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Büren an der Aare


Büren an der Aare
Staat: Schweiz
Kanton: Bern BE
Verwaltungskreis: Seeland
BFS-Nr.: 0383
Postleitzahl: 3294
Koordinaten:
Höhe: 443 m ü. M.
Fläche: 12.70 km²
Einwohner: 3446 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 271 Einw. pro km²
Website: www.bueren.ch

Holzbrücke

Karte

Büren an der Aare (frz. Buron sur Aar) ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Seeland des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie

Die Stadt Büren an der Aare liegt am rechten Ufer der Aare, an einem alten Flussübergang, von dem Strassen nach Grenchen und Biel und zur Autobahn Biel-Luterbach. Das Gemeindegebiet umfasst im Nordwesten das Areal in einer ehemaligen Aareschlaufe mit dem Naturschutzgebiet im Häftli, mit dem Beobachtungsturm Häftli, und im Nordosten einen Bereich auf der linken Aareseite. Es grenzt an Meienried, Safnern, Meinisberg, Rüti bei Büren, Lengnau BE, Grenchen, Oberwil bei Büren, Schnottwil, Diessbach bei Büren und Dotzigen.

Der höchste Punkt des Gemeindegebiets liegt im Südwesten auf einem Berg 596 m ü. M. . Die Bürener sprechen von Stedtiberg, während er für die Bewohner von Dotzigen der Dotzigenberg ist.

Geschichte

Büren wurde im 12. Jahrhundert von den Freiherren von Strassberg gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1185 zurück. 1260 erhielt der Ort das Stadtrecht, das 1288 noch einmal bestätigt wurde.[2]

1375 starb in Büren an der Aare der letzte Graf von Nidau, Rudolf IV., als er die Stadt gegen die Gugler verteidigte. Mit seinem Erbe ging das Gebiet an der Aare an die Grafen von Kyburg über. 1398 eroberte Bern den Ort.

1911 schloss sich die bis dahin selbständige Gemeinde Reiben mit Büren an der Aare zusammen.

Während des Zweiten Weltkriegs befand sich von 1940 bis 1946 in Büren an der Aare das grösste Internierungslager der Schweiz, das als Folge der deutschen Besetzung Südfrankreichs für die Angehörigen einer polnischen Division des 45. französischen Armeekorps eingerichtet wurde. Das Internierungslager Büren an der Aare war für 5'000 bis 6'000 Insassen ausgelegt. Es war von allen Seiten von der Aare umflossen und lag abseits des Städtchens. Das Lager mit seinen 120 Baracken, einer Kommandantur, Lagerbüros, Materialmagazinen sowie Unterkünften für das Bewachungs- und Betreuungspersonal war von einem Stacheldrahtzaun und maschinengewehrbestückten Wachtürmen eingefasst. Nach dem März 1942 wurde das Lager nicht mehr für die Internierung von Militärpersonen benötigt. Die Schweizer Armee betreute dort später jüdische Flüchtlinge, italienische Militärflüchtlinge und entflohene sowjetische Zwangsarbeiter.

Der Künstler Hans Beutler stammte aus Büren und half während des Krieges in Le Chambon-sur-Lignon Juden vor dem Holocaust zu retten.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1764 1850 1880 1900 1930 1950 1980 1990 2000
Einwohner 579 1419 1643 1963 2119 2171 2761 3125 3077

Politik

Nebst der politischen Gemeinde gibt es in Büren auch eine Burgergemeinde. Seit Generationen am Ort ansässige Familien sind unter anderem die Stotzer, Sutter, Kocher, Kuster, Maeschi, Witschi, Gribi, Chiti, Schmalz und Scheurer. 15 % aller Wahlberechtigten in der politischen Gemeinde sind auch Burger von Büren an der Aare.

In Büren wird regelmässig eine Gemeindeversammlung abgehalten.

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2015 betrugen: SVP 36.1 %, SP 16.6 %, BDP 15.5 %, FDP 10.2 %, glp 6.3 %, GPS 4.5 %, EVP 4.4 %, CVP 1.6 %, EDU 1.6 %, Piraten 1.2 %, SD 1.0 %.[3]

Verkehr

Büren an der Aare liegt an der Bahnstrecke Lyss–Solothurn. 1994 wurde auf dem Streckenteil Büren an der Aare-Solothurn der Bahnverkehr eingestellt und durch Busverkehr ersetzt. Von Büren an der Aare fahren im Stundentakt Züge Richtung Busswil BE und Lyss, von wo gute Anschlüsse nach Biel/Bienne und Bern bestehen. Die Züge fahren weiter über Aarberg nach Kerzers.

Über die alte Aarebrücke führten Verbindungsstrassen nach Grenchen und Biel und zur Autobahnauffahrt Grenchen der A 5.

Ab Büren an der Aare verkehren stündlich Postautos über Schnottwil und Münchenbuchsee nach Zollikofen sowie nach Solothurn.

Seit 1952 ist Büren an der Aare durch eine Schifffahrtslinie mit Solothurn und Biel verbunden.

Sehenswürdigkeiten

Büren besitzt eine gut erhaltene Altstadt. Die Stadtbefestigungen sind im 19. und 20. Jahrhundert fast vollständig abgebrochen worden. An der Hauptgasse liegt das ehemalige Schloss der Berner Landvögte, heute Sitz der Bezirksverwaltung.

Die 1821 erbaute gedeckte Holzbrücke über die Aare wurde 1991 nach einem Brandanschlag im Jahr 1989 wieder aufgebaut.

Bedeutend ist die Reformierte Kirche (Stadtkirche).[4]

In Büren an der Aare steht eine 1684 gebaute Kornmühle.

Bilder

Brauchtum

Büre-Nöijoor jeweils am 1./2. Januar: über 400 Jahre alter, dauernd sich wandelnder Brauch, eine der ersten Fasnachten in der Schweiz mit «Chesslete» und kostümiertem Umzug der «jungen Knaben»; am 2. Januar wird die Figur des «Nimmerselig», Symbol für den Winter, auf dem Marktplatz verbrannt.

Literatur

  • Hornerblätter, der Vereinigung für Heimatpflege Büren, ZDB-ID 2363985-4 .
  • Max Gribi: Büren an der Aare. Kleinstadt im Seeland. Haupt, Bern 1988, ISBN 3-258-03963-1 (Berner Heimatbücher 138).

Weblinks

 Commons: Büren an der Aare  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Büren in der Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ernst Theodor Gaupp: Deutsche Stadtrechte im Mittelalter, mit rechtgeschichtlichen Erläuterungen. Zweiter Band, Breslau 1852, S. 116, online.
  3. Resultate der Gemeinde Büren an der Aare. Staatskanzlei des Kantons Bern, 18. Oktober 2015, abgerufen am 17. April 2016 (html, deutsch).
  4. Felix Ackermann, Walter E. Meyer: Die Stadtkirche Büren an der Aare. Schweizerische Kunstführer Serie 97, Nr. 964, Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2015

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Büren an der Aare (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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