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Bad Klosterlausnitz


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Erfüllende Gemeinde: für Albersdorf
für Bobeck
für Scheiditz
für Schlöben
für Schöngleina
für Serba
für Tautenhain
für Waldeck
für Weißenborn
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 16,6 km²
Einwohner: 3542 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 213 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07639
Vorwahl: 036601
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 003
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 3
07639 Bad Klosterlausnitz
Webpräsenz: www.bad-klosterlausnitz.de
Bürgermeisterin: Gabriele Klotz
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Bad Klosterlausnitz ist eine Gemeinde im Osten des Saale-Holzland-Kreises im deutschen Bundesland Thüringen und erfüllende Gemeinde für weitere neun Gemeinden der Umgebung.

Geografie

Geografische Lage

Der neben der Stadt Hermsdorf gelegene Kurort Bad Klosterlausnitz ist das Zentrum des Thüringer Holzlandes. Wie der Name schon andeutet, sind hier große Waldflächen mit Nutzgehölzen zu finden. Aufgrund des Holzreichtumes gab es hier eine bedeutende holzverarbeitende Industrie, vor allem Leitern wurden in großer Stückzahl hergestellt und weitflächig vertrieben. Bis Ende der 1990er Jahre konnte sich der Produktionsstandort trotz der bereits verfügbaren Leitern aus Eisen und Profilstahl durchsetzen, verlor seine Bedeutung jedoch in der Folgezeit mit dem flächendeckenden Vertrieb von Aluminiumleitern.

Bad Klosterlausnitz liegt auf einem Plateau zwischen den Tälern der Saale im Westen und der Weißen Elster im Osten. Durch die Plateaulage gibt es in den umgebenden Wäldern verbreitet Moorflächen, deren Erde seit 1929 für Heilzwecke genutzt und auch heute noch in den Kliniken des Ortes eingesetzt wird.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Bobeck, die Stadt Hermsdorf, Schleifreisen, Tautenhain, Waldeck und Weißenborn im Saale-Holzland-Kreis sowie Kraftsdorf im Landkreis Greiz.

Klima

Durch die Plateaulage auf ca. 350 Metern über dem Meeresspiegel ist es 1–2 Grad kühler und regnerischer als in den benachbarten Tälern der Saale und Weißen Elster.

Geschichte

Das Jubiläum "875 Jahre Bad Klosterlausnitz" erinnert an die Ersterwähnung des Frauenklosters Lausnitz. 1137 wurde das seit 1132 bestehende Kloster, dessen Angehörige nach den Regeln des Augustinerordens lebten, erstmals in einem Bestätigungsbrief von Papst Innozenz II. erwähnt.[2] Ab 1526 ist das Dorf Lausnitz neben dem Kloster bekannt. Seit 1661 trägt der Ort den Namen des Klosters – Klosterlausnitz –, das 1526 aufgehoben wurde.[3] Von Kloster Lausnitz aus wurde die Entwicklung des Handwerkes gefördert; denn die zum Stift gehörende Glashütte im Tautenhainer Forst in der Weißenborner Gemarkung wurde 1137 gegründet und beschäftigte Leibeigene und Hörige, die Tafelglas produzierten. Die Klosterlausnitzer Glashütte ist die älteste dieser Art in Ostthüringen.[4] In der südlichen Gemarkung von Lausnitz wurde um 1200 die Ansiedlung Gumprechtsdorf nachgewiesen.

1719 bis 1722 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Klosters ein Jagdschloss für Herzog Friedrich II. (Sachsen-Gotha-Altenburg) errichtet, weil sich im großen Waldgebiet viel Wild, mehrere Wildgehege und -gatter befanden. Alte Gebäude wurden abgebrochen und das Material für den Neubau verwendet. 1849 richtete man im linken Flügel des Jagdschlosses eine Schule ein, 1860 wurden Teile dieses Flügels für den geplanten Neubau einer Kirche wieder abgebrochen. Der Neubau der heute noch stehenden Kirche dauerte etwa bis 1866. 1871 wurde im Jagdschloss ein Forstamt eingerichtet. 1888/89 wurde das Jagdschloss abgerissen.[5]

Der Ort gehörte zum wettinischen Kreisamt Eisenberg, welches aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit verschiedener Ernestinischer Herzogtümer stand. 1826 kam der Ort mit dem Südteil des Kreisamts Eisenberg und der Stadt Eisenberg vom Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Ab 1920 gehörte er zum Freistaat Thüringen.

Nachdem im Jahr 1876 die Bahnstrecke Weimar–Gera eingeweiht worden war, konnte sich in Klosterlausnitz Fremdenverkehr entwickeln. Der Ort war Luftkurort und beliebte Sommerfrische. Im Zusammenhang mit der seit 1929 angewandten Nutzung der Moorerde für Heilzwecke verlieh die Landesregierung dem Ort am 19. September 1932 den Titel „Bad“.

Zu DDR-Zeiten errichtete und unterhielt der VEB BKK Geiseltal das Kinder-Ferienlager "Peter Göring" für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.[6]

Bevölkerung

Entwicklung der Einwohnerzahl
  • 1994 – 2985
  • 1995 – 3077
  • 1996 – 3278
  • 1997 – 3556
  • 1998 – 3633
  • 1999 – 3652
  • 2000 – 3670
  • 2001 – 3657
  • 2002 – 3598
  • 2003 – 3560
  • 2004 – 3495
  • 2005 – 3512
  • 2006 – 3500
  • 2007 – 3481
  • 2008 – 3443
  • 2009 – 3453
  • 2010 – 3437
  • 2011 – 3558
  • 2012 – 3596
  • 2013 – 3537
  • 2014 – 3501

Daten jeweils zum (31. Dezember); Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Religion

Neben der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde, deren Gotteshaus die ehemalige Klosterkirche ist, besteht in Bad Klosterlausnitz auch eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche, die in der Kirche am Klosterwald ihre Gottesdienste feiert. Auch die neuhutterische Bruderhof-Bewegegung hat in Klosterlausnitz eine Niederlassung, die kommunitär lebende Holzland-Gemeinschaft.[7]

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 58,9 % zu folgendem Ergebnis:[8]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 53,3 % 9
Die Linke 19,9 % 3
SPD 15,5 % 2
Gewerbeverband Holzland 11,3 % 2

Erfüllende Gemeinde

Bad Klosterlausnitz ist erfüllende Gemeinde für die Gemeinden:

Partnerstädte

Bad Klosterlausnitz unterhält vertraglich geschlossene Städtepartnerschaften mit Langenselbold (Hessen) und Deidesheim (Rheinland-Pfalz). Des Weiteren werden partnerschaftliche Beziehungen mit Tihany (Ungarn) und Mondelange (Frankreich) gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wahrzeichen des Ortes ist die große romanische ehemalige Klosterkirche, die 1180 geweiht wurde. Nach Aufhebung des Klosters im Gefolge der Reformation verfiel die Kirche zusehends. In ihrer heutigen Form wurde sie in den Jahren 1863–1866 wieder aufgebaut. Der Ostteil ist noch original romanisch, der Westteil wurde entsprechend angepasst.

Kurpark

An der nordwestlichen Peripherie des Ortes befindet sich ein größerer Park mit zwei Rehakliniken.

Feste

Ein wichtiges Ereignis ist in Klosterlausnitz das Maibaumsetzen. Schon seit mehr als 300 Jahren wird zum Pfingstfest der Maibaum gesetzt.[9]

Mundartprobe

Kloster Lausnitz (Hulzlännsch)
Unsere gude Grusemuder derzalde mir frier efder: 's kon wúl drêsg bis fufzg Jóre hár sêe, do schdond umne ufn Rêne ungern Schlesgen - nich wêd vun dan klén Burne - e schin gewoksner Èbelbóm. Sald lís 'ch zuwêlen (vun Zêd ze Zêd) e wèses Fróchen sáe. E Schdiker nên bis zwelf Kiner ós 'n Nochberdurfe schbilden emól in sèner Náe un flikden bune Blum. Do sóch e Junge mid en Móle unger dan Bóme en grúden gálben Dub vun Dún (en denern D.) schdie, dar bis on` Rand mid lóder silwerguldn gefild wor. Jeze fife schnal di anern hár un séde: wos is en dos, ir Lêde? Geschwind! Ower ámsubale versonk dar Schoz vur sèn Ougen wider un Ardbuden. Hade dar Dumkub nischd jesèd, wér fer sé Labdoch e rêcher Mon gewurn. Johann Müller - aus dem „Thüringer Sprachschatz“ von L. Hertel.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bad Klosterlausnitz besitzt eine Anschlussstelle an der Bundesautobahn 9 (Anschlussstelle 23 Bad Klosterlausnitz) und eine Anschlussstelle an der Bundesautobahn 4 (Anschlussstelle 56b Hermsdorf Ost). Der Bahnhof Hermsdorf-Klosterlausnitz befindet sich an der Mitte-Deutschland-Verbindung in Hermsdorf. Klosterlausnitz liegt am Radfernweg Thüringer Städtekette.

Rehabilitationskliniken

Die Celenus Algos Fachklinik ist eine Rehabilitationsklinik für Orthopädie und Rheumatologie sowie chronische und rezidivierende Schmerzsyndrome. Die Moritz Klinik ist auf die Rehabilitation von orthopädisch und neurologisch erkrankten sowie brandverletzten Menschen spezialisiert. Die Fachklinik Klosterwald, eine diakonische Einrichtung, dient der Rehabilitation suchtkranker Menschen.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Aus der Geschichte bis in die Gegenwart. Stadtverwaltung Bad Klosterlausnitz, 2012, abgerufen am 1. Mai 2012: „Der Ort Klosterlausnitz hat seinen Ursprung in der Gründung eines Augustiner-Nonnenklosters um 1132. Am 12. Juni 1137 wird das Kloster unter den Schutz von Papst Innozenz II gestellt. Die Bestätigungsurkunde des Papstes ist die erste urkundliche Erwähnung des Klosters und kann als Geburtsurkunde des späteren Ortes Klosterlausnitz angesehen werden.“
  3. H. von Hintzenstern: Gebaut wie für die Ewigkeit... Verlagshaus Thüringen 1996, ISBN 3-89683-104-6, S. 68
  4. W. Mägdefrau: Thüringer Städte und Städtebünde im Mittelalter... Verlag Rockstuhl, 2002 Bad- Langensalza, ISBN 3-936030-34-0, S. 43.
  5. H. Laß: Jagd- und Lustschlösser des 17. und 18. Jahrhunderts in Thüringen. Michael Imhof Verlag, 2006, ISBN 3-86568-092-5, S. 339.
  6. Facebook-Eintrag
  7. Internetauftritt der Holzland-Gemeinschaft ; eingesehen am 26. April 2015
  8. Thüringer Landesamt für Statistik
  9. O.V.: Von Eisenberg nach Stadtroda. Kleine Thüringer Bibliothek Verlagshaus Thüringen, ISBN 3-86087-036-X, S. 12.

Weblinks

 Commons: Bad Klosterlausnitz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Kurort in Thüringen | Bad Klosterlausnitz | Ort im Saale-Holzland-Kreis | Gemeinde in Thüringen

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