Bernsdorf (Oberlausitz) - LinkFang.de





Bernsdorf (Oberlausitz)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: BautzenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 152 m ü. NHN
Fläche: 59,65 km²
Einwohner: 6584 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02994
Vorwahl: 035723
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 030
Stadtgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausallee 2
02994 Bernsdorf
Webpräsenz: www.bernsdorf.de
Bürgermeister: Harry Habel (CDU)
}

Bernsdorf (obersorbisch Njedźichow) ist eine sächsische Kleinstadt im Landkreis Bautzen am nördlichen Rand der Oberlausitz.

Geographie

Die Stadt liegt innerhalb ausgedehnter Wälder am äußersten Rande der Oberlausitzer Teichlandschaft etwa 11 km nördlich von Kamenz, 14 km südwestlich von Hoyerswerda und 17 km südlich von Senftenberg an der Bundesstraße 97. Im Norden und Nordosten sind die Spuren des Braunkohletagebaus nicht zu übersehen. Der Ort ist unmittelbar von einer nahezu ebenen großflächigen Heidelandschaft umgeben.

Städtebaulich ist Bernsdorf auch heute noch eher ein schnell gewachsenes Industrie-Dorf, als eine Stadt mit festem, planmäßig angelegtem Stadtkern.

Stadtgliederung

Zu Bernsdorf gehören die Ortsteile Waldhof, Zeißholz (obersorbisch Ćisow), Großgrabe (Hrabowa), Straßgräbchen (Nadrózna Hrabowka) und Wiednitz (Wětnica).

Geschichte

Bernsdorf wurde 1438 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name dürfte von dem Ortsgründer, „einem Bernhard von Kamenz“, stammen.[2] 1438 zählte der Ort zur böhmischen Krone. Gangolf von Lüttichau erwarb 1534 die Gutsherrschaft. 1578 wurde das Gut mit einem Bräu- und Malzhaus belehnt. Melchior von Loeben erstand 1613 den Landbesitz, den er 1615 für 13.450 Taler der Stadt Kamenz verkaufte. 1639 wurden die sächsischen Kurfürsten Landesherren. 1653 kaufte Ludwig d. J. von Kahle Bernsdorf von der Stadt Kamenz, um es 1695 seinem Sohn Georg Christoph zu vererben. 1672, als die Türken Polen überfielen, lebten in Bernsdorf acht Grenzhüfner, ein Halbhüfner, zwei Gärtner und vier Häusler. 1695 ließ der Kurfürst von Sachsen, am Kauf von Bernsdorf interessiert, die Gutsherrschaft auf 11.737 Taler und 17 Silbergroschen schätzen. 1731 als das Reichsgewerbegesetz die Zünfte unter Staatsaufsicht stellte, erhielt Bernsdorf eine eigene Post. 1773 begründete Johann Gottlob Raum das örtliche Schulwesen.

1788 ließ Sigismund Ehrenreich von Redern, seit 1771 Gutsherr von Bernsdorf, einen Hochofen für Raseneisenerz errichten und legte so den Grundstein für den ersten Bernsdorfer Betrieb. 1815 wurde Bernsdorf auf Beschluss des Wiener Kongresses Preußen angegliedert. 1839 zählte Bernsdorf 308 Einwohner. 1845 legte Heinrich Friedrich Moritz Beyer, seit 1816 Gutsherr in Bernsdorf, mit der Glasherstellung den Grundstein für die Glasindustrie in Bernsdorf. 1848 erhielt seine Fabrik den Namen „Ludwigshütte“. 1853 fertigten die Bernsdorfer Eisenwerker über 70 Tonnen Gussteile für den Löbauer König-Friedrich-August-Turm, den sie danach in neun Monaten montierten. 1863 begannen die Brüder Hoffmann in der „Alten Hütte“ mit der Glasproduktion. 1870 begründete Hütteningenieur Dudek in der ehemaligen „Ludwigshütte“ die Zinkweißproduktion in Bernsdorf, die später in der DDR Alleinproduzent war. 1874 erweiterte die neue Bahnstrecke Kamenz–Senftenberg die örtliche Infrastruktur. 1886 ersteigerte Uhlich als vorletzter Besitzer das Eisenwerk, bevor es 60 Jahre später volkseigen wurde, was es 44 Jahre blieb. Nach der Wende 1990 wurde es schrittweise privatisiert.

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den 1880er Jahren eine Bevölkerungszahl von 270 Einwohnern; davon waren 150 Sorben (56 %) und 120 Deutsche.[3]

1891 hielt in Bernsdorf mit dem Wannenschmelzverfahren eine innovative Glastechnologie Einzug. 1922 verkaufte der Großindustrielle Hugo Stinnes als letzter Grundherr der 388-jährigen Gutsherrschaft einen Teil des Gutes Bernsdorf für 1,5 Millionen Papiermark an die Gemeinde Bernsdorf. Stinnes hatte den Grundbesitz für 1,2 Millionen erworben, aber vor diesem Verkauf die kapitalträchtigen Kohlefelder an die Grube Clara III (Zeißholz) veräußert. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges erwarb die Heeresverwaltung große Geländeflächen im Lehmwald nördlich von Bernsdorf, auf denen neben einer Niederlassung des Transportkorps Speer auch eine Siedlung (Durchgangslager) für die Rückführung von Mennoniten nach Deutschland mit einer Kapazität von 4000 Bewohnern entstehen sollte.

1954 war Baubeginn des Wasserwerkes und für den Ausbau des Trinkwassernetzes. Das Waldbad wurde zum Naherholungsgebiet ausgebaut. 1955 wurde der soziale Wohnungsbau begonnen. Bernsdorf entwickelte sich 1960 zu einem bedeutenden Industriestandort. Am 18. September 1968 erhielt Bernsdorf das Stadtrecht.[4] 1991 wurde die Verwaltungsgemeinschaft mit Straßgräbchen, Wiednitz, Großgrabe und Zeißholz gebildet. Sie wurde am 1. Januar 2012 mit Eingemeindung der letzten angehörigen Gemeinde aufgelöst.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1994 wurde Zeißholz nach Bernsdorf eingemeindet.[5] Am 1. Januar 1997 folgte Großgrabe.[6] Straßgräbchen kam am 1. Januar 2007 hinzu.[7] Am 1. Januar 2012 erfolgte schließlich die Eingemeindung von Wiednitz.

Politik

Wappen

Beschreibung: Geteilt in Blau und Gold; Oben ein kleeblattgeschmückter stilisierter goldener Adlerflügel, unten ein schwarzer laufender Bär mit ausgeschlagener Zunge.

Stadtrat

Gemeinderatswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 50,5 %
 %
40
30
20
10
0
38,6 %
9,7 %
22,7 %
13,4 %
3,5 %
9,0 %
3,1 %
BKC
AFV e
BIB
Anmerkungen:
e Bündnis "Arbeit, Familie, Vaterland"
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 8 Sitze
  • LINKE: 5 Sitze
  • Freie Wähler/ Bernsdorfer Karnevalsclub (BKC): 2 Sitze
  • FDP: 2 Sitze
  • Bürgerinitiative PRO Bernsdorf (BIB): 1 Sitz

Städtepartnerschaften

Seit 1990 besteht eine offizielle Städtepartnerschaft mit Steinenbronn in Baden-Württemberg. Diese Gemeinde ist wiederum verschwistert mit Polla in Italien, mit Le Roeulx in Belgien und mit Quinsac (bei Bordeaux in Frankreich). Einige Aktivitäten finden mit allen diesen Gemeinden statt, u. a. ein jährliches Jugendtreffen in Polla.

Bildung

Die Stadt Bernsdorf verfügt über eine Grundschule, sowie eine Freie Oberschule mit dem Namen "WIR". Gründung: 2009

Ansässige Unternehmen

Die Firma Aluform System GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Bernsdorf. Aluform stellt Aluminium-Profilbleche her.[9]

Sport

Der ortsansässige Sportverein ist die Turn- und Sportgemeinschaft Bernsdorf (TSG Bernsdorf).[10]

Sehenswürdigkeiten

Die evangelische Johanneskirche wurde 1905 im Stil der Neugotik erbaut.

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Bernsdorf (Oberlausitz)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ernst Eichler und Hans Walther: Sachsen. Alle Städtenamen und deren Geschichte, Faber und Faber, Leipzig 2007, S. 45
  3. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 89.
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
  8. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  9. Website der Firma Aluform
  10. Homepage der TSG Bernsdorf
  11. http://www.onlinemarketingrockstars.de/junkfoodtaster/

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bernsdorf (Oberlausitz) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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