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Belegungsgrad


Der Belegungsgrad ist eine Kenngröße der Eisenbahn. Er beschreibt den Anteil der Zeit, die Fahrwegelemente durch Züge oder Rangiereinheiten belegt sind. Er wird in der Regel ohne Einheit angegeben (zwischen 0 und 1).

Die Richtlinie Fahrwegkapazität der Deutschen Bahn definiert den Belegungsgrad als „[z]eitliche[n] Anteil, an dem ein Fahrwegabschnitt oder Netzelement durch Zugtrassen oder Zuglagen innerhalb des Untersuchungszeitraumes oder Auswertezeitraumes belegt ist (im Sinne einer betrieblichen Beanspruchung), d.h. für weitere Züge nicht nutzbar ist.“[1] Sie unterscheidet nach dem Einzelbelegungsgrad, der sich auf einen Fahrwegabschnitt (Blockabschnitt, Fahrstraße, Fahrstraßenteil) bezieht, und dem veketteten Belegungsgrad, der sich auf ein Netzelement, das aus mehreren freizumeldenden Fahrwegabschnitten besteht, die bei einer Zugfahrt nacheinander betrieblich beansprucht werden, beispielsweise auf einer Strecke.[1] Der verkettete Belegungsgrad ergibt sich aus der Summe alle Mindestzugfolgezeiten für den Auswerteraum (z. B. Strecken, Überholungsabschnitte), bezogen auf den Auswerteraum.[2]

Wird der Belegungsgrad nur für einzelne Blockabschnitte ermittelt, so ist zu beachten, dass die freien Zeitlücken nicht immer für Zugfahrten zur Verfügung stehen. Folgt beispielsweise auf einen schnellen ein langsamer Zug, so wird die Zeitlücke zwischen beiden Zügen immer größer, ohne dass dort ein Zug fahren könnte. Die Abhängigkeit der Zugfahrten untereinander nennt man Verkettung. Den Belegungsgrad unter Berücksichtigung dieser Abhängigkeit nennt man den Verketteten Belegungsgrad.

Abgrenzung

Der verkettete Belegungsgrad wird in der Regel zwischen zwei Bahnhöfen angegeben, in denen die Reihenfolge der Züge getauscht werden kann (Überholungen) oder in denen Zug-Kreuzungen stattfinden können (bei eingleisigen Strecken). Eine andere praktizierte Abgrenzung findet anhand derzeitiger Betriebsprogramme statt. So können Abschnittsgrenzen dort liegen, wo sich die Mischung oder die Anzahl der Züge maßgebend ändert, also wo bereits heute Züge enden, beginnen, kreuzen oder überholen.

Qualitätsmaßstäbe

Anhand des verketteten Belegungsgrades kann schnell abgeschätzt werden, ob Bahnanlagen überlastet sind. Wird die gesamte Betriebszeit betrachtet, so sollte er nicht wesentlich über 0,5 liegen. In der Spitzenstunde sollte 0,8 nicht überschritten werden [3].

Freie Kapazität

Der Kehrwert des Belegungsgrades ist der Pufferzeitgrad, der den Anteil der ungenutzten Kapazität (Puffer) beschreibt. Ein hoher Pufferzeitgrad suggeriert, dass noch weitere Züge eingelegt werden können.

Diese Aussage ist nicht allgemeingültig. Weitere Züge können nur eingelegt werden, wenn die Zeitlücken so liegen, dass kein anderer Zug behindert wird und der neue Zug auch in den benachbarten Abschnitten passende Zeitlücken vorfindet. Eine Aussage zur freien Kapazität lässt sich also erst nach weiteren Fahrplanstudien treffen.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 DB Netz AG: Richtlinie Fahrwegkapazität. Richtlinie 405, Modul 0102, gültig ab 1. Januar 2008, Seite 4.
  2. DB Netz AG: Richtlinie Fahrwegkapazität. Richtlinie 405, Modul 0104, gültig ab 1. Januar 2008, Seite 28.
  3. Jörn Pachl, Systemtechnik des Schienenverkehrs, Teubner-Verlag Stuttgart 1999.

Kategorien: Bahnbetrieb

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Belegungsgrad (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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