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Böddiger


Böddiger
Stadt Felsberg
Höhe: 160 m
Fläche: 4,64 km²
Einwohner: 521 (16. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 34587
Vorwahl: 05662

Böddiger ist einer von sechzehn Stadtteilen der Stadt Felsberg im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Geografie

Das Dorf liegt an einen Südhang rund 1 km nördlich der Kernstadt an der Ems, etwa 1,5 km vor deren Einmündung in die Eder. Nachbarorte sind Altenbrunslar, Neuenbrunslar, Felsberg und Niedervorschütz. Durch den Ort führt die Landesstraße L 3426 von Felsberg nach Neuenbrunslar; im Ort treffen die Kreisstraße K 3, aus dem nördlich gelegenen Deute kommend, und die K 8, westlich von Niedervorschütz herbeiführend, auf die L 3426.

Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung von Böddiger (Bodegernun, Bodengernun, Bodigernun, Bodogernun) findet sich in einer Urkunde des Klosters Hasungen aus dem Jahre 1074.[2] Im Ort leben heute ca. 520 Einwohner. Im Jahre 1585 wurden 37 Haushaltungen gezählt, im Jahre 1747 deren 42. 1895 war die Einwohnerzahl dann bereits auf 435 gewachsen, und sie blieb danach bis zum Zweiten Weltkrieg nahezu unverändert. Erst danach gab es wieder einen Anstieg in der Einwohnerstatistik, ausgelöst durch den Zuzug von Ausgebombten und Heimatvertriebenen. Die Gemarkung des Dorfs umfasst 464 ha.[1]

Am 1. Februar 1971 wurde Böddiger in die Stadt Felsberg eingegliedert.[3]

Kirche

Die denkmalgeschützte evangelische Dorfkirche wurde 1799 an Stelle einer Vorgängerkirche errichtet. Der schlichte Saalbau ist mit einem hohen Haubendachreiter bekrönt. Der Taufstein mit Blendmaßwerk stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, die Orgel wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut.[4] Das Lesepult mit Negativrelief von 1999, passend zum Sandsteinrelief über der Eingangstür mit dem Symbol Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung der Gebrüder Franke aus Felsberg aus dem Jahr 1982, stammt vom Kasseler Holzbildhauer Andreas Tollhopf. Im Turm hängen drei Glocken.

Der nördlichste Weinberg Hessens

Knapp 1 km nordöstlich des Dorfs, am Südosthang zwischen der L 3426 und der Ems, liegt der Böddiger Berg, die nördlichste offiziell anerkannte Weinlage in Hessen. Sie gehört zum Rheingau. Angebaut werden die Rebsorten Ehrenfelser, Riesling, Silvaner und Kerner auf einem Untergrund aus Lava-Basaltgestein. Der Wein wird nach der Lese zum Hessischen Staatsweingut in Eltville am Rhein gebracht und dort gekeltert, ausgebaut und auf Flaschen gezogen.

Therapiezentrum der Drogenhilfe

Etwa 5 Hektar des einstigen Weinbergs sind seit 1990 im Besitz der Drogenhilfe Nordhessen e. V., die das Areal mit Hilfe des Hessischen Sozialministeriums übernahm und dort seitdem in der Fachklinik Böddiger Berg ein Therapieeinrichtung für suchtmittelgefährdete oder -abhängige Menschen betreibt.[5] Da Weinbau nicht mit den Zielen einer Einrichtung für Drogenabhängige im Einklang stehe, wurde ein Großteil der Rebflächen stillgelegt und gerodet. Lediglich auf den zwei Hektar, die der „Förderverein Böddiger Berg e. V.“ 1992 pachtete, wird seitdem weiterhin Weinbau auf ökologischer Basis betrieben.

Naturschutzgebiet Reiherteiche

Östlich des Dorfs, in der Talaue zwischen Eder und Ems, eingefügt in einer Biegung der Eder und im Mündungsbereich der Ems, befindet sich das 1983 geschaffene Naturschutzgebiet „Reiherteiche“, ein bedeutendes Rast- und Brutgebiet für Wat- und Wasservögel. Es handelt sich dabei um einen relativ flachen See mit durchschnittlich 1,80 m und maximal 3 m Wassertiefe. Er wurde aus einem ausgebeuteten Kiesteich geschaffen, um die Lebensräume von Tieren und Pflanzen eines natürlichen Altarmes mit offenen Kiesflächen, flachen Ufern, zwei gebaggerten Inseln, mehreren schwimmenden Inseln, Verlandungszonen, Flachwasserzonen und offenen Wasserflächen entstehen zu lassen und zu schützen. Um eine natürliche Auendynamik zu simulieren, wurde eine Absenkung des Ederufers mit gleichzeitiger Sohlschwelle als Zufluss bei Hochwasser sowie ein schleusengeregelter Abfluss geschaffen.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Daten und Fakten auf der Internetseite der Stadt Felsberg , abgerufen im August 2015
  2. „Böddiger, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 29. Juli 2015, abgerufen am 8. August 2015.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 405.
  4. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Hessen. Deutscher Kunstverlag, München 1966, S. 89
  5. www.drogenhilfe.com

Weblinks


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Böddiger (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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