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Belichtungsreihe


Unter einer Belichtungsreihe versteht man in der Fotografie eine abgestufte Reihe von Belichtungen, um den Objektumfang einer Vorlage oder eines Motivs möglichst präzise auf den Kopierumfang eines fotografischen Materials zu übertragen bzw. abzustimmen. Dabei wird dasselbe Motiv mehrmals bei unterschiedlichen Belichtungseinstellungen abgebildet (beispielsweise +/− einer halben oder drittel Blendenstufe). Belichtungsreihen können sowohl beim Fotografieren selbst wie auch während des Erstellens von Vergrößerungen im Fotolabor zur Anwendung kommen.

Die Veränderung der Belichtung erfolgt meistens über die Dauer der Belichtungszeit, kann aber auch über die fotografische Blende oder, bei Digitalkameras, über die Veränderung der Empfindlichkeitseinstellung gesteuert werden.

Moderne elektronisch gesteuerte Kameras können Belichtungsreihen zu meist drei, fünf oder sieben Bildern automatisch erstellen. Dies wird in der Regel nach dem englischen Begriff Auto Exposure Bracketing (AEB) genannt.

Beispiele aus der Praxis

Belichtungsreihen sind sowohl kameraseitig während der Aufnahme als auch später bei der Positiventwicklung möglich.

Diafilme verfügen über einen bedeutend geringeren Belichtungsspielraum als Negativfilme; sie müssen daher erheblich präziser belichtet werden. Im Zweifelsfall empfiehlt sich bei hohem Kontrastumfang eine Belichtungsreihe.

Auch in der Digitalfotografie sind Belichtungsreihen anzuraten, wenn es sich um komplexe Lichtverhältnisse handelt. In vielen Fällen empfiehlt sich dazu auch der Wechsel von automatischer zu manueller Belichtungsmessung. Ein Beispiel dafür sind Bühnenaufnahmen, wo der störende Einfluss der zahlreichen Punktlichter – nämlich die Scheinwerfer, die Blitze und Leuchten anderer Fotografen etc. – bei Ausschnitt- oder Perspektivwechseln eine halbwegs gleichmäßige Belichtung etwa einer Fotoserie des Hauptmotivs bei Verwendung einer Automatik beinahe unmöglich macht.

Im klassischen Fotolabor werden Belichtungsreihen unter anderem in Form von Probestreifen genutzt und ausgewertet.

In der Reprofotografie werden Belichtungsreihen erstellt, um mindestens eine Reproduktion zu erhalten, die dem Original möglichst exakt entspricht. Dies ist notwendig, weil zum einen die Belichtungsmessung aufgrund von Faktoren wie der Auszugsverlängerung oder gegebenenfalls eingesetzten Filtern nicht immer zu hundertprozentig genauen Ergebnissen führt, zum anderen, weil die häufig eingesetzten Reprofilme extrem hart arbeiten.

Bei Nachtaufnahmen auf herkömmlichen Filmen kann die genaue Belichtungszeit wegen des Schwarzschildeffekts unter Umständen nicht genau ermittelt werden. Auch hier kann man durch Ausprobieren mittels einer Belichtungsreihe ein brauchbares Ergebnis erreichen.

Eine Belichtungsreihe in Kombination mit geeigneter Software kann helfen, den gegenüber Negativfilm niedrigeren Kontrastumfang von Digitalfotos zu verbessern und zu erweitern. Dabei wird von dem (unbewegten!) Motiv eine Belichtungsreihe so erstellt, dass jeder Bereich des Motivs auf mindestens einem der Bilder in der Reihe gut wiedergegeben wird. Anschließend kann am Computer aus den einzelnen Bildern ein sogenanntes HDR-Bild erstellt werden, das einen extrem großen Kontrastumfang hat (siehe HDRI-Erzeugung aus Belichtungsreihen).

Blitzbelichtungsreihe (FEB)

Unter einer Blitzbelichtungsreihe, engl. FEB (Flash Exposure Bracketing) versteht man Abstufungen hinsichtlich der Blitzintensität. Ähnlich wie bei der Belichtungszeit auch lassen sich an höherwertigen Kameras und Blitzgeräten Korrekturen vornehmen.

Weißabgleich-Belichtungsreihe (WBB)

Manche Digitalkameras verfügen außerdem über die Funktion einer Weißabgleichs-Belichtungsreihe. Hierbei werden unter Beibehaltung der gleichen Belichtungszeit mehrere Aufnahmen mit einem Abgleich auf unterschiedliche Farbtemperaturen aufgenommen. Der englische Ausdruck dafür ist White Balance Bracketing, kurz WBB.


Kategorien: Fotografie | Fotopraxis

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