Bakterienchromosom - LinkFang.de





Bakterienchromosom


Als Bakterienchromosomen werden die größten DNA-Moleküle eines Bakteriums bezeichnet, die neben kleineren DNA-Molekülen (Plasmiden) in der Zelle vorkommen. Es ist kein Chromosom im eigentlichen Sinne, sondern besteht aus einem meist zirkulären (in sich geschlossenen, also endlosen), meistens über 1 mm langen DNA-Molekül, das einzeln oder in wenigen Kopien vorliegt. Es ist dicht strukturiert, liegt frei im Cytoplasma und nimmt trotz seiner Länge einen nur kleinen Bereich der Bakterienzelle ein, den man als Nucleoid (Kernäquivalent) bezeichnet.

Die Chromosomen der Bakterien sind nicht strukturlose Moleküle, sondern mit Proteinen assoziiert und auch räumlich strukturiert. Trotz der irreführenden Bezeichnung enthält das chromosomale Material der Bakterien wie bei allen Prokaryoten kein Chromatin.[1] Die DNA wird durch einen Mechanismus komprimiert, der Superspiralisierung genannt wird[2], während ein Chromosom durch Chromatin verpackt wird. In den meisten Prokaryoten ist die DNA zirkulär, und somit ist Replikation ohne die Bildung von Telomeren möglich.[3] Es gibt nur wenige Arten von Bakterien mit linearen Chromosomen, wie zum Beispiel Borrelien und Streptomyceten.[4]

Viele Eukaryoten (wie Pflanzen und Tiere) haben prokaryotische DNA in Organellen wie Mitochondrien und Chloroplasten. Diese Organellen sind echten Prokaryoten sehr ähnlich.[3] Siehe hierzu auch: Endosymbiontentheorie.

Analog zum Genom der Eukaryoten wird die Gesamtheit der DNA einer prokaryotischen Zelle, aber auch der Viren, gelegentlich Genophor genannt.[5] Dieser Ausdruck hat sich jedoch nicht durchgesetzt.[6]

Weblinks

 Wiktionary: Bakterienchromosom – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. H. Ris: Ultrastructure and molecular organization of genetic systems. In: Can. J. Genet. Cytol. Bd. 3, 1961, S. 95-120.
  2. Benham C, Mielke S: DNA mechanics. In: Annu. Rev. Biomed. Eng.. 7, S. 21–53. PMID 16004565 .
  3. 3,0 3,1 D. Nelson, M. Cox: Principles of Biochemistry. Third Edition 2000, S. 28-39.
  4. Matthias Redenbach, Josef Altenbuchner: Warum haben einige Bakterien lineare Chromosomen und Plasmide? In: Biospektrum. Bd. 8, Nr. 2, 2002, S. 158-163. PDF .
  5. Biology Glossary
  6. Lynn Margulis: Hans Ris (1914-2004). Genophore, chromosomes and the bacterial origin of chloroplasts. In: International Microbiology. Band 8, 2005, S. 145-148.

Kategorien: Nukleinsäure | Genetik

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bakterienchromosom (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.