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August Wolf


August Wolf (* 25. Mai 1889 in Harzgerode, Sachsen-Anhalt; † 8. März 1945 ebenda) war ein deutscher Drucker und sozialdemokratischer Widerstandskämpfer. Er starb 1945 unter der NS-Diktatur im Gefängnis von Harzgerode unter ungeklärten Umständen.

August Wolf war seit 1921 SPD-Parteimitglied. Er arbeitete in den 1930er Jahren als Buchdrucker in der Pulvermühle Silberhütte.[1] 1933 begann er seine illegale Parteiarbeit und trat 1935 der Widerstandsgruppe Waldemar bei, für die er in der Silberhütte Flugblätter (etwa:„Nieder mit Hitler“) druckte. Die Gruppe unterhielt Kontakte zu polnischen und sowjetischen Kriegsgefangenen, für die Wolf in der Silberhütte gefälschte Essensmarken druckte (die Sterblichkeitsrate bei sowjetischen Kriegsgefangenen betrug damals 60 %[2]).[3] Die Verhaftung der Gruppenmitglieder erfolgte am 7. März 1945. Wolf wurde in das kleine Gefängnis hinter dem Gerichtsgebäude am Harzgeroder Marktplatz verbracht[4], wo ihn seine Frau Elise am Abend noch besuchte. Am 8. März 1945 wurde August Wolf laut Aussage von Zeitzeugen von einem Dorfpolizisten dort tot aufgefunden. In der DDR-Zeit galt August Wolf als ermordeter Widerstandskämpfer. Im Ort Harzgerode wurde vielfach gemutmaßt, Wolf habe sich in seiner Zelle selbst getötet.

Nach der Wende forderten Bewohner von Harzgerode den „Schluß mit der Wolf-Lüge“. Kritisiert wurde die staatlich organisierte Legendenbildung um die Todesursache von Wolf, nicht jedoch die Verdienste von Wolf in seiner Rolle als Widerstandskämpfer.[3] In der folgenden Überreaktion der städtischen Verwaltung wurde das Denkmal entfernt, das nach 1945 in Andenken an Wolf in Harzgerode errichtet worden war. Auch erhielten die nach ihm benannten Straßen in Harzgerode (zuvor “Am Ehrenberg”, Wolf bewohnte das Haus Nummer 36) und Quedlinburg (zuvor “Heiligegeiststraße”) wieder ihre ursprünglichen Bezeichnungen.[5] Alle ehemals zu August Wolf vorhandenen Archivunterlagen im Stadtarchiv von Harzgerode sind abhanden gekommen.[6] Das Grab von August Wolf existierte noch bis in die 2000er Jahre auf dem Ortsfriedhof, heute ist es verfallen und der Grabstein versetzt. Die Historikerin Beatrix Herlemann beschreibt schon 1997 mit Bezug auf die zerstörte August-Wolf-Gedenkstätte, dass sich wohl langsam ein kritischer Bürgersinn entwickle und eine baldige Rekonstruktion wünschenswert wäre.[7] In Ballenstedt befindet sich heute eine Gedenktafel „Den Opfern des Faschismus zum Gedenken“ mit der Namensnennung von August Wolf.

Einzelnachweise

  1. Radio HBW Straßenumbenennung (abgerufen am 9. Juli 2016)
  2. Harzlaut Juni 2015, Seite 5. Abgerufen am 11. Juli 2016 (PDF, 2,14 MB).
  3. 3,0 3,1 Zeitzeugenaussage Herr und Frau Zottmann (nahe Bekannte der 1983 verstorbenen Ehefrau Elise Wolf geb. Steinecke), Harzgerode am 10. Juli 2016
  4. Kriegsgräberstätten in Harzgerode (abgerufen am 9. Juli 2016)
  5. Bericht eines Zeitzeugen (abgerufen am 9. Juli 2016)
  6. tel. Auskunft Stadt Harzgerode am 13. Juli 2016
  7. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, Band II, Bundeszentrale für Politische Bildung, ISBN 3-89331-391-5, Seite 506


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/August Wolf (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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