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Bahnstrecke Gera Süd–Weischlitz


Gera Süd–Weischlitz[1]
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen von 1902
Streckennummer:6269; sä. GWz
Kursbuchstrecke (DB):541
Streckenlänge:60,024 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:CM4[2]
Maximale Neigung:
Minimaler Radius:275 m
Höchstgeschwindigkeit:80 km/h
von Leipzig-Leutzsch
-0,120 Gera Süd früher Gera (Reuß) Sächs Stb 197 m
0,979 Gera-Debschwitz (Abzw)
nach Probstzella
nach Gößnitz
1,800 Gera Süd Gbf 200 m
Verbindungskurve von Gößnitz
2,578 Gera Ost früher Zwötzen Sächs Stb 203 m
4,084 Gera-Liebschwitz 206 m
4,605 Liebschwitzer Viadukt (226 m)
neue Verbindungsstrecke (in Bau)
ursprüngliche Trasse von Wolfsgefährth (1875–1892)
6,424 Wünschendorf (Elster) Nord 207 m
6,633 Meilitzer Viadukt (130 m)
Werdau–Mehltheuer
von Mehlteuer
Anst Kalkwerk Wünschendorf
9,397 Wünschendorf (Elster) 213 m
nach Werdau
9,740 Wirtschaftsweg (10 m)
10,200 Weiße Elster (120 m)
12,100 Tunnel Lochgut (53 m)
12,200 Weiße Elster (70 m)
18,248 Berga (Elster) 228 m
21,913 Weiße Elster (60 m)
22,100 Tunnel Rüßdorf (264 m)
24,074 Neumühle (Elster) 245 m
25,276 Weiße Elster (100 m)
25,945 Weiße Elster (50 m)
26,130 Tunnel Neumühle (118 m)
26,288 Weiße Elster (75 m)
30,086 Tunnel Schloßberg (270 m)
30,300 (20 m)
30,317 Weiße Elster (70 m)
30,664 Greiz 261 m
nach Neumark
31,900 Weiße Elster (110 m)
32,346 Bundesstraße 92 (10 m)
32,200 Anst Papierfabrik Greiz
32,596 Weiße Elster (60 m)
32,700 Tunnel Dölau (139 m)
32,929 Weiße Elster (70 m)
33,558 Greiz-Dölau (ehem. Bf) 269 m
36,740 Anst ANFC Greiz-Dölau
Landesgrenze SachsenThüringen
35,878 Elsterberg 275 m
36,100 Weiße Elster (60 m)
36,449 Tunnel Elsterberg (357 m)
Anst Enka Elsterberg
37,011 Elsterberg Kunstseidenwerk 276 m
39,577 Weiße Elster (43 m)
39,792 Tunnel Rentzschmühle (88 m)
39,923 Weiße Elster (43 m)
40,277 Weiße Elster (43 m)
40,524 Weiße Elster (40 m)
Anst Steinbruch Rentzschmühle
40,710 Rentzschmühle 298 m
42,169 Weiße Elster (55 m)
42,928 Barthmühle 306 m
Hof–Leipzig (Elstertalbrücke)
43,707 Trieb (30 m)
45,100 Tunnel Barthmühle (206 m)
45,230 Weiße Elster (40 m)
45,796 Weiße Elster (49 m)
47,471 Weiße Elster (32 m)
48,641 Weiße Elster (65 m)
von Lottengrün
49,651 Plauen (Vogtl) Chrieschwitz 333 m
50,180 Anst Stahltechnologie Plauen, Fernheizwerk Plauen
51,133 Plauen (Vogtl) Mitte
51,831 Bundesstraße 173 (21 m)
52,062 Bundesstraße 92 (15 m)
52,677 Plauen (Vogtl) unt Bf 337 m
53,386 Anst Vomag
54,371 Plauen (Vogtl) Zellwolle 347 m
Anst Köstner Stahlzentrum
57,819 Weiße Elster (38 m)
58,130 Kürbitz 352 m
von Plauen ob Bf
59,904 Weischlitz 354 m
nach Cheb

Die Bahnstrecke Gera Süd–Weischlitz (auch: Elstertalbahn) ist eine eingleisige Hauptbahn in Thüringen und Sachsen, die ursprünglich durch die Sächsisch-Thüringische Eisenbahngesellschaft erbaut und betrieben wurde. Sie verläuft im Tal der Weißen Elster von Gera über Greiz und Plauen nach Weischlitz.

Geschichte

Ursprünglicher Ausgangspunkt war der Bahnhof Wolfsgefärth an der schon vorhandenen preußischen Bahnstrecke Leipzig–Probstzella. Der Abschnitt von Wolfsgefärth bis Greiz ging am 17. Juli 1875 in Betrieb. Als zweiter Abschnitt wurde die Strecke von Greiz bis Plauen unterer Bahnhof am 8. September in Betrieb genommen, der letzte Abschnitt bis Weischlitz folgte am 20. September desselben Jahres, hier mündet die Strecke in die Bahnstrecke Plauen–Eger ein. Die vielen Brücken und die acht Tunnel trieben jedoch die Sächsisch-Thüringische Eisenbahngesellschaft 1876 in den finanziellen Notstand, so dass die Strecke an die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen verkauft werden musste.

Die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen eröffneten am 1. Dezember 1892 eine direkte Trasse vom sächsischen Bahnhof Gera (Reuß) Sächs Stsb (heute Gera Süd) nach Wünschendorf. Die ursprüngliche Anbindung an den preußischen Bahnhof Wolfsgefärth wurde gleichzeitig aufgegeben.

Die sogenannte untere Bahn ist durchgängig für den zweigleisigen Betrieb trassiert (Tunnel, Brückenwiderlager). Tatsächlich verlegt wurde das zweite Gleis nur auf den Abschnitten Gera–Wünschendorf und Plauen (Vogtl)-Chrieschwitz–Plauen (Vogtl) unt Bf.[3] Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es demontiert.

Am 16. April 1945 wurde die Elstertalbrücke von der deutschen Wehrmacht gesprengt, erst im Herbst 1945 konnte der durchgehende Zugverkehr nach Räumung der Trümmer wieder aufgenommen werden.[3] Nach dem Zweiten Weltkrieg besaß die Strecke für den Güterverkehr eine große Bedeutung, da die Städte an der Weißen Elster wichtige Industriestandorte waren. Es verkehrten außerdem einige Fernzüge in die Tschechoslowakei, da noch bis in die 1970er Jahre die weiter östlich gelegene obere Bahn über Werdau und Reichenbach nach den Demontagen der Nachkriegszeit teilweise nur eingleisig und somit überlastet war. Analog dazu wurde auch die parallele Strecke Weida–Mehltheuer als Entlastungsroute genutzt, allerdings für Verbindungen nach Süddeutschland. Nachdem die Strecke Reichenbach – Plauen Oberer Bahnhof wieder komplett zweigleisig befahrbar war, ließ auch die Auslastung der unteren Bahn nach. Zu Beginn der 1980er Jahre wurde mit dem Ex 68 „Karola“ nochmals eine hochwertige Fernverbindung in Form von Dieseltriebzügen geschaffen. Möglich wurde dies, nachdem die Zugeinsätze des Vindobona 1979 von der Triebzugreihe VT 18.16 auf lokbespannte Züge umgestellt wurden und diese dadurch anderweitig verfügbar waren. Ab 1981/82 verkehrten nur noch Züge des Güter- und Nahverkehrs. Typisch hier waren die Lokomotiven der damaligen Baureihe 112 (später Baureihe 202) im Personenzugverkehr und der damaligen Baureihe 120 (später Baureihe 220) für Güterzüge.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 entfiel der Fernverkehr völlig. Im Fahrplan 1992/93 sind lediglich je ein Eilzug-Paar Greiz – Erfurt (– Fulda) bzw. Gera – Adorf (Vogtl) vorgesehen. Der Güterverkehr schrumpfte auf wenige Züge nach Greiz–Dölau und einige Durchgangsgüterzüge nach Tschechien. Die abzweigende Strecke Greiz–Neumark wurde 1999 stillgelegt und abgebaut.

Der Reisezugverkehr wird seit 9. Dezember 2012 anteilig von der Vogtlandbahn und der Deutschen Bahn betrieben. Die Vogtlandbahn betreibt die Züge zwischen Weischlitz und Gera und setzt Desiro und Regio-Shuttle RS 1 auf der Strecke ein, die Deutsche Bahn im Abschnitte Elsterberg – Gera die DB-Baureihe 612. Auf der gesamten Strecke gibt es einen Zweistundentakt mit Kreuzung in Elsterberg zur vollen Stunde, der zwischen Greiz und Gera auf einen Stundentakt mit Kreuzung in Berga kurz vor der halben Stunde verdichtet ist. Sonderfahrten mit Dampflokomotiven zwischen Gera und Cheb finden meistens an Wochenenden und Feiertagen im Herbst statt. Der Güterverkehr beschränkt sich normalerweise auf Züge zwischen Gera und Greiz-Dölau sowie Übergaben zwischen Weischlitz und Plauen-Chrieschwitz. Den Kesselwagenzügen werden zwischen Gera und Greiz-Dölau Lokomotiven der Baureihe 203, 261 oder 294 vorgespannt. Den Übergaben zu den Anschlüssen im Plauener Stadtgebiet (Zellwolle, unterer Bahnhof, Chrieschwitz) sind (Stand: Mai 2013) Lokomotiven der Baureihe 261 vorgespannt. Diese Übergaben verkehren ab Plauen ob Bf auf der Bahnstrecke nach Eger ("obere Bahn") und wechseln in Weischlitz die Fahrtrichtung.

Am 24. Februar 2014 begann der Bau des neuen Haltepunkts Plauen (Vogtl) Mitte im Rahmen des Projektes „ÖPNV/SPNV-Verknüpfungsstelle Reichenbacher Straße“. Damit soll wieder eine bessere Verknüpfung der Strecke an die Plauener Straßenbahn hergestellt werden. Während der Baumaßnahmen war die Strecke zwischen Plauen-Chrieschwitz und Weischlitz bis 2. November voll gesperrt. Der Reiseverkehr wurde dort im Schienenersatzverkehr abgewinkelt.[4]

Am 7. September 2015 wurde der neue Haltepunkt Plauen-Mitte eröffnet. Plauen (Vogtl) unt Bf und der Haltepunkt Plauen (Vogtl)-Zellwolle werden seitdem nicht mehr bedient.[5]

Ausblick

Aufgrund des sanierungsbedürftigen Zustandes des Liebschwitzer Viadukts (Langsamfahrstelle mit 10 km/h) prüfte die DB verschiedene Varianten für den zukünftigen Verkehr in Richtung Weischlitz. Bis 2016 soll ein Abzweig von der Strecke nach Weida zwischen Röppisch und Wolfsgefärth geschaffen werden und der Abschnitt über Liebschwitz und Gera Ost (ehemals Zwötzen Ost) stillgelegt werden. Außerdem soll der Haltepunkt Zwötzen wieder zu einem Bahnhof ausgebaut werden und einen zweiten Bahnsteig erhalten, da dort künftig neben den Zügen nach Zeulenroda, Hof und Saalfeld auch die Züge nach Greiz und Weischlitz halten sollen.

Streckenverlauf

Der Geraer Südbahnhof wird zunächst auf zweigleisiger Strecke verlassen, bis nach Unterquerung der Südosttangente nach Süden die Strecke nach Saalfeld und nach Osten die Strecke nach Gößnitz abzweigt. Die Elstertalbahn folgt der Saalfelder Strecke südwärts durch den Stadtteil Zwötzen und nähert sich ihr nahe Wolfsgefärth bis auf wenige Meter an. Auf diesem Abschnitt wird bereits zweimalig die Weiße Elster überquert. Auf Höhe des Wünschendorfer Dolomitwerkes wird die stillgelegte Bahnstrecke Weida–Wünschendorf–Werdau unterquert, bis jene im Bahnhof Wünschendorf auf die Elstertalstrecke trifft. Beide Strecken verlassen die Stadt und das Wünschendorfer Becken parallel und erreichen das eng geschnittene und dicht bewaldete Tal der Elster, wobei die Elstertalbahn auf das westliche Flussufer wechselt. Nach Passieren des Quarzit-Steinbruches biegt die Werdauer Strecke ostwärts in das Fuchsbachtal ab, während die Elstertalstrecke erstmals durch einen Tunnel führt und erneut den Fluss quert. In Berga wird die Bundesstraße 175 gekreuzt und südlich der Stadt zunächst eine landwirtschaftlich genutzte Flussaue durchstreift, bis der Fluss wieder gequert und das Tal über den 264 m langen Rüßdorfer Tunnel abgekürzt wird. Ab der Lehnamühle führt die Strecke durch das Landschaftsschutzgebiet Greiz-Werdauer Wald, vorbei am Bahnhof von Neumühle und nach einer Doppelquerung des Flusses durch den Tunnel Neumühle. Auf dem Weg nach Greiz wird der Fluss noch zweimalig gequert, wobei auf diesem Abschnitt zu den nennenswerteren Ingenieurbauwerken der – als Fotomotiv beliebte – Schlossbergtunnel unter dem Oberen Schloss in Greiz zählt.

Auf der zweiten Streckenhälfte wird die Weiße Elster insgesamt vierzehn Mal überquert, außerdem verläuft bis Elsterberg die Bundesstraße 92 weitestgehend mit durch das Elstertal. An der Ausfahrt des Greizer Bahnhofes zweigt nach Osten die stillgelegte Strecke nach Neumark ab, gleichzeitig wird die alte Stahlbrücke der Tannendorfstraße unterquert. Hinter der Mündung der Göltzsch in die Weiße Elster überquert die Strecke zwei Mal die Elster und führt durch den Tunnel Dölau oder auch Rothenthaler Tunnel, bevor sie die Bahnstation von Greiz-Dölau erreicht. Zwischen Greiz-Dölau und Elsterberg verbleibt die Strecke auf dem östlichen Elsterufer und passiert die Landesgrenze zum Freistaat Sachsen, bevor sie auf dem folgenden Abschnitt bis Barthmühle insgesamt sechs Mal über den Fluss und durch zwei Tunnelbauwerke führt. Zu den markantesten Streckenpunkten zählt die folgende Durchführung unter die Elstertalbrücke, welche ihrerseits die Bahnstrecke Leipzig–Hof trägt. Unmittelbar darauf führt die Strecke an der Mündung der Trieb und der 800 Meter östlich liegenden Talsperre Pöhl vorbei. Es folgen der Tunnel Barthmühle sowie vier weitere Elsterbrücken, bis die Industriestadt Plauen mit ihren nur noch teilweise bedienten Stationen Chrieschwitz, Unterer Bahnhof und Zellwolle erreicht wird. Nach Verlassen der Stadt nähert sich von Norden her die Bahnstrecke Plauen–Cheb an, die sich schließlich in Kürbitz auf die Elstertalbahn trifft und die verbliebenen knappen zwei Kilometer bis Weischlitz parallel verläuft.

Fahrzeugeinsatz

In den 1990er Jahren kamen im Reisezugverkehr neben der Baureihe 202 auch Lokomotiven der Reihen 219 und 232 zum Einsatz, die meist UIC-Z-Reisezugwagen, manchmal aber auch UIC-X-Schnellzugwagen der früheren Bundesbahn zogen.[6] Im Jahre 2000 erschienen die ersten Desiros auf der Strecke. Zum Fahrplanwechsel 2012 kam die DB-Baureihe 612 mit zum Einsatz.

Literatur

  • Wilfried Rettig: Die Elstertalbahn – Die Geschichte der Eisenbahn zwischen Gera, Greiz, Plauen und Weischlitz. EK-Verlag, Freiburg 2006, ISBN 3-88255-588-2
  • Wilfried Rettig: Die Eisenbahnen im Vogtland – Band 1: Entwicklung, Hauptstrecken, Fahrzeuge, Bahnbetriebswerke und Hochbauten, EK-Verlag, Freiburg 2001, ISBN 3-88255-686-2
  • Georg Thielmann: Die Elstertalbahn. Die Geschichte der Hauptbahn von Gera nach Weischlitz. 1. Auflage. Wachsenburgverlag, Arnstadt 2003, ISBN 3-935795-02-5 (116 Seiten).

Weblinks

 Commons: Elstertalbahn  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Streckendaten auf www.sachsenschiene.de
  2. STREDA - Streckendaten der DBAG, Stand 2003
  3. 3,0 3,1 Wilfried Rettig: Die Eisenbahnen im Vogtland – Band 1: Entwicklung, Hauptstrecken, Fahrzeuge, Bahnbetriebswerke und Hochbauten. 2006, S. 150, 167.
  4. pressemitteilung Verkehrsverbund Vogtland
  5. pressemitteilung Verkehrsverbund Vogtland
  6. Ingo Fritzsch: Die Elstertalbahn von Gera nach Weischlitz. In: Das Eisenbahnbilderarchiv. Abgerufen am 29. April 2012.

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