Baraita - LinkFang.de





Baraita


Baraita (aramäisch ברייתא "etwas, das außerhalb ist"; pl. Baraitot) bezeichnet eine Lehrmeinung aus tannaitischer Zeit, die jedoch keinen Eingang in die Mischna gefunden hat. "Außerhalb" bezieht sich dementsprechend auf "außerhalb der Mischna". Ursprünglich könnte sich "außerhalb" jedoch auf "außerhalb der bedeutendsten Lehrhäuser (d.h. von Sura und Pumbedita)" bezogen haben, wenngleich in späterer Zeit Tannaim (Lehrer der Mischna) als Autoren einer Baraita genannt werden.

Da die Mischna die gesamte mündliche Tora in sehr knapper Form enthält – um die mündliche Weitergabe zu erleichtern –, sind zahlreiche Varianten, zusätzliche Erklärungen, klärende Ausdeutungen und Regeln nicht in der Mischna enthalten. Diese wurden später zusammengestellt in Werken, die man ebenfalls "Baraitot" nennt, häufig in Form von Listen von Lehren eines Weisen. "Baraita" bezeichnet also neben der einzelnen Lehre auch deren Kompilation. Hauptsammlungen von Baraitot sind die Tosefta und die halachischen Midraschim (z. B. Mechilta, Sifra und Sifre).

Baraitot haben halachisch etwas geringeres Gewicht als die Mischna. Trotzdem gelten solche Lehrmeinungen ebenfalls als Beweistexte für die Amoräer, die Lehrer des Talmud, in deren Analysen und Interpretationen der Mischna. In der Regel wird eine Baraita im talmud bavli durch die aramäischen Formulierungen tanja (aramäisch תניא; hebräisch למדנו בעל פה; dt. "es wird gelehrt")[1] oder tanu Rabbanan (aramäisch תנו רבנן; hebräisch שנו רבותינו; dt.: "unsere Meister lehrten") [2] eingeleitet, während ein Mischnazitat mit tenan eingeführt wird. Im Jerusalemer bzw. palästinischen Talmud sind Zitationen aus Baraitot seltener anzutreffen.

Der sprachliche Stil der Baraitot lässt sich von dem der Mischna kaum unterscheiden, wenngleich einzelne Passagen bereits Anzeichen einer späteren Sprachstufe des Hebräischen aufweisen.

Eine Ausgabe gesammelter Baraitot aus dem palästinischen und babylonischen Talmud nahm M. Higger vor (Otsar ha-Baraitot. 10 Bände, New York 1938–1948).

Literatur

Einzelnachweise

  1. "תניא" „ususally introduces a baraitha with the name of a tanna mentioned before the first statement “ aus: Yitzhak Frank: The practical Talmud dictionary . Ariel, United Israel Institutes, Jerusalem 1991, S. 262.
  2. "תנו רבנן " „(The hakhamim taught) usually introduces a baraitha that Begins with an anonymous statement“ aus: Yitzhak Frank: The practical Talmud dictionary . Ariel, United Israel Institutes, Jerusalem 1991, S. 260.

Weblinks

Siehe auch


Kategorien: Jüdische Literatur

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Baraita (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.