Barnards Pfeilstern - LinkFang.de





Barnards Pfeilstern


Stern
Barnards Pfeilstern
Beobachtungsdaten
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Sternbild Schlangenträger
Rektaszension 17h 57m 48,5s [1]
Deklination +04° 41′ 36,2″ [1]
Scheinbare Helligkeit 9,54  mag [1]
Typisierung
Spektralklasse M4 Ve [2]
B−V-Farbindex +1,570 ± 0,015  
Astrometrie
Radialgeschwindigkeit (−110,6 ± 0,2)  km/s [3]
Parallaxe (545,4 ± 0,3)  mas [4]
Entfernung [4] (5,980 ± 0,003)  Lj
(1,834 ± 0,001)  pc
Visuelle Absolute Helligkeit Mvis (+13,3 ± 0,1)  mag [4]
Eigenbewegung [5]
Rek.-Anteil: (−798,58 ± 1,72)  mas/a
Dekl.-Anteil: (+10328,12 ± 1,22)  mas/a
Physikalische Eigenschaften
Radius 0,20 R
Leuchtkraft

0,00044 L

Andere Bezeichnungen
und Katalogeinträge
Bonner DurchmusterungBD +4° 3561a
Hipparcos-KatalogHIP 87937 [1]
Tycho-KatalogTYC 425-2502-1[2]
Weitere BezeichnungenV2500 Ophiuchi • GJ 699 • LHS 57 • LTT 15309 • G 140-24 • GSC 00425-00184
Aladin previewer

Barnards Pfeilstern (oder Barnards Stern, auch Munich 15040) ist ein kleiner Stern im Sternbild Schlangenträger. Mit einer Entfernung von etwa 6 Lichtjahren ist Barnards Pfeilstern unter den bekannten Sternen der dem Sonnensystem viertnächste. Nur die drei Komponenten des α-Centauri-Systems liegen näher. Der Pfeilstern ist allerdings ein Roter Zwerg mit Spektraltyp M4 und scheinbarer Helligkeit 9,54 mag, so dass er trotz seiner Nähe zu schwach leuchtet, um ohne Teleskop oder ein starkes Prismenfernglas beobachtet werden zu können. Er liegt nahe dem Stern 66 Oph. Bis zum Jahr 11.800 wird er sich der Sonne bis auf 3,8 Lichtjahre nähern und danach wieder entfernen.

Schnellläufer

Barnards Pfeilstern weist die bislang größte bekannte Eigenbewegung von 10,3 Bogensekunden pro Jahr auf. Seine relative Geschwindigkeit zum Sonnensystem beträgt rund 140 Kilometer pro Sekunde. Das Ausmaß seiner Eigenbewegung wurde 1916 von dem Astronomen Edward Emerson Barnard entdeckt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Kapteyns Stern im Pictor (Südhimmel) als der Stern mit der größten Eigenbewegung gegolten. Solche Sterne, deren Himmelsposition sich rasch verschiebt, werden in der Astronomie als Schnellläufer bezeichnet. Wie schnell sich Barnards Stern bewegt, verdeutlicht die Animation. Sie besteht aus vier Bildern, die jeweils im Abstand von drei Jahren aufgenommen wurden.

Geschichte

Im Jahre 1938 begann man am Sproul-Observatorium eine Serie von Photoplatten des Sterns zu erstellen, um seine Parallaxe und säkulare Beschleunigung genauer zu messen sowie nach potenziellen Begleitern des Sterns zu suchen. Von 1963 an akzeptierte eine große Zahl von Astronomen für viele Jahre die Behauptung von Peter van de Kamp, dass er eine Störung in der Eigenbewegung des Pfeilsterns entdeckt habe, aus der folge, dass der Stern von einem oder zwei Planeten mit einer dem Jupiter vergleichbaren Masse umkreist werde.

G. Gatewood konnte den oder die Planeten bei Messungen am Allegheny Observatory (bis 1973) jedoch nicht nachweisen. Trotzdem hielt sich die Theorie von Planeten um Barnards Pfeilstern noch bis in die 1980er Jahre, bis van de Kamps Behauptung allgemein als fehlerhaft angesehen wurde. Der Grund für die Fehlerhaftigkeit der Ergebnisse van de Kamps waren zunächst unerkannte Fehler am benutzten Messinstrument.

Solange die Behauptung anerkannt war, trug sie allerdings zur Berühmtheit des Sterns in der Science-Fiction-Gemeinde bei (sie ist z. B. Teil der Handlung der Fernsehserie Mondbasis Alpha 1) und ließ Barnards Pfeilstern auch als aussichtsreiches Ziel für das Projekt Daedalus, die Planung einer interstellaren Raumsonde, erscheinen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Barnards Pfeilstern  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Hipparcos-Katalog (ESA 1997)
  2. Kirkpatrick, J. Davy; McCarthy, Donald W.: „Low mass companions to nearby stars: Spectral classification and its relation to the stellar/substellar break“ ; in: The Astronomical Journal, Vol. 107, Nr. 1, S. 333ff. (1994)
  3. Pulkovo radial velocities for 35493 HIP stars
  4. 4,0 4,1 4,2 Benedict et al.: „Interferometric astrometry of proxima Centauri and Barnard’s star using Hubble Space Telescope fine guidance sensor 3: detection limits for substellar companions.“ ; in: The Astronomical Journal, Vol. 118, Issue 2, S. 1086ff. (1999)
  5. Hipparcos, the New Reduction (van Leeuwen, 2007)

Kategorien: Schlangenträger | Roter Zwerg | Individueller Stern fünfter Größe und dunkler

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Barnards Pfeilstern (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.