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Bergen an der Dumme


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüchow-DannenbergVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Samtgemeinde: Lüchow (Wendland)
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 25,48 km²
Einwohner: 1571 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29468
Vorwahl: 05845
Kfz-Kennzeichen: DAN
Gemeindeschlüssel: 03 3 54 001
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Breite Straße 35
29468 Bergen an der Dumme
Webpräsenz: www.bergen-dumme.de
}

Bergen an der Dumme ist ein Flecken der Samtgemeinde Lüchow im Landkreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Geografie

Geografische Lage

Bergen an der Dumme liegt im Südwestteil des Wendlands. Es befindet sich südlich des Drawehn am Südrand des Naturpark Elbhöhen-Wendland und wird von einem Abschnitt der Wustrower Dumme durchflossen, einem westlichen Zufluss der Jeetzel.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Bergen an der Dumme besteht aus folgenden Ortsteilen:

  1. Banzau
  2. Belau
  3. Bergen an der Dumme
  4. Jiggel
  5. Malsleben
  6. Nienbergen, bis 16. März 1936 Niendorf bei Bergen [2]
  7. Spithal
  8. Wöhningen

Ungefähr 80 % der Bevölkerung leben in dem Hauptort der Gemeinde selbst.

Geschichte

Bergen an der Dumme wurde im Jahr 1203 in einem Lehnsvertrag zwischen den Söhnen Heinrichs des Löwen erstmals urkundlich erwähnt.

Namensgebend für die Ortschaft war der Fluss Wustrower Dumme, auch nur Dumme genannt, der sie auf der östlichen Ortsseite durchfließt. Der Flussname bedeutet so viel wie Eichenbach, da sich Dumme auf das alt-slawische Wort dabu für Eiche zurückführen lässt. Der polabische Name für Bergen ist Tjörska (geschrieben als Tÿörska in älteren deutschen Quellen), wahrscheinlich von tjöra (< slawisch *goră) ‘Berg’.

Auf Grund seiner Lage an der Handels- und Heerstraße zwischen Leipzig und Hamburg war Bergen viele Jahrhunderte lang Grenz- und Zollort - anfangs zwischen Braunschweig-Lüneburg und Brandenburg, später dann zwischen Hannover und Preußen. Nach der Annexion Hannovers durch Preußen und seine Eingliederung als Provinz verlor Bergen die Bedeutung als Zollort zur benachbarten Provinz Sachsen. Durch die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bergen wieder Grenzort zwischen Westdeutschland und der DDR und liegt nach der Wiedervereinigung schließlich direkt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt.

Einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte der von der Landwirtschaft geprägte Ort im 18. Jahrhundert, als der Handel mit Leinenwaren aus dem südlichen Wendland eine Blütezeit hatte.

Im Juni 2003 feierte der Ort mit einer Festwoche sein 800-jähriges Bestehen.

Am 26. November 2003 wurde der Ortsname von Bergen (Dumme) in Bergen an der Dumme geändert.[3]

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Banzau, Belau, Jiggel, Malsleben, Nienbergen, Spithal und Wöhningen eingegliedert.[4]

Religion

Bergen ist eine evangelisch geprägte Gemeinde. Neben der evangelisch-lutherischen Pauluskirchengemeinde ist im Ortsteil Belau auch die Evangelische Lukas-Communität, eine klösterliche Gemeinschaft, ansässig. Die Kirchengemeinde hat inzwischen keinen eigenen Pastor mehr und ist mit der Kirchengemeinde Schnega pfarramtlich verbunden.

Politik

Der Flecken Bergen an der Dumme gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.[5][6]

Gemeinderat

Die letzte Kommunalwahl fand am 10. September 2011 statt. Seitdem setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

Bürgermeister

Ehrenamtliche Bürgermeisterin ist die parteilose Heidemarie Schulz

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Der Hauptort Bergen bestand noch im 19. Jh. nur aus einer zweizeiligen Reihensiedlung. Ein Brand am 2. Mai 1840 legte den größten Teil des Ortes in Schutt und Asche. Beim Wiederaufbau der heutigen Breiten Straße (siehe separaten Artikel) wurde die Bebauung etwas ausgedünnt und ein Teil der Anwohner an der Neuen Straße Richtung Jiggel neu angesiedelt. An den Ausfallstraßen erfolgten im ausgehenden 19. und frühen 20. Jh. weitere Nachsiedlungen. Die Bahnhofstraße kam hinzu, als Bergen im Jahr 1873 einen inzwischen nicht mehr existenten Bahnanschluss erhielt.

Der Wiederaufbau ab 1840 wurde durch großzügige zweigeschossige Wohnhäuser geprägt. Die traufständigen, meist in Ziegelfachwerk errichteten Gebäude erhielten straßenseitig oft Putzfassaden. Rückwärtig waren diese Ackerbürgerstellen mit landwirtschaftlichen Nebengebäuden versehen. Dazwischen existierten außerdem Gewerbebetriebe (Brauerei, Brennerei, Leineweberei). Im Osten des Fleckens haben einige Gebäude den großen Brand überstanden und vermitteln einen Eindruck vom früheren Ortsbild. Der wirtschaftliche Niedergang dieser Region seit Ausgang des 19. Jh. hat zu einer weitgehenden Konservierung der damaligen Baustruktur des Ortes geführt. Das spätklassizistisch geprägte Ortsbild gilt daher auch als das besterhaltene im Kreisgebiet von Lüchow-Dannenberg.[7]

In der Liste der Baudenkmale in Bergen an der Dumme werden alle Baudenkmale der Gemeinde aufgeführt und teilweise im Bild gezeigt.

Sport

Bergen besitzt mit dem Tannenbad ein beheiztes Freibad, das über ein Beachvolleyballfeld verfügt. Vereinssport kann in Bergen unter anderem im Sportverein SV Germania Bergen, bei der DLRG-Ortsgruppe, im örtlichen Angelsportverein und in der Schützengilde betrieben werden. Außerdem gibt es einen Reit- und Ferienhof.

Regelmäßige Veranstaltungen

Alle zwei Jahre im März findet die Gewerbeschau der Interessengemeinschaft Handel, Handwerk und Gewerbe in Bergen an der Dumme statt.

Jährlich wird auf dem Ziegenberg (Osterberg) an den drei Tagen über Ostern das traditionelle Osterfest gefeiert. Höhepunkt ist das Anzünden des Osterfeuers am Ostersonntag im Kreise der Gemeinde/n.

Im letzten Wochenende im Juli veranstaltet die Bergener Ortsgruppe der DLRG die Badeparty mit Nachtschwimmen im Freibad.

Am zweiten Adventssonntag gibt es einen Weihnachtsmarkt rund um die Paulus-Kirche.

Wirtschaft und Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt in Bergen einen Kindergarten.

Bildung

Bergen besitzt eine Grundschule, die im Jahr 2014 ihr 60-jähriges Bestehen feiert. Die Schule hat pro Jahrgangsstufe eine Klasse und hat ihren Schwerpunkt im Bereich "MINT" (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der KiTa Bergen, die direkt neben der Schule liegt. Aus der jahrelangen Zusammenarbeit hat sich die "Bildungsstraße Bergen" entwickelt. Die Grundschule soll zum Ende des Schuljahres 2015/2016 geschlossen werden und die Kinder dann die Grundschule in Clenze besuchen.[8]

Verkehr

Bergen liegt an der Bundesstraße 71 an der Landesgrenze zum Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt), zwischen Uelzen und Salzwedel. Südlich des Ortes führt seit ihrem Wiederaufbau 1999 wieder die Bahnstrecke Stendal–Uelzen vorbei, jedoch zurzeit ohne Halt in Bergen. Nächste Bahnhöfe sind in Schnega und in Salzwedel.

Literatur

  • Carl Gehrcke: Bergen an der Dumme, in: 1. Jahresheft des heimatkundlichen Arbeitskreises Lüchow-Dannenberg 1969, S. 87-91.
  • Wilhelm Meier-Peithmann (Hrsg.): Beiträge zur Chronik des Fleckens Bergen an der Dumme. 1. Otto Wolter: Über Bergen und seine Geschichte. 2. Carl Gehrke: Bergen als Grenzort im Hannoverschen Wendland. Bergen/Dumme 1983.

Weblinks

 Commons: Bergen an der Dumme  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014  (Hilfe dazu).
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 265
  3. Nds. Ministerialblatt; Verleihung vom 8. Dezember 2003
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 230.
  5. Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4. (PDF ; 87 KB)
  6. Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325. (PDF ; 200 KB)
  7. Falk-Reimar Sänger: Landkreis Lüchow-Dannenberg. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Band 21, Friedrich Vieweg & Sohn, Braunschweig 1986, ISBN 3-528-06206-1, S. 69.
  8. Lernlandschaften statt Klassenräume , EJZ Bericht zur Schulentwicklung in der Region Clenze-Bergen, zuletzt abgerufen am 4. März 2014.

Kategorien: Bergen an der Dumme | Ort im Landkreis Lüchow-Dannenberg | Gemeinde in Niedersachsen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bergen an der Dumme (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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