Bartholomäus Koßmann - LinkFang.de





Bartholomäus Koßmann


Bartholomäus Koßmann (* 2. Oktober 1883 in Eppelborn; † 9. August 1952 in Homburg) war ein deutscher Politiker der Zentrumspartei (später CVP).

Leben

Nach dem Abschluss der Volksschule war Koßmann von 1899 bis 1905 als Bergmann in der Grube Camphausen beschäftigt. Koßmann schloss sich bereits als junger Mann der katholischen Arbeiterbewegung an und wurde Anfang März 1903 in Neunkirchen Sekretär der dortigen katholischen Arbeitervereine. Ab 1909 gehörte er dem Gemeinderat von Neunkirchen an und war ab 1917 im Verbandsvorstand der katholischen Arbeitervereine tätig.

Koßmann zog 1912 als jüngster Abgeordneter für das Zentrum in den Deutschen Reichstag ein, wo er als Abgeordneter den Wahlkreis Trier 6 (Ottweiler) vertrat.[1] Ab 1914 saß er der Fachabteilung Bergbau vor. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte er von Januar 1919 bis 1920 der Weimarer Nationalversammlung an. Im Gegensatz zur Mehrheit seiner Fraktionskollegen stimmte er am 22. Juni 1919 in der Nationalversammlung gegen die Unterzeichnung des Versailler Vertrages. Im Jahre 1919 war er außerdem Mitglied der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung.[2] Koßmann wurde 1920 zum Oberregierungsrat ernannt. Von 1922 bis 1925 war er Vorsitzender des Landesrates und ab 1924 Mitglied der Regierungskommission des Völkerbundes für das Saargebiet. Zudem war Koßmann von 1920 bis 1935 bei der Völkerbundsverwaltung in der Abteilung Volkswohlfahrt tätig.

Koßmann gehörte auf katholischer Seite zu den Gegnern des Reichskonkordats und gehörte zum Widerstandskreis um Carl Friedrich Goerdeler. Ab 1942 nahm die Gestapo erste Ermittlungen gegen Koßmann auf. Er war in die Pläne des Widerstands bedingt eingeweiht und war im Schattenkabinett Beck/Goerdeler für den Fall eines gelungenen Staatsstreiches als Politischer Unterbeauftragter im Wehrkreis XII (Wiesbaden) eingeplant. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er zwei Tage später in Forbach verhaftet. Zunächst war er im Gestapo-Lager Neue Bremm inhaftiert und wurde danach u.a. in das KZ Ravensbrück überstellt. Vor dem Volksgerichtshof wurde Koßmann am 19. Januar 1945 freigesprochen blieb aber dennoch bis zum 12. Februar 1945 in Haft. Danach wurde er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges durch die Gestapo überwacht.

Nach Kriegsende gehörte er zu den Mitbegründern der CVP und wurde deren Ehrenvorsitzender. Am 5. Oktober 1947 wurde er in den neu gegründeten Landtag des Saarlandes gewählt, dem er bis zu seinem Tod am 9. August 1952 angehörte. Zudem war er ab dem 15. Dezember 1947 Vizepräsident des Saarländischen Landtages. Koßmann setzte sich für den friedlichen Ausgleich zwischen Frankreich und Deutschland ein und sprach sich – im Gegensatz zu Johannes Hoffmann – gegen eine wirtschaftliche und politische Angliederung an Frankreich aus.

Ehrungen

Die Gemeinde Eppelborn verleiht für langjähriges bürgerschaftliches Engagement die Bartholomäus-Koßmann-Medaille. 2003 errichtete das Saarland die Bartholomäus-Koßmann-Stiftung.

Einzelnachweise

  1. Kaiserliches Statistisches Amt (Hrsg.): Die Reichstagswahlen von 1912. Heft 2. Berlin: Verlag von Puttkammer & Mühlbrecht, 1913, S. 95 (Statistik des Deutschen Reichs, Bd. 250)
  2. August Hermann Leugers-Scherzberg: Koßmann, Bartholomäus. In: Die Zentrumsfraktion in der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung 1919–1921. Sitzungsprotokolle. Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5179-3. S. 300.

Literatur

  • Heinz Monz: Koßmann, Bartholomäus. In: Trierer Biographisches Lexikon. Gesamtbearbeitung: Heinz Monz. Verlag der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Koblenz 2000, S. 233 ISBN 3-931014-49-5
  • Reinhold Bost: Bartholomäus Koßmann - Christ, Gewerkschafter, Politiker - 1883 - 1952. Gollenstein Verlag, 2002. ISBN 3-935731-34-5.
  • Phillipp W. Fabry: Bartholomäus Koßmann - Treuhänder der Saar 1924-1935. Gollenstein Verlag, 2011. ISBN 978-3-938823-99-6

Weblinks


Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bartholomäus Koßmann (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.