Bahnstrecke Aulendorf–Leutkirch - LinkFang.de





Bahnstrecke Aulendorf–Leutkirch


Aulendorf–Leutkirch
Streckennummer (DB):4550 (Herbertingen–Isny)
Kursbuchstrecke (DB):753 (Aulendorf–Kißlegg)
971 (Kißlegg–Leutkirch)
Streckenlänge:40,6 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
von Herbertingen
Südbahn von Friedrichshafen
27,800 Aulendorf 547 m
28,200 Südbahn nach Ulm
37,500 Bad Waldsee 597 m
Roßbergbahn von Bad Wurzach
45,500 Roßberg 651 m
48,200 Alttann 670 m
50,900 Wolfegg bis 2005 Bhf 677 m
55,600 Hahnensteig-Krumbach
von Hergatz
57,700 Kißlegg 651 m
60,300 Reipertshofen 658 m
62,000 Freibolz
63,300 Gebrazhofen 665 m
65,900 Heggelbach 665 m
68,612 Leutkirch (Keilbahnhof) 652 m
nach Isny
nach Memmingen

Die Bahnstrecke Aulendorf–Leutkirch, historisch auch als Württembergische Allgäubahn bezeichnet, ist eine nicht elektrifizierte eingleisige Eisenbahnstrecke von Aulendorf über Bad Waldsee und Kißlegg nach Leutkirch. Der Abschnitt von Aulendorf nach Kißlegg ist Teil der Kursbuchstrecke 753, die von der Deutschen Bahn AG heute als Württemberg-Allgäu-Bahn bezeichnet wird und auch die angrenzende Bahnstrecke Kißlegg–Hergatz beinhaltet. Der Abschnitt von Kißlegg nach Leutkirch gehört der Kursbuchstrecke 971 an, die die gesamte Strecke von Augsburg nach Lindau beschreibt. Historisch betrachtet werden manchmal auch die angrenzenden Bahnstrecken Herbertingen–Aulendorf und Leutkirch–Isny der Württembergischen Allgäubahn zugeordnet, unter anderem besteht eine durchgehende Kilometrierung vom Nullpunkt Herbertingen bis Isny. Beim ehemaligen Haltepunkt Reipertshofen überquert die Strecke auf einer Höhe von 658 m die Europäische Wasserscheide zwischen Rhein (westlich) und Donau bzw. Iller (östlich). Der höchste Punkt der Strecke befindet sich westlich vom Haltepunkt Wolfegg auf etwa 690 m Höhe.

Geschichte

Im Jahr 1860 setzte sich ein sogenanntes „Eisenbahn Comite“ zusammen, mit dem Ziel, auch die Städte Leutkirch und Isny an das Netz der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen anzuschließen. Am 13. August 1865 entschied sich die württembergische Abgeordnetenkammer schließlich dazu, eine Strecke von Herbertingen über Saulgau, Aulendorf, Waldsee, Kißlegg und Leutkirch nach Isny zu bauen. Diese wurde in fünf Teilabschnitten wie folgt eröffnet:

25. Juli 1869 Saulgau–Aulendorf–Waldsee 28,5 km
10. Oktober 1869 Herbertingen–Saulgau 09,0 km
15. September 1870 Waldsee–Kißlegg 20,2 km
1. September 1872 Kißlegg–Leutkirch 11,0 km
15. August 1874 Leutkirch–Isny 15,9 km

In Aulendorf querte die neue Strecke dabei die Württembergische Südbahn, die von Ulm zum Bodensee führt. Aulendorf wurde mit dem Bau der Württembergischen Allgäubahn deshalb zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt in Oberschwaben. Nachdem 1889 die Bahnstrecke Leutkirch–Memmingen entstanden war, verlor die Fortsetzung nach Isny verkehrlich an Bedeutung.

Personenverkehr

Der Personenverkehr war im Rahmen des Allgäu-Schwaben-Taktes 1993 auf der Relation Aulendorf–Leutkirch–Memmingen zum Stundentakt verdichtet worden. Zum Jahresfahrplan 2005 wurde jedoch der Stundentakt zum Zweistundentakt ausgedünnt – wegen angeblich zu geringer Fahrgastzahlen. Diese Zahlen sind allerdings umstritten. Studien weisen auf einen Anstieg der Fahrgastzahlen von 386 Prozent auf der Relation Aulendorf–Kißlegg–Memmingen zwischen den Jahren 1993 und 2003 hin.

Seit Anfang 2005 versucht die Pendlerinitiative „Allgäubahn im Stundentakt“, die Wiedereinführung des Stundentaktes durchzusetzen. Einen Teilerfolg erreichte sie, als mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2005 für den Berufs- und Schülerverkehr einzelne zuvor gestrichene Züge wieder eingesetzt wurden. Im Oktober 2006 gründete sich außerdem die „Initiative Allgäubahn“, in der die an der Württembergischen Allgäubahn sowie die an der Bahnstrecke Kißlegg–Memmingen liegenden Städte und Gemeinden sich für eine Verbesserung des als unzureichend empfundenen Zwei-Stunden-Grundtaktes einsetzen. Die vom Kißlegger Bürgermeister Dieter Krattenmacher koordinierte Initiative hat als erste Maßnahme ein Gutachten beim Tübinger Nahverkehrsberater Ulrich Grosse in Auftrag gegeben. Großes Konzept, Buslinien nicht mehr parallel zum Schienenstrang, sondern rechtwinklig dazu laufen zu lassen, wurde zum Fahrplanwechsel 2007/2008 für Aichstetten und im Sommer 2008 für den Raum Kißlegg/Bad Wurzach realisiert.

Mit dem Fahrplanwechsel zum Winterfahrplan 2011/2012 wurde der Fahrplan wieder zu einem annähernden Stundentakt – allerdings mit verbliebenen Lücken zu den verkehrsschwächeren Tageszeiten – verdichtet. Der neue baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann setzte zur Finanzierung der zusätzlich bestellten Verkehre die von der Bahn unter anderem aufgrund des Ausfalls von Neigetechnik-Zügen zu zahlenden Konventionalstrafen ein.

Güterverkehr

Von 1958 bis 1995 wurden täglich 200 Tonnen Öl, das im Erdölfeld Mönchsrot gefördert wurde, über die Bahnstrecke mittels Kesselwagen von Tannheim nach Memmingen transportiert.

Der Güterverkehr beschränkt sich heute im Wesentlichen auf die Anlieferung von Rohmaterialien für das Saint-Gobain-Glaswerk in Bad Wurzach, diese werden über die Roßbergbahn angeliefert. Ferner verkehren in der Sommersaison Kieszüge, außerdem wird das Shell-Tanklager in Aichstetten-Altmannshofen bedient.

Zukunft

Im Rahmen des Ausbaus der Strecke München–Lindau soll der Abschnitt Leutkirch–Kißlegg voraussichtlich bis 2020 elektrifiziert werden.

Literatur

  • Thomas Scherer: Eisenbahnen in Württemberg Bd. I: Die württembergische Allgäubahn. Ulm 1981

Weblinks

 Commons: Allgäubahn (Württemberg)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke Aulendorf–Leutkirch (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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