Berlin-Uhr - LinkFang.de





Berlin-Uhr


Die Berlin-Uhr, auch inoffiziell Mengenlehreuhr genannt, ist eine öffentliche Uhr in Berlin. Sie wurde 1975 von dem Erfinder Dieter Binninger im Auftrag des Berliner Senats entwickelt und zeigt die Uhrzeit über eine Zahl von leuchtenden Lampen an.

Geschichte

Das Original

Die in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommene Uhr mit einer Gesamthöhe von sieben Metern – einschließlich des Mastes – wurde als „erste Uhr der Welt, die die Zeit mit leuchtenden farbigen Feldern anzeigt“, am 17. Juni 1975 zunächst auf dem Mittelstreifen des Kurfürstendamms Ecke Uhlandstraße errichtet.

Für die Anzeige wurden hunderte von Glühlampen benötigt, die diese Uhr sehr wartungsanfällig machten und für die der – sämtliche Kosten tragenden – Binninger GmbH Wartungskosten von umgerechnet etwa 5000 Euro jährlich entstanden. Aus diesem Grund erfand Binninger 1980–1982 Einrichtungen und Verfahren zur Verlängerung der Lebensdauer von Allgebrauchsglühlampen, allerdings verstarb Binninger kurze Zeit darauf im Jahr 1991. Da weder die Stadt noch der Bezirk für den weiteren Betrieb aufkommen wollten, wurde die Uhr 1995 außer Betrieb genommen. Durch eine Initiative von Geschäftsleuten wurde sie 1996 vor dem Tourist-Information-Center im Berliner Europa-Center in der Budapester Straße wieder aufgestellt. Ebenfalls im Berliner Europa-Center steht die mit Flüssigkeit betriebene „Uhr der fließenden Zeit“.

Nachbildungen

Wegen ihrer Ungewöhnlichkeit in einer Zeit, als Digitaluhren noch kaum verbreitet waren, wurden kleine Nachbildungen der Uhr für den Hausgebrauch zu jener Zeit sehr populär. Sie wurde von Dieter Binningers Berlin-Uhr GmbH auch als Tischstand- und Wandmodell für zu Hause gefertigt und in Berliner Souvenirläden verkauft. Das Gerät enthielt einen Mikroprozessor vom Typ Texas Instruments TMS1000.

Nach dem Unfalltod Binningers wurde die Produktion der Berlin-Uhren von der Firma Kindermann in Berlin-Rudow übernommen. Verkauf und Reparatur der Wand- und Tischstanduhren wurden bis 2002 fortgesetzt, dann wurde deren Vertrieb eingestellt. Seit 2007 werden Verkauf und Reparatur der Tischstanduhr wieder von der Firma Asmetec in Kirchheimbolanden wahrgenommen.

Für Smartwatches mit Android Wear wurde vom Entwickler Doreen Seider ein Uhren-Design erstellt und als App zum kostenlosen Download angeboten. Es werden drei verschiedene Farbvarianten angeboten: klassisch rot-gelb, grün-blau und grau-violett.[1]

Anzeigeprinzip

Entgegen dem inoffiziellen Namen hat die Uhr nichts mit der Mengenlehre zu tun. Die Anzeige der Zeit erfolgt in einem Stellenwertsystem zur Basis 5. Die Stunden und Minuten werden durch leuchtende Segmente in vier waagerecht untereinander angeordneten Streifen dargestellt. In der ersten, zweiten und vierten Zeile sind vier und in der dritten elf Leuchten angebracht. Die ersten beiden Zeilen zeigen mit roten Leuchten die Stunde an, wobei im oberen Streifen ein leuchtendes Segment für fünf Stunden und im unteren für eine Stunde steht. Die aktuelle Stunde ergibt sich aus der Addition der Werte. Entsprechend werden in den beiden unteren Zeilen die Minuten mit gelben Segmenten in Fünfer- und Einerschritten angezeigt. Die Leuchten für 15, 30 und 45 Minuten sind zur besseren Ablesbarkeit rot. Über den Zeilen leuchtet eine runde Leuchte im Zwei-Sekunden-Takt auf.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Berlin-Uhr  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Details zur App im Google Play Store

Kategorien: Stadtmöbel | Einzeluhr | Uhrentyp | Erbaut in den 1970er Jahren

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Uhr (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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