Bechhofen (Mittelfranken) - LinkFang.de





Bechhofen (Mittelfranken)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: AnsbachVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 431 m ü. NHN
Fläche: 60,12 km²
Einwohner: 5937 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91572
Vorwahl: 09822
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 115
Marktgliederung: 28 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Martin-Luther-Platz 1
91572 Bechhofen
Webpräsenz: www.markt-bechhofen.de
Bürgermeister: Helmut Schnotz (UWG)
}
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Bechhofen (auch: Bechhofen an der Heide, umgangssprachlich: Béchof[2]) ist ein Markt im Landkreis Ansbach in Mittelfranken (Bayern).

Geografie

Nachbargemeinden sind von Norden beginnend im Uhrzeigersinn: Burgoberbach, Weidenbach, Ornbau, Arberg, Ehingen, Burk, Wieseth und Herrieden.

Gemeindegliederung

Bechhofen hat 28 Ortsteile:[3]

Geschichte

1311 wurde Bechhofen erstmals urkundlich als „Pechoven an der Wisent“ erwähnt.[4] Der Ortsname geht auf eine Pechsiederei zurück. 1351 verlieh Kaiser Karl IV. dem Konrad Küchenmeister von Forndorf für den Markt Bechhofen das Gerichtsrecht. Der Ort hatte spätestens seit dem Jahr 1434 das Marktrecht und war befestigt.

Ab 1643 war das Ansbachische Gericht und Oberamt in Feuchtwangen für Bechhofen zuständig. Der Ort gehörte somit zum 1791 von Preußen erworbenen Fürstentum Ansbach, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag. Als Teil des Fürstentums fiel Bechhofen im Vertrag von Paris (Februar 1806) durch Tausch an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Die jüdische Bevölkerung soll in den Jahren zwischen 1700 und 1860 fast zwei Drittel der Gesamtbevölkerung des Ortes ausgemacht haben. Die unter Denkmalschutz stehende Synagoge, eine sogenannte Scheunensynagoge mit reicher Ausmalung des 17. Jahrhunderts von Eliezer Sussmann, wurde in der Pogromnacht 1938 zerstört.[5] Die jüdischen Einwohner emigrierten oder wurden während des Dritten Reichs deportiert und getötet.

Von 1903 bis 1970 befand sich in Bechhofen die Endstation der Bahnstrecke Leutershausen-Wiedersbach–Bechhofen, die den Ort mit Ansbach verband und für den Transport der dort hergestellten Pinsel und Bürsten eine hohe Bedeutung hatte.

Eingemeindungen

Während der Gebietsreform wurden am 1. Januar 1971 die bisher selbständigen Gemeinden Liebersdorf und Thann eingegliedert. Am 1. Juli 1971 folgten Heinersdorf und Königshofen (beide damals im Landkreis Dinkelsbühl), ferner Großenried, Kaudorf, Mörlach und Sachsbach. Am 1. Oktober 1971 kam ein Teil der aufgelösten Gemeinde Wiesethbruck hinzu.[6] Am 1. Januar 1974 schloss Waizendorf die Liste der eingemeindeten Orte ab.[7]

Religionen

  • Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bechhofen
  • Evangelisch- Lutherische Kirchengemeinde Königshofen
  • Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Sommersdorf Thann
  • Pfarrei Herz Jesu Bechhofen
  • Pfarrei St. Laurentius Großenried

Politik

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat von Bechhofen hat 20 Mitglieder, dazu kommt der hauptamtliche Bürgermeister (UWG).

Bechhöfer Liste CSU FW Liste Süd UWG Landliste Gesamt
2008 4 4 4 2 5 1 20 Sitze
2014 4 4 2 3 5 2 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister Helmut Schnotz ist seit 2008 im Amt und wurde bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 mit über 87 % wiedergewählt. Zweiter Bürgermeister ist Bernd Kober (Bechhöfer Liste), der den Losentscheid gegen den dann zum dritten Bürgermeister gewählten Martin Günther (CSU) gewann.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Silber und Rot; vorne und hinten übereinander je zwei Walzen in verwechselten Farben mit durchgesteckten goldenen Spindeln.

Die Walzen wurden einst zur Pechherstellung verwendet, die in dem waldreichen Gebiet betrieben wurde. Auch der Name Bechhofen geht auf das Pech zurück.

Städtepartnerschaften

Partnerstadt ist seit 1975 die Gemeinde Le Blanc im zentralfranzösischen Département Indre.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Erwähnenswert ist das einzige deutsche Pinsel- und Bürstenmuseum. Bechhofen ist das Zentrum der deutschen Pinselindustrie. Das Museum hat sich zur Aufgabe gemacht, das vermutlich seit dem 18. Jahrhundert existierende Handwerk des Pinsel- und Bürstenmachers in seiner ganzen Vielfalt vorzustellen.[8] Bis heute werden die Pinsel zum Teil in Heimarbeit hergestellt.[9]

Das private museum wiegen & messen in Königshofen befasst sich umfassend mit Maßen, Waagen und Gewichten. An über 3000 Exponaten wird das Thema Wiegen und Messen umfassend veranschaulicht.

Bauwerke

Baudenkmäler

Liste der Baudenkmäler in Bechhofen (Mittelfranken)

Sport

  • Angelverein Rotauge Bechhofen
  • Modernes Bahnenhallenschwimmbad
  • TSV 1898 Bechhofen (mit Turnen, Fußball, Volleyball, Tischtennis, Sängerriege, Tennis)
  • DJK Großenried
  • FC Heide Königshofen
  • Schützenverein Einigkeit 1922 e. V. Bechhofen
  • RV Adler Bechhofen (Radsport und Tennis)
  • MSC Bechhofen (Motorsport)
  • Schachclub 1923 Bechhofen
  • TV 1990 Lettenmühle
  • Schützenverein Jägerhöhe Reichenau

Persönlichkeiten

Oskar Vogelhuber (1878–1971), Lehrer, Ministerialbeamter, Autor und Träger des Bayerischen Verdienstordens ist in Bechhofen geboren.

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Erlangen 1955, DNB 480570132 , S. 46. Im Gegensatz zu Bechhofen (Neuendettelsau), das umgangssprachlich Bechhûfn (Pech-hofen) ausgesprochen wird, hat sich hier in der Mundart die ursprüngliche Bedeutung des Ortsnamens erhalten (Pechofen).
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20091204/185108&attr=OBJ&val=1323
  4. Geschichte Bechhofens
  5. [1]
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 461.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 706.
  8. Deutsches Pinsel- und Bürstenmuseum
  9. Pia Ratzesberger: Das Zuhause der Pinselmacher. In: Süddeutsche Zeitung vom 18. April 2015, S. 27.

Weblinks

 Commons: Bechhofen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Bechhofen in der Topographia Franconiae (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Bechhofen, in: Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn, Band 2 – Quellen und Volltexte

Kategorien: Bechhofen (Mittelfranken) | Ort im Landkreis Ansbach | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bechhofen (Mittelfranken) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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