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Becken (Geomorphologie)


Ein Becken im Sinn der Geomorphologie ist eine über oder unter dem Meeresspiegel liegende, in sich geschlossene und oft abflusslose Einmuldung der Erdkruste; sie liegt also entweder auf der Erdoberfläche (Landfläche) oder am Meeresboden.

Das Flächenausmaß der Absenkung kann sehr unterschiedlich sein. Die großen Ozeanbecken messen 2000 bis 4000 Kilometer im Durchmesser (6 davon im Pazifik), während die 20 größten kontinentalen Becken bei 300 bis 1000 km Durchmesser liegen. An Fläche werden sie zwar von mehreren ebenen Kontinent-Schilden übertroffen, die aber keine Muldenform haben. Bei kleineren, streng geschlossenen Geländeformen spricht man von Senken, ‚Becken‘ nennt man auch Talkessel, also abgeschlossene Talungen, die aber einen Abfluss haben.

Sedimentation

In fast allen Beckenlagen findet Sedimentation statt, die durch Wasser (Gewässer, Meeresströmungen), durch Wind, Eis, Rutschungen oder chemische Vorgänge erfolgen kann. Die Ablagerungen am Land sind vor allem Sand, Schotter, Ton und Löss, im Meer und in Seen auch Schlamm, organische Stoffe und Kalk.

Landschaften mit sehr starken Ablagerungen nennt man Sedimentbecken: Sie haben zwar meist einen Abfluss, doch werden Sedimente über lange Zeit an derselben Stelle abgelagert. Dadurch verdichten sich die untersten Schichten zu Gestein, während die Oberfläche langsam zu einer Ebene wird (z.B. Pannonische Tiefebene oder Rheingraben). Viele dieser Becken sind Schwächezonen der Erdkruste, wo geologische Störungslinien oder großräumige Tektonik zu andauernder Senkung führt.

In der geologischen Vergangenheit war die Sedimentation in Meeresbecken – siehe Geosynklinale – die Vorstufe zahlreicher Gebirgsbildungen.

Becken an Land

Geomorphologische Becken an Land unterscheiden sich von sogenannten Niederungen dadurch, dass sie oberirdisch abflusslose Einsenkungen sind. Die Höhenlage kann von etwa 100 m ü. NN (Meeresspiegel) in Strom- oder Küstennähe bis zu ausgesprochener Hochlage im Kontinentinneren reichen. Einzelne schüsselartige Gebiete liegen sogar unterhalb des Meeresspiegels und werden Depression genannt. Die tiefste Stelle solcher Senken ohne Abfluss wird oft von einem Salzsee eingenommen.

In kontinentalen Trockengebieten stellen die Becken meist Wüsten dar, und abflusslose Wannenlandschaften können zu ausgedehnten Salzpfannen werden. Hingegen weist die gemäßigte Zone zahlreiche Lössbecken auf, in denen die Winde der Eiszeit feinen Tonstaub abgelagert haben. Beispiele sind das Pariser Becken, die ungarische Puszta, die Ukraine und weite Gebiete in Nordost-China.

Manche länglich geformte Becken verlaufen entlang großer Gebirgsketten, während sich im Inneren oft kleinere Becken finden, auch in Form breiter Talböden oder Hochmoore. Am Rand von Gebirgen haben eiszeitliche Gletscher oft große Zungenbecken ausgeschürft, aus denen sich beispielsweise die See-Landschaften in Bayern oder im Salzkammergut gebildet haben.

Beispiele für Becken an Land:

Becken im Meer

Unterhalb der Meeresoberfläche liegende Becken bezeichnet man als Seebecken bzw. bei durchschnittlichen Tiefen von 4000 m und mehr als Tiefseebecken.

Die Sedimentation spielt im Meer eine sehr unterschiedliche Rolle. Im Durchschnitt ist der Meeresboden mit 1500 m bis 2000 m mächtigen Sedimenten bedeckt, die allerdings stark verfestigt sind. Darüber lagert eine wechselnd starke, durchschnittlich 300 m mächtige Schlammschicht. Den geologischen Untergrund bildet die ozeanische Erdkruste, die etwa 5000 m stark ist.
An den Kontinentalrändern (siehe Schelf) ist die Sedimentation stark unterschiedlich und der Feingehalt hängt von den vorherrschenden Gesteinen im Einzugsgebiet der großen Flüsse ab. An den Hängen der mittelozeanische Schwellen kommen zu den sonst vorherrschenden Absatzgesteinen (Sand, Ton, Kalk) auch Vulkanische und basaltische Sedimente hinzu.

Beispiele für Becken im Meer:

Die einzelnen Ozeane besitzen sehr viele kleine und zahlreiche große solcher Becken; eine Auflistung befindet sich hier.

Literatur

  • Arno Semmel:Geomorphologie der Bundesrepublik Deutschland. 5. überarbeitete Auflage, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-515-06897-X.
  • Harald Zepp:Geomorphologie. 5. Auflage, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2002, ISBN 978-3-8385-3593-7.

Siehe auch

Weblinks


Kategorien: Geomorphologie

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Becken (Geomorphologie) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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