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Bad Sülze


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-RügenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Amt: Recknitz-Trebeltal
Höhe: 11 m ü. NHN
Fläche: 26,37 km²
Einwohner: 1740 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18334
Vorwahl: 038229
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 007
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
18334 Bad Sülze
(Außenstelle)
Webpräsenz: www.badsuelze.de
Bürgermeisterin: Doris Schmutzer
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Bad Sülze ist eine Landstadt in Verwaltung durch das Amt Recknitz-Trebeltal im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland. Der Ort bildet für seine Umgebung ein Grundzentrum.[2]

Geografie

Bad Sülze grenzt an die Städte Marlow im Nordwesten und Tribsees im Südosten. Im Westen bildet die Gemeinde Dettmannsdorf die Grenze, im Süden die Gemeinde Lindholz und im Norden die Gemeinde Eixen. Geprägt wird das Gebiet durch die Recknitz- und Trebelniederungen mit vielen Naturschutzgebieten.

Von besonderem Wert ist das zwischen Bad Sülze und Tribsees gelegene Grenztalmoor. Hier kommen vegetationskundliche Raritäten wie die fadenwurzlige Segge, Rauschbeere, Krähenbeere, Glockenheide, Siebenstern, Königsfarn, Breitblättrige Stendelwurz und Kleiner Klappertopf vor. Aber auch ornithologische Besonderheiten wie Graureiher, Wachtelkönig, Schreiadler, Sprosser, Waldschnepfe (zur Brutzeit) und Rotkehlchen kommen vor. Das Recknitztal bei Bad Sülze ist daher Vogelschutzgebiet im Rahmen des Programms Natura 2000 der Europäischen Union.

Geschichte

Durch Grabungen auf der Redderstorfer Flur ist eine Besiedlung der Gegend von der Jungsteinzeit über Bronze- und Slawenzeit bis zum Mittelalter belegt.

Mittelalter

Sülze ist der Ort an der Salzquelle. Salinen sind bereits vor 1229 hier bezeugt worden. Um 1229 wurde bezeugt, dass am Ort Solequellen sind. 1243 erhielt das Kloster Doberan das Recht in Sulta (lat. salina) Salz zu sieden. Der niederdeutsche Ortsname veränderte sich 1287 in Sulte, 1301 in Sulten und später in Sülte und Sülze. Das Salzmuseum zeugt heute noch von dem Ortsnamen.

Der Ort erhielt zwischen 1255 und 1260 das Stadtrecht durch die Fürsten von Rostock, und 1287 wurde er als civitas erwähnt. Die erste Nachricht von der Kirche zu Sülze stammt von 1276. Ein Stadtsiegel ist erstmals 1289 unter einer in Stralsund ausgestellten Urkunde zu finden. Fürst Nikolaus von Mecklenburg-Rostock stellte 1298 die Stadt unter lübisches Recht und verlegte die Gerichtsbarkeit von Marlow nach Sülze, das nunmehr Sitz eines Vogts war. Von 1488 bis 1768 stand die Stadt unter adliger „Vormundschaft“. 1599 gründete Henricus Calander die erste Schule in Sülze.

16. bis 19. Jahrhundert

Der Dreißigjährige Krieg zerstörte die Stadt bis auf wenige Häuser. Das 1620 erbaute Gradierwerk musste seine Produktion einstellen. Nur langsam erholte sich die Stadt von den Folgen des Krieges. 1744 wurde die Saline an Jacob Sigismund Waitz von Eschen verpachtet. Von großen Erfolgen für die Saline war die Zeit von 1807 bis 1830 geprägt. Der Prahmkanal wurde gebaut und die Saline 1816 von der Großherzoglichen Landesregierung übernommen. In der Stadt lebten zum damaligen Zeitpunkt 1600 Menschen.

1822 wurden erste Solekuren verabreicht und 1824 mit der Großherzoglichen Soolbadeanstalt (Kurhaus) der institutionelle Kurbetrieb aufgenommen. Schon um 1850 wurden etwa 2500 Einwohner gezählt. 1895 erhielt Sülze Bahnanschluss. Die Friedrich-Franz-Bahn fuhr von Rostock über Sülze nach Tribsees. Wegen Unwirtschaftlichkeit wurde die Salzproduktion 1907 eingestellt und die letzte Fuhre Salz feierlich aus der Stadt gefahren. Sülze gewann in dieser Zeit als Sol- und Moorbad jedoch weiter an Bedeutung.

Neuere Geschichte

1927 wurde die Stadt als Kurort anerkannt und durfte sich Bad Sülze nennen. 1944 wurde das letzte Gradierwerk durch einen Blitzschlag stark beschädigt und musste 1970 abgerissen werden. Die Pfarrkirche ist ein Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert mit Orgelprospekt und Kanzel aus dem 18. Jahrhundert, beide das Geschenk eines Kaufmanns aus Bergen (Norwegen) Sül(t)zer Herkunft nach dem großen Stadtbrand von 1770. Nach 1945 wurde die Bahnstrecke Rostock–Tribsees/Tessin zwischen Sanitz und Tribsees abgebaut.

Die Kernstadt mit dem Gebieten westlich der Recknitz war bis 1952 Teil des Landkreises Rostock und die Stadtgebiete östlich der Recknitz waren Teil des Landkreises Franzburg-Barth. Die Stadt gehörte danach bis 1994 zum Kreis Ribnitz-Damgarten im Bezirk Rostock. Seit 1990 gehört Bad Sülze zum Land Mecklenburg-Vorpommern.

Die Innenstadt und das Rathaus wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 gründlich saniert. 1993 wurde die neue Median-Klinik eröffnet und die alte Kurklinik geschlossen. Geblieben ist der Kurpark, in dem im September das Dahlienfest der Stadt gefeiert wird. Mehrere hundert Dahlien sind in dieser Zeit im Kurpark zu bestaunen.

Redderstorf

Redderstorf wurde um 1179 erwähnt als Fürst Heinrich Borwin I. von Mecklenburg den Heinrich von Bützow mit Teilen von Marlow und neun dazugehörenden Dörfern belehnte. 1326 verlieh Fürst Heinrich II. von Mecklenburg der Stadt Sülze den Besitz des Dorfes Redderstorf. 1360 kam der Ort als Pfand an die Familien von Dewitz und von der Lühe und 1371 zum Domkapitel zu Schwerin. 1450 wurde das Gut Lehen bzw. Besitz u.a. der Familien von der Lühe (mit Unterbrechungen bis 1881), von Pflugk (bis 1909) und Borck. Nach 1945 wurde das Gut aufgesiedelt. Der Ort wurde 1950 nach Bad Sülze eingemeindet.[3]

Politik

Wappen

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, festgelegt und am 1. Oktober 1943 vom Reichsstatthalter in Mecklenburg bestätigt. Es wurde unter der Nr. 128 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert. Das Wappen wurde 1943 von dem Berliner Prof. Hans Schweitzer neu gezeichnet.

Blasonierung: „In Gold über einem blau-silbernen Wellenschildfuß ein heraussehender schwarzer Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone und geschlossenem Maul, beiderseits begleitet von je einer grünen Salzaster.“

Sehenswertes und Kultur

Bauten

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Bad Sülze

  • Die Stadtkirche Bad Sülze – eine gotische Backsteinkirche – stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Sie hat ein Längsschiff mit 2 quadratischen Jochen mit einem spätgotischen Sterngewölbe und einen Chor. Der West-Turm ist wohl im 15. Jh. entstanden. Der Turmhelm wurde nach einem Brand von 1770 erst 1892 mit einer neuen Spitze versehen. Innen: Der Altar von Gaston Lenthe stammt aus dem 19. Jh., die Kanzel von 1770, das Orgelprospekt von 1772 und der Kalksandstein-Taufstein aus dem 13. Jh.
  • Das ehemalige Alte Salzamt von 1739 ist ein 2-geschossiges Fachwerkhaus, das ab 1995 saniert wurde und danach das Salzmuseum beherbergt.
  • Salinenreste im Kurpark
  • Das Rathaus am Markt ist ein 2-geschossiger Putzbau aus der Mitte des 19. Jh.
  • Das Kurhaus von 1824 ist ein verputzter Fachwerkbau in den klassizistischen Formen der Berliner Bauschule.
  • Der alte Speicher in der Salinenstraße wurde um 1997 saniert.
  • Die Mühle

Gedenksteine

  • Gedenkstein aus dem Jahre 1947 von Heinrich Weirer auf dem Hohen Wall für den örtlichen KPD-Führer Willi Braun, der 1931 von einem SA-Mann ermordet wurde
  • Gedenktafel am Haus Kellerstraße 7 für Willi Braun, der hier geboren wurde
  • Willi-Braun-Ehrenhain im Rosengarten vor einem Verwaltungsgebäude, in dem zu DDR-Zeiten eine Schule mit seinem Namen existierte, mit einer Gedenkstele und Porträtrelief von Günther Köhn
  • Grabstein auf dem Grab von Willi Braun auf dem Friedhof mit Gedenkinschrift

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich im September findet in Bad Sülze das Dahlienfest statt. Als 1980 Gärtnermeister Jochen Clasen vom Kurhaus angestellt wurde, rekultivierte er innerhalb weniger Monate große Teile des Kurparks und vermehrte Dahlien in einem Gewächshaus. Ein Jahr später blühten diese bereits tausendfach im Park. Anlässlich der Blüte wird seit 1981 jährlich das Dahlienfest ausgerichtet. Zu sehen sind über 3.500 Dahlien in über 150 Sorten von Juli bis September.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Verkehr

Bad Sülze liegt an der Landesstraße L 19 von Sanitz nach Grimmen und hat direkten Autobahnanschluss an die A 20. Die Abfahrt Bad Sülze ist gleichzeitig der kürzeste Weg nach Barth und Zingst/Fischland.

Bis 1945 lag die Stadt direkt an der Bahnstrecke Rostock–Tribsees mit Verbindung nach Greifswald. Danach wurde die Strecke als Reparationsleistung abgebaut. Das Bahnhofsgebäude und der Bahndamm sind in der Umgebung von Bad Sülze noch gut erhalten.

Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Sanitz und Tessin an der Bahnstrecke Rostock–Tessin.

Bildung

Bad Sülze verfügt über eine Grundschule und eine Kindertagesstätte mit angeschlossenem Hort.

Militär

Die Stadt ist Standort der Flugabwehrraketengruppe 24 (FlaRakGrp 24), eine der drei Patriot-Gruppen des Flugabwehrraketengeschwaders 1 (FlaRakG 1) der Bundeswehr.

Personen

Bürgermeister

Folgende Persönlichkeiten waren Bürgermeister der Stadt (Bad) Sülze zwischen 1814 und 1918:

  • August Ludwig Koch (1791–1866) – von 1814 bis 1826
  • Ludwig Theodor Bühring – von 1827 bis 1841
  • Friedrich Liss (* 1795) – von 1841 bis 1859
  • Karl August C. H. Philipp Zickermann (1827–1863) – von 1859 bis 1863
  • Karl Heinrich Hall (1834–1872) – von 1864 bis 1872
  • Karl Heydemann (1845–1904) – von 1872 bis 1876
  • Wilhelm Helmut Christian Franz Adolf Rosenow – von 1876 bis 1879
  • Karl Johann Friedrich Müller (kommissarisch) – kommissarisch 1879
  • August Heinrich Ludwig Möller – von 1880 bis 1881
  • Heinrich Friedrich Ludwig Rudolf Schmidt – von 1881 bis 1885
  • Rudolf Beyer (1852–1926) – von 1886 bis 1889
  • Friedrich Zelck (1860–1945) – von 1889 bis 1895
  • Heinrich Vorbeck – von 1895 bis 1918

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Helmuth Borck (1863–1933), deutscher Mediziner, Gutsbesitzer und Agrarfunktionär

Bilder

Weblinks

 Commons: Bad Sülze  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Vorpommern (RREP) 2010 - zentralörtliche Gliederung mit Ober-, Mittel- und Grundzentren, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Gutshäuser und Schlösser: Gutshaus Redderstorf.

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