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Bellheim


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bellheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: GermersheimVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Bellheim
Höhe: 113 m ü. NHN
Fläche: 20,44 km²
Einwohner: 8519 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 417 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76756
Vorwahl: 07272
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 001
Adresse der Verbandsverwaltung: Schubertstraße 18
76756 Bellheim
Webpräsenz: www.bellheim.de
Ortsbürgermeister: Paul Gärtner
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Bellheim (pfälzisch: Bellem) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Bellheim ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, gleichzeitig die größte Kommune des Landkreises Germersheim, die kein Stadtrecht besitzt. Bellheim ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie

Geographische Lage

Der Ort liegt in der Oberrheinischen Tiefebene und der Südpfalz zwischen Germersheim und Landau in der Pfalz.

Gemeindegliederung

Zu Bellheim gehören auch die Wohnplätze Hof Altbrand, Am Hördterweg, Birkenhof, Fortmühle, Im Weyher, In den Gerichtsmorgen, Obermühle und Wappenschmiedmühle.[3]

Nachbargemeinden

Die Ortsgemeinde Bellheim grenzt im Uhrzeigersinn beginnend im Norden an folgende Gemeinden: Zeiskam, Lustadt, Germersheim, Hördt, Rülzheim und Knittelsheim.

Geschichte

Erste urkundliche Erwähnung findet Bellheim im Lorscher Codex am 12. Juni 774.[4]

In der Zeit der Revolutionskriege zwischen dem späten 18. und 19. Jahrhundert fielen die Ideen von Freiheit und Brüderlichkeit auch in Bellheim auf fruchtbaren Boden. Ein Freiheitsbaum wurde gepflanzt für die Ideale der Revolution.

Am 30. Juli 1793 fand bei Bellheim ein Gefecht zwischen Revolutionstruppen und königstreuen Einheiten des Prince de Condé statt.

Napoleon sorgte für die Verbreitung des Code civil und band die Gemeindeverwaltung Bellheim an französisches Recht. Im Zuge der Europäischen Neuordnung nach der napoleonischen Ära kam Bellheim 1816 an Bayern.

Am 13. Juni 1848 war Bellheim Austragungsort eines Gefechtes zwischen den sogenannten Freischaren und Truppen der Festung Germersheim.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg blieb Bellheim weitgehend von Zerstörung verschont, allerdings wurde der Ort sehr stark mit Quartierleistungen, Truppen- und Verwundetenversorgung in Anspruch genommen.

In den 1950er und 1960er Jahren wuchs Bellheim sehr rasch zu einer großen Wohngemeinde.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Bellheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 2.018
1835 2.375
1871 2.679
1905 3.257
1939 4.447
1950 4.738
Jahr Einwohner
1961 5.658
1970 6.317
1987 6.869
1997 8.227
2005 8.485
2014 8.519

Religion

2012 waren 51,5 Prozent der Einwohner katholisch und 25,4 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Bellheim besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FDP ödp FWG BfB Gesamt
2014 5 8 2 7 2 24 Sitze
2009 4 9 2 2 4 3 24 Sitze
2004 4 10 2 2 6 24 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Adam e.V.
  • BfB = Bürger für Bellheim e.V.

Bürgermeister

Derzeitiger Ortsbürgermeister ist Paul Gärtner (FWG Adam). Er wurde am 25. Mai 2014 zum Nachfolger von Tobias Baumgärtner (CDU) gewählt.

Liste der Ortsbürgermeister
  • bis 2007: Hans-Joachim Heinz
  • 2007–2014: Tobias Baumgärtner (CDU)

Wappen

Banner, Wappen und Hissflagge

Die Wappenbeschreibung lautet: „Geteilt und belegt mit einem roten Herzschild, darin ein goldenes Gemarkungszeichen in Form eines nach unten offenen Hufeisens, das mit einem kleineren, nach links geöffneten Haken besetzt ist, oben in Schwarz ein schreitender, rotbewehrter und -bezungter goldener Löwe, unten von Silber und Blau gerautet“.

Es wurde 1961 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Siegel aus dem 15. Jahrhundert, das bereits den Pfälzer Löwen und die Rauten zeigte. 1961 wurde zur Unterscheidung von ähnlichen Ortswappen das Herzschild mit dem Gemarkungszeichen hinzugefügt.[7]

Gemeindepartnerschaften

  • Die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Le Perray-en-Yvelines besteht seit 1994.
  • Seit 2002 hat die Gemeinde Bellheim eine Partnerschaft mit der Stadt Kozmin in Polen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Nördlich des Ortes befinden sich die Reste des Jagdschlosses Friedrichsbühl. Im Zentrum des Ortes erhebt sich die katholische Kirche St. Nikolaus. Ihr Turm stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde im 19. Jahrhundert erhöht. Er ist 68 m hoch. Die Evangelische Pfarrkirche steht ca. 50 m weiter östlich und ist nach Norden gerichtet. Ihr Turm ist 42 m hoch.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Bellheim

Parks

In unmittelbarer Nähe zum Rathaus beginnt der Park am Spiegelbach. Auf dem Parkgelände werden seit 2006 jährlich an Pfingsten die Bellheimer Gartentage veranstaltet, eine Informations- und Verkaufsveranstaltung zum Thema Blumen und Gärten, die überregionale Bekanntheit erlangt hat.

Mundart

In Bellheim wird zumeist der südpfälzische Dialekt gesprochen.

Vereine

  • Musikverein Bellheim e. V.
  • Gesangverein Frohsinn Bellheim e.V.
  • FC Phönix Bellheim 1921
  • Bushido-Bellheim e.V.
  • Karnevallsgesellschaft Bellheim e.V.
  • Kleingartenverein Auchtweide e.V.
  • Verein für Leibesübungen (VfL)
  • TV Jahn Bellheim
  • Radsportclub Silber-Pils 1903
  • Tennisclub Grün-Weiß Bellheim e. V. (gegr. 1960)
  • Tanzsportgemeinschaft Bellheim e. V.
  • Kulturverein Bellheim
  • FK Mardi Bellheim e. V.
  • Bürger für Bellheim e. V.
  • Sternwarte Bellheim e. V.
  • Schachclub Bellheim 1949 e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur

Energie

Bellheim ist Standort von zehn Windkraftanlagen; zwei Anlagen mit 600 kW-Leistung wurden 2001, drei weitere Anlagen mit je 1500 kW-Leistung und fünf mit 2000 kW-Leistung wurden 2009 installiert.[8] Die Anlage bei 49°10'31.6" N 8°15'36.7" O hat eine Gesamthöhe von 139 Metern, ebenso die Anlagen bei 49°10'27.13" N, 8°15'46.47" O und 49°10'24.21"N 8°16'7.91" O.

Verkehr

Bellheim liegt an der Bahnstrecke Schifferstadt–Wörth. Seit Dezember 2010 fährt zwischen Germersheim und Wörth am Rhein die Stadtbahn Karlsruhe mit den Haltepunkten Bahnhof Bellheim und Bellheim Mühlbuckel

Östlich der Gemeinde verläuft die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 9, die von Karlsruhe nach Speyer führt.

Öffentliche Einrichtungen

Als Sitz der Verbandsgemeinde beherbergt Bellheim deren Verwaltung. Zudem befindet sich in der Hauptstraße das Bellheimer Jugendzentrum H99. Der Schwimmpark mit Riesenrutsche und Sprungturm befindet sich in der Zeiskamer Straße, ebenso wie das Franz-Hage-Stadion, errichtet 1921 und genutzt vom Fußballverein FC Phönix und dem Verein für Leibesübungen (VfL). Ein Abenteuerspielplatz befindet sich am Waldrand in der Forststraße. Im Jahr 2001 wurde in Bellheim eine Sternwarte neben dem Schwimmbad errichtet.[9]

Ansässige Unternehmen

Bildung

  • Grundschule Bellheim
  • Realschule plus Bellheim
  • Volkshochschule Bellheim

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Johannes Storck (1829–1914), Prälat, wirkte von 1869 bis 1913 als Pfarrer und Dekan in Bellheim.[10] Nach dem Ehrenbürger Storck wurde die „Prälat-Storck-Straße“ benannt.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen, die vor Ort gewirkt haben

Weblinks

 Commons: Bellheim  – Sammlung von Bildern
 Wikisource: Bellheim – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010 , Seite 92 (PDF; 2,3 MB)
  4. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2040, 12. Juni 774 – Reg. 1029. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 26, abgerufen am 31. Januar 2016.
  5. Ewois, Stand: 31. Dezember 2012
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Gräber, Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  8. thewindpower.net: Bellheim windfarm, Germany.
  9. Homepage des Vereins Sternwarte Bellheim e. V.
  10. Kulturverein Bellheim: Die Kulturwerkstatt hat Geschichte

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bellheim (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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