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Bahnhof Altenbeken


Bahnhof Altenbeken
Daten
Lage im Netz Inselbahnhof
Bahnsteiggleise

10

Abkürzung

HA

IBNR 8000004
Vorlage:Infobox Bahnhof/Wartung/IBNR in Wikidata verschieden von lokaler IBNR
Kategorie

2

Eröffnung

1. Oktober 1864

Webadresse

www.bahnhof.de

Lage
Stadt/Gemeinde

Altenbeken

Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
}
Eisenbahnstrecken

Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i11i16i16i18

Der Bahnhof Altenbeken ist ein Inselbahnhof in der Gemeinde Altenbeken im Kreis Paderborn. Durch seine Lage an den Bahnstrecken aus dem Ruhrgebiet nach Warburg–Kassel sowie nach Holzminden–Kreiensen, Hannover und Herford hat der Bahnhof als Knotenpunkt eine große Bedeutung für den Personennah- und -fernverkehr, diese nimmt aber aufgrund von Einschränkungen im ICE-/IC-Verkehr auf der so genannten Mitte-Deutschland-Verbindung ab.

Geschichte

Die Bahnverbindung PaderbornWarburg über Altenbeken wurde 1853 vorerst ohne Station eröffnet.

Das Empfangsgebäude selber wurde am 1. Oktober 1864 fertiggestellt und zusammen mit der Fertigstellung des Rehbergtunnels in Betrieb genommen. Die nach dem Bahnhof abzweigenden Strecke nach Holzminden wurde im Jahr 1864 eröffnet. Am 20. Dezember 1901 ereignete sich vor dem Bahnhof ein schwerer Eisenbahnunfall, als ein Personenzug auf den havarierten D 31 nach Berlin auffuhr.

Bei der Deutschen Reichsbahn gehörte der Bahnhof zur Reichsbahndirektion Kassel, später zur Bundesbahndirektion (BD) Kassel, nach deren Auflösung zur BD Hannover. Die Herforder Strecke wird seit den 1980er Jahren nur noch vom Nahverkehr bedient. Ehemalige Eil- und D-Zugläufe aus Osnabrück, Bielefeld oder Bremen über Kassel und Bebra nach Süddeutschland sind nach und nach entfallen. Zuletzt wurde die Linie „Der Cherusker“ nach Osnabrück–Bad Bentheim eingestellt. Über Herford hinaus bestehen damit nur noch Umsteigeverbindungen. Durchgehende Züge nach Bielefeld verkehren ab Lage (Lippe) über die Begatalbahn und Oerlinghausen. Die Strecke nach Hannover wird seit dem Jahr 2000 im Personennahverkehr von der S-Bahn Hannover bedient. Am Bahnhof Altenbeken halten außerdem InterCity-Züge, bis Dezember 2007 hielten auch einzelne ICE T. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 fahren wieder zwei ICE-Zugpaare zwischen Düsseldorf und Dresden bzw. Darmstadt und München. In beiden Fällen ist der nächste Halt Warburg (Westf) bzw. Paderborn Hbf.

Wegen der Bedeutung Altenbekens für den Eisenbahnverkehr wurde der ICE-T-Triebkopf 415 003 am 11. Juli 2003 auf den Namen „Altenbeken“ getauft. Altenbeken dürfte damit einer der kleinsten namensgebenden Orte sein.

Betriebsanlagen

Der Bahnhof verfügt über zehn Bahnsteiggleise mit einer Länge von 140 bis 403 Metern und Bahnsteighöhen von 38 und 76 Zentimetern. Durch das Gleis 200, welches eine direkte Verbindung zwischen den Strecken aus Richtung Hannover bzw. Herford und der Magistrale in Richtung Warburg–Kassel ermöglicht, bildet der Bahnhof seit dem 30. Mai 1958 ein Gleisdreieck. Die Altenbekener Bahnsteiganlagen werden von diesem Gleis nicht angefahren; es wird gewöhnlich nur vom Güterverkehr genutzt.

Der Bahnhof Altenbeken ist ein Inselbahnhof, das Empfangsgebäude ist nur durch Unterführungen erreichbar. Insgesamt verlassen vier Strecken den Bahnhof in Ostrichtung, in Richtung Paderborn führt die Strecke westlich über den Altenbekener Viadukt. Aufgrund dieser Streckenverläufe wird der Bahnhof auch als „Fünffingerbahnhof“ bezeichnet.

Das Fahrdienstleiterstellwerk Altenbeken Af, ein Relaisstellwerk der Bauart SpDrS59, wurde am 1. Dezember 1963 in Betrieb genommen und ersetzte fünf mechanische Stellwerke.

Am Ausgang zum Ort befindet sich ein Gedenkstein, der an das 125-jährige Bestehen des Bahnhofs erinnert; dort befindet sich auch die Haltestelle der Linienbusse.

Elektrifizierung

Am 11. Dezember 1970 war die Elektrifizierung der Strecke Kassel–Hamm abgeschlossen und die erste Elektrolokomotive konnte den Bahnhof Altenbeken erreichen. Am 21. Mai 1971 folgte die Strecke Altenbeken–Hannover.[5] Bis auf die Verbindungen in Richtung Höxter und Kreiensen sind nunmehr alle Strecken elektrifiziert.[6]

Bedeutung

Der Bahnhof Altenbeken besaß als Umsteigebahnhof seit Bau der ersten abzweigenden Strecke große Bedeutung. Bereits der erste deutsche D-Zug, der D 31/32 zwischen Köln und Berlin, legte in Altenbeken seit seiner Einführung am 1. Mai 1892 einen Halt ein.

Die frühere Bedeutung für den Nord-Süd-Fernverkehr und den Güterverkehr ist heute verloren gegangen. Mit Ausnahme der zeitweise über die Umfahrungskurve fahrenden Fernzüge in Nord-Süd-Richtung hielten in Altenbeken alle Züge.

Durchgehende Nahverkehrsverbindungen von den östlich gelegenen Strecken über Altenbeken hinaus bis Paderborn sowie Einschränkungen im Fernverkehr haben die Bedeutung des Bahnhofs verringert. Bedeutung hat der Bahnhof noch als Umsteigepunkt zwischen den Strecken aus Hannover und Herford, da der hierfür erheblich günstiger gelegene Bahnhof Himmighausen (Stadt Nieheim), östlich des Rehbergtunnels, im Mai 1989 für den Personenverkehr geschlossen wurde.

Günstig ausgewirkt hat sich die Einbindung in den Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter („Hochstift-Tarif“) mit Übergangstarifen zum Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH) und die Privatisierungen auf den Strecken nach Bielefeld (eurobahn), Holzminden (NordWestBahn) und Herford (Westfalenbahn).

Heutige Bedienung

Es halten Züge des Personenfernverkehrs und des Nahverkehrs.

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf Bedienung
ICE 41 DüsseldorfHamm (Westf)AltenbekenKassel-WilhelmshöheWürzburgNürnbergMünchen 1 Zugpaar pro Tag
IC 50 Mitte-Dtl.-Verbindung (Köln –) Düsseldorf – Hamm (Westf) – Altenbeken – Kassel-Wilhelmshöhe – Erfurt – Leipzig (– Dresden / – Halle (Saale)Berlin) 3 Zugpaare pro Tag / Fr, So 4 Zugpaare
RE 82 Der Leineweber Altenbeken – Detmold – Bielefeld 3 Zugpaare pro Tag
RB 72 Ostwestfalen-Bahn Herford – Lage (Lippe)DetmoldAltenbeken – Paderborn stündlich
RB 84 Egge-Bahn Paderborn – AltenbekenOttbergenHolzminden stündlich
RB 85 Oberweserbahn Paderborn – AltenbekenOttbergenBodenfeldeGöttingen stündlich
RB 89 Ems-Börde-Bahn Münster (Westf) – Hamm (Westf) – Paderborn – AltenbekenWarburg (Westf) (– Kassel-Wilhelmshöhe) Paderborn – Warburg zweistündlich
einzelne Züge nach Kassel
S 5 S-Bahn Hannover Paderborn – AltenbekenBad PyrmontHamelnWeetzenHannoverLangenhagenHannover Flughafen stündlich

Zukunft

Ab Dezember 2016 wird Altenbeken zweistündlich durch den RE 11, Düsseldorf–Kassel-Wilhelmshöhe, bedient. Dafür entfällt ein IC-Paar der Mitte-Deutschland-Verbindung und die Anzahl der Fahrten der RB89 wird reduziert.[7]

Das Stellwerk Altenbeken Af, soll 2017 stillgelegt werden und durch ein Elektronisches Stellwerk in Hamm ersetzt werden.[8]

Einzelnachweise

  1. Hans-Josef Jockel: Die Eisenbahn im Eggegebirge, Knotenbahnhof Altenbeken, Verlag: Offsetdruck Bergmann, Bad Driburg 1982
  2. Übersichtskarte für den Personenverkehr der Deutschen Bahn von Dezember 2005
  3. nph - Vergabe des Rhein-Ruhr-Express hat auch für die Hochstiftregion große Bedeutung. In: www.nph.de. Abgerufen am 2. Mai 2016.
  4. Deutsche Bahn AG, Unternehmensbereich Personenverkehr, Marketing eCommerce: Bauprojekt Hamm (Westf.) ESTW | BauInfoPortal der Deutschen Bahn. In: bauprojekte.deutschebahn.com. Abgerufen am 2. Mai 2016.

Literatur

  • Bernard Huguenin, Karl Fischer: Altenbeken - Klassiker der Eisenbahn. Huxaria, Modellbahn BW Ottbergen, 2013, ISBN 978-3-934802-43-8.
  • Hans-Josef Jockel: Die Eisenbahn im Eggegebirge, Knotenbahnhof Altenbeken. Offsetdruck Bergmann, Bad Driburg 1982.
  • Rolf Ertmer, Michael Meinhold: MIBA REPORT 15; Damals in Altenbeken. MIBA Verlag, Nürnberg 1985.
  • Rudolf Koch: Der Rehbergtunnel wird 150 Jahre alt. Borgentreich 2014.
  • DB Station&Service AG: VIVAT VIADUKT® 2015 – Spatenstich Modernisierungsoffensive 2, Bahnhofsjubiläum / Jubiläum Rehbergtunnel. Bielefeld 2015.

Weblinks


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