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Bahnhof Jülich


Bahnhof Jülich
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise

2

Abkürzung

KJ

IBNR 8000188
Vorlage:Infobox Bahnhof/Wartung/IBNR in Wikidata verschieden von lokaler IBNR
Eröffnung

1. Oktober 1873
1950 (Wiedereröffnung)

Auflassung

Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges

Lage
Stadt/Gemeinde

Jülich

Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
}
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i16i16i18

Der Bahnhof Jülich ist ein Regionalbahnhof in der nordrhein-westfälischen Stadt Jülich im Kreis Düren. Durch seine Lage an insgesamt fünf Eisenbahnstrecken war er zeitweise ein regionaler Eisenbahnknoten.

Geschichte

Nachdem Düren schon 1841 durch die Strecke Köln – Aachen an das Eisenbahnnetz angeschlossen war, wurde Jülich aufgrund seines Festungscharakters lange der Anschluss an dieses Eisenbahnnetz verwehrt. Der Bahnhof Jülich wurde deshalb erst 1873 erbaut und an zwei Strecken angeschlossen: die Bahnstrecke Mönchengladbach–Stolberg und die Bahnstrecke Jülich–Düren. 1882 kam die Bahnstrecke Aachen Nord–Jülich hinzu. 1911 folgten noch Jülich – Dalheim und die Jülicher Kreisbahn nach Puffendorf als Ausgleich für die nie erbaute Trasse Jülich – Köln, wobei der Kleinbahnhof Jülich in der Nähe des Bahnhofs Jülich lag. Diese Ansammlung von Bahnstrecken machten den Bahnhof zu einem Eisenbahnknoten. Deshalb erhielt der Bahnhof 1908 ein Bahnbetriebswerk für Lokomotiven im Südwesten des Bahnhofsgeländes.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof völlig zerstört und musste komplett neu aufgebaut werden. Zwar konnte der Streckenbetrieb nach Düren bereits am 17. Oktober 1945 wieder aufgenommen werden, jedoch begann der Wiederaufbau des Bahnhofs erst 1950. Das Empfangsgebäude wurde 1952 größtenteils fertiggestellt, der gesamte Bahnhofsbetrieb konnte erst wieder 1955 komplett wiederhergestellt werden.[1]

Seine größte Ausdehnung erreichte der Bahnhof Jülich 1966 mit der Bahnhofsklassifizierung 3. In den 1980er Jahren erfolgte der Rückbau der Bahnstrecken und der Abriss des Bahnhofs. Zuvor musste er schon 1968 die Streckenstilllegung und 1974 den teilweisen Abriss der Strecke nach Dalheim verkraften.

Teilabriss

Als Nächstes traf es 1980 den Personenverkehr auf der Strecke Aachen Nord – Jülich und dem Abschnitt Hochneukirch – Jülich der Strecke Mönchengladbach – Stolberg.[2] 1983 folgte der Restabschnitt via Inden nach Stolberg.[3] Lediglich die Personenzugverbindung in Richtung Düren blieb vorerst bestehen.[4] Gleichzeitig wurden der Güterverkehr eingeschränkt und dafür vorgesehene Gleise ebenfalls entfernt. Parallel wurden 1980 das Empfangsgebäude und die Schalteranlage des Bahnhofes Jülich nochmals zwecks Güterabfertigung und Fahrkartenverkaufs im Hauptgebäude umgebaut. 1981 war der Bahnhof nicht mehr selbstständig, sondern wurde dem Bahnhof Düren unterstellt.

1982 begann der Teilabriss: Nach dem Abriss der Gleisanlagen wurden Gleis 1 und die Unterführung vom Empfangsgebäude zum Mittelbahnsteig (Gleise 2a, 2b und 3) zugeschüttet, die Bahnsteigüberdachung 1984 entfernt. Personenzüge hielten nun nur noch am Hausbahnsteig an Gleis 16 (später als Gleis 6 bezeichnet), von dem früher die Züge nach Aachen Nord abfuhren. Im Jahr 1985 wurde der Mittelbahnsteig endgültig entfernt. Am Bahnhof Jülich breitete sich eine Schotterwüste aus, die nach und nach von der Natur zurückerobert wurde. Teile davon werden heute auch durch die Zuckerfabrik Jülich und die gegenüberliegende Spedition Martin Bünten genutzt. Es sollte 10–20 Jahre dauern bis der Bahnbetrieb wieder erweitert wurde. Nur der Betrieb auf der Jülicher Kreisbahn lief zunächst bis 1999 weiter.

Reaktivierung

1993 übernahm die Dürener Kreisbahn von der damaligen Bundesbahn den Betrieb auf der Strecke Düren – Jülich unter dem Namen Rurtalbahn. Ab 1995 wurden die Uerdinger Schienenbusse durch Leichttriebwagen des Typs Regiosprinter ersetzt, gleichzeitig wurde das Bahnhofsgebäude zum Kulturbahnhof umgebaut und verlor damit seine ursprüngliche Funktion.[5] Auf dem Gelände hinter dem Bahnhof ist mittlerweile eine Spedition angesiedelt, die Gleis 16 inzwischen überbaut hat. Züge nach Düren fuhren seit der Übernahme durch die Dürener Kreisbahn wieder von Gleis 2 ab. 2002 erfolgte die Reaktivierung der Strecke Jülich – Dalheim bis Linnich. 2004 wurde ein Anschlussgleis für das neue Braunkohlekraftwerk der Zuckerfabrik wieder in Betrieb genommen und 2005 ein zweiter Bahnsteig an Gleis 3 aufgebaut, aber die Glanzzeit des Bahnhofs ist vorbei.

Über den Bahnhof im Allgemeinen

Bis zur Stilllegung der meisten Strecken in den 1970er Jahren war Jülich ein Bahnknotenpunkt, wenn auch die meisten Strecken als Nebenstrecken klassifiziert waren: In sechs verschiedene Richtungen verkehrten von Jülich aus Züge. Heute verkehrt auf zwei dieser Strecken die Rurtalbahn. Sie fährt auf der Bahnstrecke Jülich–Düren Richtung Süden und auf der ehemaligen Bahnstrecke Jülich–Dalheim Richtung Norden bis Linnich. Die Strecke der ehemaligen Jülicher Kreisbahn existiert zwar noch, wird aber nicht mehr befahren. Alle weiteren Bahnstrecken sind mittlerweile stillgelegt und teilweise abgebaut.

Als Ersatz gibt es mehrere Buslinien, die Jülich mit den umliegenden Dörfern und Städten verbinden. Mit den Buslinien 220 und SB20 existiert zudem eine Verbindung nach Aachen als Langzeitersatz für die Strecke nach Aachen Nord. Das Empfangsgebäude wird heute als Kulturbahnhof (Kuba) für Kino-, Musik- und Kleinkunstveranstaltungen genutzt.

Linie Linienverlauf Takt
RB 21 Rurtalbahn:
Linnich, SIG Combibloc – Tetz – Broich – Jülich Nord – Jülich – Forschungszentrum – Selgersdorf – Krauthausen – Selhausen – Huchem-Stammeln – Im Großen Tal – Düren
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
30 min (HVZ) / 60 min
6 (Talbahnhof/Raiffeisenplatz Bf. – Krankenhaus –) Eschweiler Bushof – Dürwiß – Neu-Lohn – (Niedermerz –) Aldenhoven – Bourheim – Brückenkopfpark – Jülich Bf. / ZOB
220 Aachen Bushof – Ludwig Forum – Talbot – Begau – Mariadorf – Hoengen – Bettendorf – Siersdorf – Schleiden – Aldenhoven – Brückenkopfpark – Jülich Bf. / ZOB – (Forschungszentrum Bf RTB ←) Forschungszentrum Jülich
223 Jülich Bf. / ZOB – Altenburg – Selgersdorf – Daubenrath – Krauthausen – Selhausen – Huchem-Stammeln
238 Düren Bf. / ZOB – Arnoldsweiler – Ellen – Oberzier – Niederzier – Berg – Hambach – Stetternich – Jülich Bf. / ZOB
270 Jülich Bf. / ZOB – Lich-Steinstraß – Pattern – Mersch – Sevenich – Spiel – Hasselsweiler – (Ameln →) Titz
279 Jülich Bf. / ZOB – Brückenkopfpark – Koslar – Barmen – Rurdorf – Linnich, SIG Combibloc Bf.
281 Jülich Bf. / ZOB – Brückenkopfpark – Koslar – Barmen – Merzenhausen – Ederen – Freialdenhoven
284 Jülich Bf. / ZOB – Stetternich – Welldorf – Güsten – Höllen – Rödingen – Kalrath – Ameln – Titz – Opherten – Mündt – Jackerath
294 Jülich Schulzentrum – Jülich Bf. / ZOB – Kirchberg – Viehöven – Schophoven – Merken, Wasserturm – Merken – Lucherberg, See – Lucherberg – Lamersdorf – Inden/Altdorf – Frenz – RWE/Kraftwerk –Weisweiler Bf.
SB20 Schnellbus:
Aachen Bushof – Ludwig Forum – Brückenkopfpark – Jülich Bf. / ZOB – (Forschungszentrum Bf RTB ←) Forschungszentrum Jülich

Der Bahnhof hat noch Anschlussgleise zum ehemaligen Ausbesserungswerk Jülich, heute Eigentum der Bundeswehr, und zur Zuckerfabrik Jülich. Dieser Anschluss wurde in den 1980er Jahren während des großen Abrisses entfernt, da die Rübenlieferungen billiger per Traktor und Lastwagen erfolgen konnten. Erst 2004 wurde die Verbindung zur Belieferung des hauseigenen Kohlekraftwerks der Zuckerfabrik wiederhergestellt.

Stellwerke

Die Größe des Jülicher Bahnhofs erforderte zur Koordination des Bahnverkehrs damals drei Stellwerke: Jnf, Jm und Js.

Das Stellwerk Jnf befand sich an der Bahnhofsstraße am Gleis nach Linnich und wurde bis zum Abriss im Juni 2009 privat genutzt. Einst beheimatete es noch den Fahrdienstleiter. Dieses Stellwerk war verantwortlich für alle in Jülich ein- und ausfahrenden Züge. Im September 1982 erfolgte die Stilllegung des Stellwerks. Das bisherige Wärterstellwerk Jm wurde zum neuen Fahrdienstleiterstellwerk Jmf.

Das Stellwerk Jm bzw. Jmf lag etwa in Bahnhofsmitte zwischen dem Werkstattschuppen und der Güterabfertigung in Höhe der Ladestraße auf Höhe des Gleisanschlusses zum Bw Jülich. Heute muss man sich an dem Anschlussgleis zur Zuckerfabrik orientieren. 1999 hatte es schon lange seine Funktion verloren und wurde abgerissen. Die Aufgaben des Stellwerkes Jm waren die Bedienung der Ein- und Ausfahrsignale im Bahnhofsbereich, sowie die Rangierfahrtüberwachung.

Das Stellwerk Js befand sich am südlichen Ende des Bahnhofes Jülich, am Abzweig der Strecke nach Düren und Inden. Es wurde 1984 abgerissen. Im Verantwortungsbereich des Stellwerkes Js lag der Betrieb des Ablaufberges. Darüber hinaus gehörten verschiedene Ein- und Ausfahrten der Gleise 4–9 dazu.

Bahnbetriebswerk

Das Bahnbetriebswerk (Bw) Jülich wurde 1908 aufgrund hohen Verkehrsaufkommens errichtet.[6] Dazu musste das altes Streckengleis der Jülicher Kreisbahn von Jülich Nord kommend in südöstliche Richtung verlegt werden. Das neue Betriebswerk wurde zum Teil auf der alten Trasse dieser Strecke erbaut. Das Bw lag am südwestlichen Rand des Bahnhofsareals. Es erstreckte sich bis zum heutigen Klärbecken der Zuckerfabrik. Heute steht dort ein Ponyhof.

Nach und nach expandierte das Bw zu einem stattlichen Umfang. Neben den üblichen Anlagen wie Kohlebansen und Werkstätten, befanden sich im Bw eine 16-m-Drehscheibe mit angeschlossenem neunständigen Ringlokschuppen und eine Wagenausbesserung, auf deren Gleisen später Abstell- und Wartungsgleise für Schienenbusse montiert wurden. In diesem Bereich gab es auch noch eine zweiständige Wagenhalle und Abstell- und Ladegleise für Akkumulatortriebwagen der Baureihe ETA 150.

Zu Dampflokzeiten wurden im Bw Jülich Lokomotiven abgestellt. Diese wurden im Jahr 1962 abgezogen oder verschrottet. Danach wurden (schon seit 1955 eingeführte) Schienenbusse und Akkumulatortriebwagen bis 1978 eingesetzt. Am 1. September 1962 wurde das Betriebswerk Jülich seiner Eigenständigkeit enthoben und dem Bahnbetriebswerk Düren unterstellt.

In den 1980er Jahren kam das Aus für das Bw Jülich: Es wurde von 1980 bis 1987 abgerissen.

Ausbesserungswerk

Kurz nach dem Bau des Bahnbetriebswerks Jülich wurde 1914 bis 1918 südlich von Jülich in der Nähe des heutigen Forschungszentrums Jülich das Ausbesserungswerk Jülich zwecks Lok-, Personen- und Güterwagenwartungsarbeiten gebaut. Im Jahre 1964 kam jedoch das Aus: Das Werk wurde trotz massiver Proteste für eisenbahntechnische Zwecke geschlossen und beherbergt seitdem das Heeresinstandsetzungswerk der Bundeswehr. Die große Werkshalle ist erhalten geblieben und es findet regelmäßig Güterverkehr über die naheliegende Strecke Düren – Jülich statt. Zu diesem Zweck gibt es ein zur Strecke parallel verlaufendes Anschlussgleis des Instandsetzungswerkes zum Bahnhof Jülich.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bahnhof Jülich  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eisenbahn-Amateur-Klub Jülich e.V. (Hrsg.): Jülich, die alte Eisenbahner-Stadt. Jülich 1977.
  2. Roland Keller: 30. Mai 1980 – Stillegung der Strecken Jülich – Hochneukirch und Aachen Nord – Jülich. In: Eisenbahn in Stolberg. Roland Keller, abgerufen am 1. Februar 2016.
  3. Roland Keller: Entlang der Inde von Stolberg nach Jülich zwischen 1979 und 1988. In: Eisenbahn im Raum Aachen. Guido Radermacher, abgerufen am 1. Februar 2016.
  4. Roland Keller: Die Strecke Düren - Jülich in den 80er Jahren. In: Eisenbahn im Raum Aachen. Guido Radermacher, abgerufen am 1. Februar 2016.
  5. KuBa - Kulturbahnhof Jülich. Kultur im Bahnhof e.V., abgerufen am 1. Februar 2016.
  6. Guido Radermacher: Bw Jülich. In: Eisenbahn im Raum Aachen. Guido Radermacher, abgerufen am 1. Februar 2016.

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