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Auenheim (Kehl)


Auenheim
Stadt Kehl
Höhe: 138 m
Fläche: 10 km²
Einwohner: 2445 (2013)
Bevölkerungsdichte: 245 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1975
Postleitzahl: 77694
Vorwahl: 07851

Auenheim ist ein Stadtteil von Kehl im Baden-Württembergischen Ortenaukreis. Das Dorf hat knapp 2500 Einwohner.

Geographische Lage

Auenheim liegt im Rheintal ca. 300 m östlich der Kinzig und des Rheins, der hier die Deutsch-Französische Grenze bildet, und ca. 4 km nördlich von Kehl. Die Innenstadt des französischen Straßburg ist ca. 10 km entfernt.

Geschichte

Mittelalter

Die älteste erhaltene Erwähnung von Auenheim, als Ouuanheim, stammt von 888. Die Lichtenberger hielten das Dorf seit 1274[1] als Lehen des Bischofs von Straßburg[2]. Um 1330 kam es zu einer ersten Landesteilung zwischen Johann II. von Lichtenberg, aus der älteren Linie des Hauses, und Ludwig III. von Lichtenberg. Dabei fiel Auenheim in den Teil des Besitzes, der künftig von der älteren Linie verwaltet wurde.[3] Diese Landesteilung war auch Anlass für eine neue interne Organisation der Herrschaft Lichtenberg: Auenheim wurde dem Amt Willstätt zugeordnet[4], das neu gebildet wurde. Es war ein Fischerdorf, in dem auch Goldwäscherei betrieben wurde. Das älteste Dokument der Auenheimer Fischerzunft stammt von 1442.

Als 1480 mit Jakob von Lichtenberg das letzte männliche Mitglied des Hauses verstarb, ging das Erbe auf seine beiden Nichten, Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474) und Elisabeth von Lichtenberg über. Anna hatte 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480) geheiratet, der eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten hatte, um heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Elisabeth heiratete Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch. Das Lichtenberger Erbe wurde zwischen ihnen geteilt. Das Amt Willstätt und damit Auenheim wurden dabei zu einem Kondominat zwischen beiden Erben.[5]

Neuzeit

Unter der Regierung von Graf Philipp III. von Hanau-Lichtenberg kam es zu einer Realteilung der gemeinsamen Kondominate: Willstätt kam ganz zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Im Gegenzug gelangte das Amt Brumath ganz an Zweibrücken-Bitsch. Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte nach seinem Regierungsantritt 1538 die Reformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nun lutherisch wurde.

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III. 1736, fiel das Erbe – und damit auch das Amt Willstätt – an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte von Hanau-Lichtenberg, Landgraf Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss wurde das Amt Willstätt mit dem und Dorf Auenheim 1803 dem neu gebildeten Kurfürstentum Baden zugeordnet.

1975 wurde das Dorf im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Kehl eingemeindet.

Religion

Auenheim hat eine evangelische Kirchengemeinde. Das Kirchengebäude wurde zuletzt 1792 neu erbaut. Die vorherigen Kirchenbauten an gleicher Stelle gingen ins 10. bis 12. Jahrhundert zurück.[6]

Politik

Als Ergebnis der Gemeindegebietsreform 1973 wurde Auenheim 1975 nach Kehl eingemeindet, und das Amt des Ortsvorstehers geschaffen. Amtsinhaberin, und damit Vorsitzende des Ortschaftsrates, ist seit 2014 Sanja Tömmes. Zuvor hatte Werner Müll (SPD) 25 Jahre das Amt inne.

Ortschaftsrat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte folgende Sitzverteilung:

4
4
3

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Südlich der Ortschaft befindet sich das Gewerbegebiet „Auenheim-Süd“, welches mit 40 Hektar die drittgrößte Gewerbegebietsfläche der Stadt Kehl ist.[7] Dort befinden sich unter anderem der deutsche Hauptsitz des Logistikunternehmens Gartner KG; der Hauptsitz des Logistikunternehmens Albatros Speditions GmbH, das seit 2004 zur Nagel-Group gehört; sowie der Hauptsitz der MSG-Krandienst GmbH.

Auf der Auenheimer Gemarkung befindet sich die städtischeKläranlage.

Bildung

Auenheim besitzt einen Kindergarten und eine Grundschule.

Verkehr

Auenheim wird von der Kreisstraße 5373 durchzogen, über die Anbindung an die Landesstraße 75 besteht. Der öffentliche Personennahverkehr wird durch die Buslinie 403 der SWEG bedient.

Literatur

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Wilhelm Mechler: Das Territorium der Lichtenberger rechts des Rheins. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 31–37.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eyer, S. 56, 145.
  2. Eyer, S. 56, 141.
  3. Eyer, S. 78.
  4. Eyer, S. 239.
  5. Mechler: Das Territorium, S. 34.
  6. Dokument von Karl List über die Baubeschaffenheit der Kirche .
  7. Übersicht der Kehler Gewerbeflächen

Kategorien: Ort im Ortenaukreis | Ehemalige Gemeinde (Ortenaukreis) | Kehl

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Auenheim (Kehl) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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