Bürgel (Thüringen) - LinkFang.de





Bürgel (Thüringen)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Erfüllende Gemeinde: für Graitschen bei Bürgel
für Nausnitz
für Poxdorf
Höhe: 254 m ü. NHN
Fläche: 27 km²
Einwohner: 3069 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07616
Vorwahl: 036692
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 009
Stadtgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1
07616 Bürgel
Webpräsenz: www.stadt-buergel.de
Bürgermeister: Johann Waschnewski (CDU)
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Bürgel ist eine Landstadt im Saale-Holzland-Kreis im thüringischen Saaletal, zwischen Jena und Eisenberg.

Ihre Bekanntheit verdankt die Stadt keramischen Erzeugnissen. Typisch für die Bürgeler Keramik sind die blauen Gefäße mit weißen Punkten. Es gibt derzeit rund zehn Töpfereien in Bürgel. Jährlich findet Ende Juni der Bürgeler Töpfermarkt statt.

Geografie

Angrenzende Gemeinden sind im Uhrzeigersinn die Stadt Schkölen im Norden, Mertendorf, Rauschwitz und Hainspitz im Nordosten, Serba im Osten, Waldeck im Südosten, Albersdorf, Scheiditz und Schöngleina im Süden, Großlöbichau und Jenalöbnitz im Westen sowie Graitschen, Nausnitz und Poxdorf im Nordwesten.

Stadtgliederung

Bürgel umfasst die Ortsteile

Des Weiteren ist Bürgel erfüllende Gemeinde für die Dörfer Nausnitz, Graitschen bei Bürgel und Poxdorf, die jedoch weiterhin eigenständige Gemeinden sind.

Geschichte

Bürgel wurde erstmals urkundlich am 13. Februar 1133 als Ort erwähnt.[2] 1234 wurde Bürgel als Stadt unter 24 Städten Thüringens erwähnt.[3] Im Bereich der Altstadt auf dem südlich gelegenen Georgenberg lag eine Befestigung. Diese Burg, von der noch Mauerreste vorhanden sind, hat wohl auch der Stadt den Namen gegeben.[4] Sowohl die Stadt Bürgel, als auch das im Ortsteil Thalbürgel gelegene Kloster Bürgel haben ihren Namen von der ehemaligen Burg (Bürgelin) auf dem Georgenberg. Die Wegekreuzung der Nord-Süd- und Ost-West-Straße an der Gleisefurt (schon 1283 als „Quere“ genannt = altes Recht der Stadt)[5] bot eine günstige Voraussetzung für die Stadt und das Kloster. Nachdem das Saaletal kultiviert und eine Brücke in Dorndorf über die Saale gebaut war, versiegten die Verkehrsströme bei Bürgel, was eine andere Entwicklung erforderte.[6]

Eine kleine Burg lag südwestlich von Hohendorf auf dem Goldberg. Sie diente wahrscheinlich zur Kontrolle der aus Stadtroda nach Naumburg führenden alten Handelsstraße. Reste der Anlage sind Terrassen und flache Gräben sowie ein nördlich gelegener Geländeabsatz. Zwei Linden markieren den Platz. Im sogenannten Hofgarten von Beulbar war ein Herrensitz mit einer Burg und später einer überbauten Marienkapelle vorhanden. Ein Spitzahorn und Ruinenhügel markieren heute die Stelle.[7]

Im Ortsteil Gniebsdorf sind noch Wallreste einer mittelalterlichen Ortsbefestigung auffällig zu sehen. Bei der Anfahrt zum Ortsteil von der B 7 ist eine Wiese mit großen Bäumen bestanden. In den Gärten ist der Wall stark verschliffen.[8]

Das Töpfereigewerbe ist seit dem 15. Jahrhundert nachgewiesen, seit dem 17. Jahrhundert hat Bürgel den Beinamen „Töpferstadt“.

Bürgel war 1554 von Hexenverfolgung betroffen. Ein Mann geriet in einen Hexenprozess.[9]

Die Stadt Bürgel gehörte zum Besitz des Klosters Bürgel und kam nach dessen Auflösung im Zuge der Reformation im Jahr 1526 zum ernestinischen Amt Bürgel.[10] Dieses gehörte aufgrund mehrerer Teilungen zu verschiedenen ernestinischen Herzogtümern. 1677 ließ Herzog Bernhard von Sachsen-Jena einen Tiergarten im Amt Bürgel anlegen.[11] Ab 1815 war die Stadt Teil des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach,[12] das sie 1850 dem Verwaltungsbezirk Weimar II (Verwaltungsbezirk Apolda) angliederte. 1920 kam der Ort zum Land Thüringen. 1905 wurde Bürgel an die Bahnstrecke Crossen–Porstendorf angeschlossen, die 1969 stillgelegt wurde.

Die Zeit des Nationalsozialismus war bis in die letzten Tage von Terror gekennzeichnet. Ein Ehepaar und der Bürgermeister von Taupadel, die sich für die Beendigung des Krieges ausgesprochen hatten, gerieten im April 1945 in die Fänge einer SS-Streife, die sie in der Flur westlich von Rodigast ermordete. Auf ihrem Grab auf dem Friedhof von Taupadel sowie in Rodigast erinnern Gedenksteine an diese Opfer. Während des Zweiten Weltkrieges mussten Frauen und Männer aus Polen in der Stadt und ihrer Umgebung in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten. Sieben Opfer der Zwangsarbeit sind auf dem Friedhof Bürgel begraben. Häftlinge des KZ Buchenwald schleppten sich auf einem Todesmarsch im April 1945 auf der B 7 durch die Gemarkung Bürgel, wobei aufgrund des Terrors der SS-Mannschaften 43 Tote zurückblieben. Sie wurden in Bürgel, Thalbürgel, Gniebsdorf, Rodigast, Taupadel, Droschka und Eisenberg begraben. Seit 1979 erinnert eine Gedenktafel am Bürgeler Rathaus an die Opfer des Todesmarsches.[13]

Politik

Bürgel ist die erfüllende Gemeinde für die Orte Graitschen b. Bürgel, Nausnitz und Poxdorf.

Stadtrat

Sitzverteilung im Stadtrat 2009–2014

  • CDU: 7  (Thomas Fache, Steffen Grosch, Johann Waschnewski, Birgit Jacob, Carl Krumbholz, Manfred Hesse und Erhard Kunze)
  • ULB: 5  (Dr. Jörg Boßert, Martina Köber, Thomas Sprenger, Andreas Bathelt und Ronny Pietrzyk)
  • Linke: 4  (Hans-Joachim Thomas, Jeannette Luft, Stefan Troska und Holger Rosenhain)

(Stand: November 2012; in der Kommunalwahl 2009 hatte die CDU noch sechs Sitze und die SPD einen Sitz erhalten, die übrige Sitzverteilung war gleich wie oben.)

Sitzverteilung im Stadtrat ab 2014

  • CDU: 7  (Thomas Fache, Steffen Grosch, Johann Waschnewski, Birgit Jacob, Carl Krumbholz, Manfred Hesse und Rene Fischer)
  • ULB: 4  (Dr. Jörg Boßert, Martina Köber, Ronny Pietrzyk und Daniel Standt)
  • Linke: 3  (Hans-Joachim Thomas, Matrin Angres und Holger Rosenhain)
  • SPD: 2  (Erhard Kunze und Marco Rüttger)

Sitzverteilung im Stadtrat ab 2015

  • CDU: 7  (Thomas Fache, Carl Krumbholz, Steffen Grosch, Birgit Jacob, Manfred Hesse, Rene Fischer und Corina Heilborn)
  • ULB: 4  (Dr. Jörg Boßert, Martina Köber, Ronny Pietrzyk und Daniel Standt)
  • Linke: 3  (Hans-Joachim Thomas, Matrin Angres und Holger Rosenhain)
  • SPD: 2  (Erhard Kunze und Marco Rüttger)

Wappen

Das Stadtwappen zeigt den Stadtpatron St. Georg als Ritter mit goldener Rüstung auf rotem Grund beim Erlegen eines grünen Drachen.

Städtepartnerschaften

Vecpiebalga in Lettland ist Partnerstadt von Bürgel. Mit Riedlingen in Baden-Württemberg besteht eine Städtefreundschaft.

Medien

Neben dem von der Stadt herausgegebenen Bürgler Amtsblatt erscheinen wöchentlich die Anzeigenblätter Hallo Jena und Allgemeiner Anzeiger. Die Ostthüringer Zeitung berichtet in ihrem Lokalteil Eisenberg über Ereignisse in Bürgel.

Feuerwehr

Die Stadt Bürgel verfügt über eine eigene Freiwillige Feuerwehr als Stützpunktfeuerwehr. Der Stützpunkt befindet sich in Bürgel selbst. Weitere Feuerwehrhäuser, welche jedoch nur mit einem Kleinlöschfahrzeug besetzt sind, befinden sich in Rodigast und Ilmsdorf.

Verkehr

Durch Bürgel führt die vielbefahrene Bundesstraße 7. In regelmäßigen Abständen verkehren außerdem durch die JES Verkehrsgesellschaft mbH betriebene Busse nach Jena über Großlöbichau oder Graitschen, nach Eisenberg über Hainspitz, nach Hohendorf, nach Gerega über Ilmsdorf und Thalbürgel, sowie zahlreiche weitere Ortschaften der Region, auf manchen Strecken allerdings nur an Schultagen als Schulbusse.

Die Bahnstrecke Crossen an der Elster–Porstendorf ist stillgelegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Im Ort befindet sich die gotische Kirche St. Johannes sowie ein Keramikmuseum. Seit 1971 findet alljährlich ein Töpfermarkt statt (außer in den Jahren 1982 und 1983).

Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Museum im ehemaligen Zinsspeicher des Bürgeler Klosters sowie die romanische Kirche der ehemaligen Benediktinerabtei, die 1133 gestiftet wurde und in der seit rund zwanzig Jahren Konzerte stattfinden.

Am Fuß des Aufgangs zur Stadt Bürgel befindet sich das ehemalige Hospital St. Georg.

Auf dem Friedhof des Ortsteiles Thalbürgel erinnert eine Grabstätte mit Gedenkstein an fünf unbekannte KZ-Häftlinge eines Todesmarsches des KZ Buchenwald, die im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden.

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die in der Stadt gewirkt haben

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer bis 1300. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2001, S. 17. ISBN 3-934748-58-9
  3. Werner Mägdefrau: Thüringer Städte und Städtebünde im Mittelalter. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2002, S. 84. ISBN 3-936030-34-0
  4. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag 2001, S. 75. ISBN 3-910141-43-9
  5. R. Wolfram, H. J. Drafehn: Die Klosterkirche in Thalbürgel. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1985, S. 22.
  6. Wolfram/Drafehn Die Klosterkirche in Thalbürgel. 3. Auflage, Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1985, S. 22–24
  7. M. Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag 2001, S. 66 u. 111. ISBN §-910141-43-9
  8. O.V. Archäologischer Wanderführer Thüringen, Heft 9: Saale-Holzland-Kreis. Ost Weimar 2007, S. 43. ISBN 978-3-937517-51-3
  9. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 232.
  10. Das Amt Bürgel vor 1815 im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 43f.
  11. H. Laß Jagd- und Lustschlösser des 17. und 18. Jahrhunderts Michael Imhof Verlag, 2006, S. 284. ISBN 978-3-86568-092-1
  12. Beschreibung des Amts Bürgel mit Tautenburg nach 1815 ab S. 121 f.
  13. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen. Erfurt 2003, S. 204f. ISBN 3-88864-343-0

Weblinks

 Commons: Bürgel  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Bürgel in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bürgel (Thüringen) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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