiche Religiose delle Chiese e Parrocchie della Pieve di Locarno, (1902), e della Verzasca, Gambarogno, Valle Maggia e Ascona (1906). 2. Auflage, Pedrazzini Edizioni, Locarno 1969.
  • Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 222, 223, 224.
  • Museo Onsernonese (Hrsg.): Max Frisch Berzona. Limmat Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-85791-693-9.
  • Charles Suter und andere: Max Frisch, Berzona. 4 Bände, Limmat, Zürich 2012[12].
  • Elfi Rüsch: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino. Distretto di Locarno IV: La Verzasca, il Pedemonte, le Centovalli e l’Onsernone. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 123). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte SKG. Bern 2013, ISBN 978-3-03797-084-3, S. 322–336.
  • Vasco Gamboni: Berzona im Historischen Lexikon der Schweiz

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Infoseite des Valle Onsernone
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 224.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Elfi Rüsch: Distretto di Locarno IV. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2013, ISBN 978-3-03797-084-3, S. 322–336.
  4. Zitat Max Frisch: http://www.zeit.de/2011/20/Max-Frisch-Berzona
  5. Max Frisch auf ticinarte.ch
  6. Max Frisch
  7. Alfred Andersch
  8. Alfred Andersch auf ticinarte.ch
  9. Gisela Andersch
  10. Golo Mann auf ticinarte.ch
  11. Christoph von Schwerin
  12. Charles Suter u. a.: Max Frisch, Berzona.
zur Pfarrkirche San Defendente

Kategorien: Autofreier Ort | Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Tessin | Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz | Ort im Kanton Tessin

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Berzona (Valle Onsernone) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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