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Benediktbeuern


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-WolfratshausenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Benediktbeuern
Höhe: 617 m ü. NHN
Fläche: 37,86 km²
Einwohner: 3620 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83671
Vorwahl: 08857
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 113
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Prälatenstr. 7
83671 Benediktbeuern
Webpräsenz: www.benediktbeuern.de
Bürgermeister: Johann Kiefersauer
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Benediktbeuern ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen im Alpenvorland am Fuße der 1801 Meter hohen Benediktenwand. Die Gemeinde ist Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Geschichte

Das Kloster Buron/Benediktbeuern[2] ist sehr wahrscheinlich bereits 725/728 von Karl Martell während zweier Feldzüge nach Bayern als weltlicher Stützpunkt und als Wach- und Kontrollstation vor dem Kesselberg an taktisch günstiger Stelle gegründet worden. Karl Martell setzte dabei den hochadeligen Alemannen Lantfrid, ein Mitglied der Huosi, als seinen verlässlichen Vasallen ein [3]. Um 739/740 wurde das St. Jakob und St. Benedikt geweihte Kloster als Benediktinerabtei begründet. Erzbischof Bonifatius führte Lantfrid als Benediktinerabt ein und weihte die erste Klosterkirche. Einige Jahre später überbrachte Karl der Große die Reliquie vom rechten Arm des hl. Benedikt. Daraufhin wurde das bisher als „Buron“ bekannte Kloster in „Benedictoburanum“ umbenannt. Nach Fertigstellung des Klosterbaus wurde auch bereits die erste Klosterschule gegründet. Das im 8. Jahrhundert in Kochel am See begründete Frauenkloster verlegte um 800 in das Kloster Benediktbeuern, wo es bis ins 14. Jahrhundert seinen Sitz auf der Nordseite des Männerklosters hatte[4]. Daher rührt auch der doppelte Abtstab (Abt und Äbtissin) im Wappen des Klosters Benediktbeuern. Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand in diesem Ort im Jahr 1273 statt. Benediktbeuern war vor 1800 Sitz des Oberen und Unteren Gerichts des Klosters Benediktbeuern. 1803 wurde es im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Das Gebiet der Gemeinde Benediktbeuern wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern eine selbstständige politische Gemeinde. Die Gemeinde hieß damals noch Laingruben und trägt erst seit dem 30. November 1865 den Namen des Klosters.[5] Das alte Dorf befindet sich zu beiden Seiten der Dorfstraße sowie des Mariabrunnwegs. Die Besiedlung ist hier am dichtesten und trägt ausgesprochen bäuerlichen Charakter. 1930 erwarben die Salesianer Don Boscos die Klosteranlage und renovierten die Gebäude. Rund 50 Ordensleute leben heute dort. Die Klosteranlage beherbergt auch eine Hochschule (nach Schließung der philosophisch theologischen Hochschule zum WS 13/14), die Jugendbildungsstätte Aktionszentrum, das Zentrum für Umwelt und Kultur, den örtlichen Jugendtreff sowie die Don-Bosco-Jugendherberge mit den meisten Übernachtungen in Deutschland pro Jahr. Im Maierhof des Klosters sind außerdem das Trachteninformationszentrum und die Fachberatung für Heimatpflege des Bezirks Oberbayern untergebracht.

Politik

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,6 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

Gemeinderat
CSU/Benediktbeurer Mitte     7 Sitze  (45,2 %)
SPD 3 Sitze (20,0 %)
Benediktbeurer Bürgervereinigung 3 Sitze (17,2 %)
Freie Wählergemeinschaft 3 Sitze (17,6 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot zwei schräg gekreuzte goldene Abtstäbe, aufgelegt eine senkrecht gestellte silberne Kielfeder. Die Abtstäbe stehen hier symbolisch für das ehemals berühmte Benediktinerkloster mit einst je einem Frauen und einem Männerkonvent im bayerischen Alpenvorland. Die Feder soll an die einst bedeutsame Buchmalerei und Schreibschule des Stifts erinnern.

Sehenswürdigkeiten

Liste der Baudenkmäler in Benediktbeuern

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Am Dienstag nach Pfingsten findet in jedem Jahr der beliebte Pfingstmarkt statt. Mobile Händler bieten hier allerlei Waren an, von Spielzeug bis hin zu Haushaltsbedarf.
  • Benediktbeurer Konzerte finden jedes Jahr im Sommer/September in der Kirche und im Barocksaal des Klosters Benediktbeuern statt.
  • Die Leonhardifahrt findet in Benediktbeuern jedes Jahr an dem Sonntag statt, der dem 6. November, dem Tag des heiligen Leonhard, am nächsten liegt. Rund 50 Kutschen und schön geschmückte, von ebenso schön geschmückten Pferden gezogene Wagen mit betenden Bäuerinnen und Bauern in Tracht, Kindern, Gemeinderatsmitgliedern, Gebirgsschützen und Musikkapellen aus den umliegenden Ortschaften fahren vom Dorfplatz zum Kloster. Im Arkadenhof werden Menschen und Tiere gesegnet. In der Basilika findet ein Gottesdienst statt. Anschließend verlassen die Gespanne das Kloster wieder. Abends gibt es im Gasthof zur Post den Leonhardi-Tanz. Jedes Jahr kommen zehn- bis zwanzigtausend Besucher zur Benediktbeurer Leonhardifahrt, die sich durch ihren feierlichen Charakter auszeichnet.
  • Am zweiten Adventsonntag findet jeweils Benediktbeuerns Altbairischer Christkindlmarkt statt. An etwa 50 - 60 mit Zweigen geschmückten, hölzernen Ständen werden kulinarische Spezialitäten, Kunsthandwerk und ähnliche Waren von Vereinen und lokalen oder regionalen Gewerbetreibenden angeboten. Die ganz besondere Stimmung des sich über den alten Dorfkern ausbreitenden Marktes und das Adventsingen in der Marienkirche am Dorfplatz ziehen seit vier Jahrzehnten tausende Besucher an.

Tourismus

  • Die Don-Bosco-Jugendherberge im Kloster Benediktbeuern ist eine der meistbesuchten Jugendherbergen Deutschlands. Die Jugendherberge hat sich auf Schullandheimaufenthalte und Abschlussfahrten spezialisiert und bietet ein erlebnispädagogisches Acht-Tage-Programm an, das in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) durchgeführt wird. Jedes Jahr kommen dort ca. 300 Schulklassen mit insgesamt fast 10.000 Schülern im Alter zwischen 12 und 17 Jahren für jeweils acht Tage zu Besuch.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter

Personen mit Bezug zum Ort

  • Franz Marc (1880–1916) lebte vor Kriegsbeginn nur kurz hier in Ried (das kam 1918 zu Kochel) und malte seine letzten großen Bilder. Sein Grab und ein Franz Marc Museum (1986) befinden sich in Kochel am See.
  • Karl Meichelbeck (1669–1734), Benediktinerpater, Historiker, Verfasser des Chronicon Benedictoburanum
  • Joseph von Fraunhofer (1787–1826), deutscher Optiker und Physiker, begründete den wissenschaftlichen Fernrohrbau, er arbeitete von 1807 bis 1819 im Mathematisch-Mechanischen Institut von Reichenbach, Utzschneider und Liebherr in Benediktbeuern
  • Monika Dahlberg (* 1936), Schauspielerin und Sängerin, lebt in Benediktbeuern
  • Alois Kothgasser (* 1937), emeritierter Erzbischof von Salzburg, ehem. Bischof von Innsbruck, 1982 - 1997 Dogmatikprofessor an der philosophisch-theologischen Hochschule, zweimal deren Rektor
  • Gerhard Schmidt-Gaden (* 1937), Dirigent, Chorleiter und Stimmpädagoge, u.a. Gründer und Leiter des Tölzer Knabenchores, mit langjährigem Wohnsitz in Benediktbeuern

Öffentliche Einrichtungen

  • Jugendtreff Don-Bosco-Club

Infrastruktur

Verkehr

Benediktbeuern ist Station der Kochelseebahn, die Verbindungen an das Fernverkehrsnetz und nach München über Bichl und Tutzing ermöglicht. Die Bundesstraße 11 führt durch den Ort, bei Sindelsdorf ist der Anschluss zur Auffahrt auf die Bundesautobahn 95 gewährleistet.

Bildung

Die Philosophisch-Theologische Hochschule in Trägerschaft des Ordens der Salesianer Don Boscos stellte 2013 den Lehrbetrieb ein.

Freizeit und Sport

  • Alpenwarmbad: beheiztes Freibad
  • Sportanlagen am Alpenwarmbad: Fußball, Tennis, Eisstock, Basketball
  • in der Wintersaison: Loipe
  • zahlreiche Rad- und Wanderwege in Moor und Bergen

Weblinks

 Commons: Benediktbeuern  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Benediktbeuern – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Weber, Leo,SDB, Kloster Benediktbeuern, Regensburg 2003, S. 4, ISBN 3-7954-1412-1
  3. Weber, Leo,SDB, Kloster Benediktbeuern, Regensburg 2003, S. 4, ISBN 3-7954-1412-1
  4. Weber, Leo,SDB, Kloster Benediktbeuern, Regensburg 2003, S. 10, ISBN 3-7954-1412-1
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 428

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