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Aufseß


Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Aufseß in Bayern. Für andere Bedeutungen siehe Aufseß (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: BayreuthVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Hollfeld
Höhe: 414 m ü. NHN
Fläche: 29,39 km²
Einwohner: 1306 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91347
Vorwahlen: 09198, 09274, 09204
Kfz-Kennzeichen: BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 72 115
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossberg 98
91347 Aufseß
Webpräsenz: www.aufsess.de
Bürgermeister: Ludwig Bäuerlein (CSU / Unabhängige Wähler)
}

Aufseß ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bayreuth und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hollfeld.

Geografie

Geografische Lage

Aufseß liegt inmitten der Fränkischen Schweiz an der Burgenstraße und der Fränkischen Bierstraße. Der gleichnamige Fluss durchfließt den Ort.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Hollfeld, Plankenfels, Waischenfeld, Wiesenttal, Heiligenstadt in Oberfranken und Königsfeld.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Aufseß ist in zehn Ortsteile eingeteilt[2]:

Geschichte

Adelsgeschlecht von Aufseß

Das Adelsgeschlecht von Aufseß wurde 1114 erstmals erwähnt. Die beiden Burgen Unteraufseß und Oberaufseß sind noch Wohnsitze des Adelsgeschlechtes der Freiherrn von Aufseß. Der bekannteste Angehörige des Adelsgeschlechts war Hans von und zu Aufseß, der Gründer des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Die Herrschaft der Freiherrn von Aufseß, die auch zum Fränkischen Ritterkreis gehörten, wurde 1806 mediatisiert und kam mit der Rheinbundakte zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Der Dichter Joseph Victor von Scheffel erwähnte das Dorf Aufseß im Liederzyklus Exodus cantorum, in dem er die „Rose auf blauem Schilde“ grüßte:

„Am Turm von Aufseß grüßt uns dann
Die Rose aus blauem Schilde,
Ein schriftgelehrter Rittersmann
Hegt sie in ernster Milde.
In der Kapelle hat er sich
Schon Gruft und Sarg bestellt,
Doch zecht er noch frisch tugendlich,
Wenn er den Hirz gefället.“

Jüdische Gemeinde in Aufseß

In Aufseß existierte eine jüdische Gemeinde, deren Geschichte wahrscheinlich bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht. Nachdem die Zerstörung des gesamten Ortes im Dreißigjährigen Krieg und die Pest die Geschichte der ersten jüdischen Ansiedlung beendete, ließen sich seit dem frühen 18. Jahrhundert unter dem Schutz von Carl Heinrich von Aufseß abermals Juden in Aufseß nieder. 1722 wurden dort eine Synagoge und der noch bestehende jüdischer Friedhof errichtet. 1840 hatte der jüdische Bevölkerungsanteil mit 17,5 % (105 von insgesamt 600 Einwohnern) den Höhepunkt erreicht, um anschließend durch Abwanderung wieder zu sinken. Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus 1933 lebten in Aufseß noch elf jüdische Personen, von denen drei in die Vereinigten Staaten emigrieren konnten und einer im Ort verstarb. Die letzten Juden verließen den Ort nach den Novemberpogromen 1938. Mindestens 16 in Aufseß geborene oder zeitweise wohnhafte Juden fielen dem Holocaust zum Opfer.[3]

Feuerbachs Fall von Sachsendorf

Sachsendorf ist durch den berühmten Juristen Paul Johann Anselm von Feuerbach (1775–1835) in Aktenmäßige Darstellung merkwürdiger Verbrechen weltweit bekannt geworden. 1808/09 war der prominente Johannes Jagenholz, genannt „Satrap“, der dortige Freiherrlich Heußlein von Eußenheim'sche Justizamtmann. Bei dessen Trauung mit Elisabetha Dorothea geb. Kammer aus Kissingen war der Amtmann Karl-Eugen Schell aus Kainach Trauzeuge und später auch zweimal Taufpate. Die Jagenholz waren mit dem königlich-bayerischen Justizamtmann Wolfgang Konrad Glaser in Kasendorf und dessen Frau befreundet. Frau Glaser wurde am 26. August 1808 durch ihre Haushälterin Anna Margaretha Zwanziger mit Arsen ermordet. Sachsendorf und seine prominente Juristenfamilie Jagendorf sind durch die Veröffentlichung des Giftmordes durch Feuerbach sowie zahlreiche Nachdrucke und Erzählungen bekannt geworden.

Eingemeindungen

Am 1. April 1971 wurde die ehemalige Gemeinde Sachsendorf nach Neuhaus eingemeindet.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Neuhaus und der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Hochstahl hinzu.[5]

Politik

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

2002 2008
CSU/Unabhängige Wähler 03 02
Freie Wähler (2002 angetreten als SPD/Freie Wähler) 01 02
Wahlgemeinschaft Sachsendorf-Neuhaus 05 05
Wahlgemeinschaft Hochstahl 03 03
Gesamt 12 12

Sehenswürdigkeiten

Als Variante der vor allem in der Fränkischen Schweiz üblichen Tradition, zu Ostern Brunnen zu schmücken, wird von Palmsonntag bis zum Sonntag nach Ostern die zum Schloss Unteraufseß führende Brücke über die Aufseß als Osterbrücke geschmückt.

Die Gemeinde Aufseß verfügt über die höchste Brauereidichte und erhielt dafür einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde 2001.[6]Es gibt vier Brauereien in der Gemeinde:

  • Brauerei Reichold, Hochstahl
  • Brauerei Rothenbach, Aufseß
  • Brauerei Stadter, Sachsendorf
  • Kathi-Bräu, Heckenhof

Die sogenannten „Weltrekordbrauereien“ sind mit einem etwa 13 Kilometer langen Brauereienwanderweg [7] verbunden. Dieser führt durch die landschaftlich schöne Gegend an allen vier Brauereien vorbei. Hat man alle vier der für die Gegend typischen dunklen, kräftigen Landbiere probiert, folgt an der letzten Station die Ernennung zum „Fränkischen Ehrenbiertrinker der Weltmeisterbrauereien“.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Aufseß

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Paul Johann Anselm von Feuerbach: Alltag im Alten Bayern. Die frech-sexy'en Reportagen des alten Ritters von Feuerbach aus dem Bayern von 1730–1830. Eingeleitet, ausgewählt und nacherzählt von Gerold Schmidt. Books on Demand, Norderstedt 2007, ISBN 978-3-8334-6060-9.

Weblinks

 Commons: Aufseß  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Aufseß – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111029/225901&attr=OBJ&val=1142
  3. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945 . Stand 19. Mai 2011.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 452.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 676.
  6. World's Best Beers: One Thousand Craft Brews from Cask to Glass von Ben McFarland (englisch)
  7. Verlauf des Brauereienwanderweg (Abgerufen am 3. März 2013)

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Aufseß (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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