Athenaeum Stade - LinkFang.de





Athenaeum Stade


Athenaeum Stade
Schulform Gymnasium
Schulnummer 66965
Gründung 1588
Adresse

Harsefelder Straße 40

Ort Stade
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten
Träger Landkreis Stade
Schüler etwa 1321 (5. Januar 2015)
Lehrkräfte etwa 120 (2011/12)
Leitung Wolfgang Horn
Website www.athenaeum-stade.de

Das Athenaeum Stade ist ein Gymnasium in der Hansestadt Stade.

Geschichte

Mittelalter und frühe Neuzeit

In einer schriftlichen Quelle von 1393 werden erstmals Schüler des Stader Prämonstratenserstifts St. Georg genannt. In einer etwas jüngeren Quelle wird diese Klosterschule auch als „St. Jürgen-Schule“ bezeichnet.

Sie bildete Jungen zu Geistlichen aus und nahm im Mittelalter mit der Zeit auch Stader Bürgersöhne auf, die eine anspruchsvolle Bildung erhalten sollten. Studenten aus Stade sind an vielen mittelalterlichen Universitäten nachgewiesen.

In der Zeit der Reformation, in der sich der zu St. Georg gehörige Klosterkonvent auflöste, wurde um 1540 aus der Klosterschule eine städtische Lateinschule. 1554 hatte die Schule einen Rektor, vier Lehrer und drei Schulkollegen und stand unter der Aufsicht des Rates, unter Mitsprache der örtlichen Geistlichkeit.

1588 wurde die vierklassige Lateinschule in der Steilen Straße in ein siebenklassiges Gymnasium umgewandelt, das erstmals 1635 auch „Athenaeum“ genannt wird. Erster Rektor war der spätere Syndikus und Bürgermeister von Stade, Reiner Lange. Finanziert wurde der Ausbau der Schule wohl durch den Verkauf von Grundbesitzes von St. Georg. Die Schüler lernten neben der lateinischen Sprache auch Griechisch, Hebräisch, Philosophie und Theologie. Gelehrte Rektoren, die durch Buchveröffentlichungen weithin bekannt waren, zogen Schüler aus ganz Norddeutschland an die Stader Schule. Auf Lateinisch durchgeführte Disputationen wurden veröffentlicht. Stades Gymnasium wetteiferte im Ansehen mit denen in Bremen und Hamburg. Im 17. Jahrhundert erlebte das Athenaeum eine Blütezeit, in der die Schülerzahlen auf etwa 300 stiegen und ein Neubau vorgenommen wurde.

Mit der Besetzung Stades durch Truppen des Herzogtums Celle, 1676-79, verlor das Athenaeum an Ansehen. Dieser Trend setzte sich mit dem Rückgang von Stades Bedeutung im 18. Jahrhundert fort. Im Jahr 1765 brannte die Schule samt Lehrerwohnungen ab und wurde erst 1768 wieder aufgebaut. Die Schülerzahlen sanken, trotz Neuorientierung der Schule hin zu mehr naturwissenschaftlichem Unterricht. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts ging es wieder bergauf.

Kaiserzeit und Erster Weltkrieg

Nach der Unterstellung unter das Hannoversche Oberschulkollegium 1829 wurde 1830 an der Schule die Maturitätsprüfung eingeführt, mit der Schüler die Zulassung zum Studium erhalten konnten. Dies gelang im Durchschnitt fünf bis acht Schülern pro Jahr, die zumeist aus der Umgebung Stades stammten. Im Zuge der Revolution von 1848 richtete die Schule den Realunterricht für Schüler, die nicht studieren wollten, ein. In der Kaiserzeit erfolgte 1874 die Umwandlung in ein königliches Gymnasium. Im gleichen Zuge wurde die Mittelschule abgetrennt. Die Schülerzahl war auf 242 gestiegen, was zu einer großen Platznot führte.

1901 zieht das Gymnasium in die Bahnhofstraße in das heutige Carl-Diercke-Haus um.

Nach dem Ersten Weltkrieg verliert die Schule ihr königliches Attribut, und aus Gymnasialprofessoren werden Studienräte, aber sonst ändert sich im Schulleben nicht viel. Statt des Realgymnasiums wird von 1928 an eine Oberrealschule in Aufbauform eingerichtet. Im Jahr darauf zieht die Schule in das Gebäude des 1925 geschlossenen Lehrerseminars in der Harsefelder Straße, wo es bis heute besteht. Von da an heißt die Schule auch offiziell „Athenaeum“.

Zweiter Weltkrieg bis zur Gegenwart

In der Zeit des Nationalsozialismus wird aus dem Gymnasium eine Oberschule. Wie andere höhere Schulen Deutschlands nimmt sie die nationalsozialistische Ausrichtung hin, aber für Kontinuität sorgt ein angesehener Schulleiter, der trotz politischer Umstürze von 1927 bis 1950 im Amt bleibt.

1974 wurde am Athenaeum zeitgleich mit der Vincent-Lübeck-Schule, der ehemaligen „Mädchenoberschule“, die Koedukation eingeführt.

1981/82 wurde das Gebäude durch einen Anbau, der hauptsächlich Fachräume beherbergt, zum zweiten Mal erweitert.

Im Jahre 2013 feierte das Athenaeum sein 425-jähriges Jubiläum, zu dem zahlreiche Veranstaltungen wie Thementage, Vorträge von Ehemaligen, Kunstausstellungen oder Konzerte durchgeführt und von Lehrern, Eltern und Schülern umgesetzt wurden. [1]

Das Athenaeum heute

Das Schulgelände in der Harsefelder Straße verfügt neben dem 1901 errichteten Hauptgebäude („Altbau“) über einen Schulgarten und einen Sportplatz. 1958 wurde ein erster Anbau („Mittelbau“) eingeweiht, 1982 ein weiterer mit neuem Forum („Neubau“). Die Schule verfügte ab 1960/1962 über zwei Turnhallen mit Lehrschwimmbecken; 2003 wurden diese teilweise durch eine neue Dreifachsporthalle ersetzt, für die auch Teile des Schulgartens weichen mussten. Im Jahre 2012 konnte ein weiteres Schulgebäude („Erweiterungsbau“) eröffnet werden. Schulleiter ist der Oberstudiendirektor Wolfgang Horn.

Die 1966 unter der Leitung von Oberstudienrat Dr. Karl Otto Palmer errichtete schuleigene Sternwarte wird von der AG Astronomie/Jugend forscht genutzt. Erfolgreich ist auch die Schach-AG, die regelmäßig an Turnieren teilnimmt. Weitere traditionsreiche AGs sind die Ruder-AG, die Theater-AG sowie der Schulchor.

2001 wurde der Athenaeum-Lehrer Christian Schlecht (Französisch, Ethik) in einer Fernsehsendung zum „Klügsten Lehrer Deutschlands“ gekürt.

Im Juli 2005 organisierte eine 11. Klasse des Athenaeums einen 24-Stunden-Lernmarathon, mit dem Geld für den Bau einer Schule in Mali gesammelt wurde. Dabei war es das Bemühen der Organisatoren, die Schule für neue Themen zu öffnen und insbesondere die ortsansässigen Wirtschaftsunternehmen in die Schule zu holen. Insgesamt wurden 12.000 Euro über Sponsoren, eine Tombola und Spenden eingenommen. Inzwischen ist die Schule gebaut und in Betrieb. Eine Weihnachtssammlung 2005 erbrachte zusätzlich nochmals über 2500 Euro, so dass nun auch der Aufbau einer Krankenstation in Angriff genommen worden ist.

Im November 2006 befand die Firma Dow Chemical die AG „Lebendige Elbe“ für förderungswürdig. Sie stiftete einen Preis von 5000 Euro.

Der Lehrer Dr. Hans-Otto Carmesin wurde 2008 mit dem Preis der Stiftung NiedersachsenMetall für sein Engagement in den MINT-Fächern ausgezeichnet.

Im Sommer 2009 wurden, wie auf einigen anderen Dächern von Schulen in Stade, von den Stadtwerken Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Athenaeums angebracht. Durch das Konjunkturpaket II wurden und werden auch andere Renovierungen finanziert. So wurde 2009 und 2010 das schulinterne Netzwerk modernisiert, neue Fenster eingebaut und in einigen Schulräumen interaktive Whiteboards installiert. Des Weiteren wurden Teile des Neubaus sowie der Mittelbau saniert und die Pavillons wurden durch einen Erweiterungsbau ersetzt.

Am 30. November 2010 wurde der Lehrer Dr. Hans-Otto Carmesin als Lehrer des Jahres für naturwissenschaftliche Fächer mit dem Klaus-von-Klitzing-Preis der Universität Oldenburg ausgezeichnet. Das Preisgeld setzte Dr. Carmesin für den Ausbau der Sternwarte ein. [2]

Seit dem 3. September 2012 gibt es den neuen „Erweiterungsbau“. 2013 wurde der durch einen Wasserschaden beschädigte Mittelbau vollständig renoviert, wodurch die Außenstelle auf der Realschule Camper Höhe nicht mehr benötigt wird.

Im November 2013 wurde Dennis Röder, Lehrer für Englisch und Geschichte am Athenaeum, für sein besonderes pädagogisches Engagement mit dem „Deutschen Lehrerpreis 2013“ ausgezeichnet. [3]

Die Schülervertretung des Athenaeums organisierte in Zusammenarbeit mit dem Landesschülerrat Niedersachsen sowie mit weiteren Schulen aus der Region eine Demonstration am 14. Januar 2015 für die Aufhebung des Klassenfahrtsboykotts, der durch die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung von Gymnasiallehrkräften in Niedersachsen verursacht wurde. An der Demonstration nahmen etwa 2000 Schülerinnen und Schüler teil. „Mit der Demonstration will die Schülervertretung des Athenaeums die Öffentlichkeit auf diesen Missstand aufmerksam machen und will bewirken, dass die Politik und die Lehrkräfte miteinander reden und zu einem Kompromiss finden. Sie will deutlich machen, dass die Schülerinnen und Schüler Niedersachsens nicht länger für die Zwecke der Lehrkräfte instrumentalisiert werden sollen.“, hieß es in einer Pressemitteilung[4].

„Zwar können wir die Sorgen und Nöte der Gymnasiallehrkräfte nachvollziehen, müssen aber in erster Linie an die betroffenen Schülerinnen und Schüler denken. Wir können es nicht weiter hinnehmen, dass der Konflikt zwischen den Lehrkräften und der Politik auf dem Rücken der Schüler ausgetragen wird, keinesfalls dürfen durch die Streichung pädagogisch sinnvoller Maßnahmen wie Klassenfahrten zusätzliche Probleme geschaffen werden.“

Marvin Ruder, Schülersprecher am Gymnasium Athenaeum: Pressemitteilung der Schülervertretung des Gymnasiums Athenaeum[4]
Am 28. April 2015 wurde von der Schülervertretung des Athenaeums erneut in Zusammenarbeit mit anderen Gymnasien im Landkreis eine Demonstration für die Wiedereinführung der Klassenfahrten organisiert, an dieser nahmen etwa 500 Demonstranten teil.[5]

Begabtenförderung

Das Athenaeum ist Teil des Stader Hochbegabten-Förderverbundes, ein Zusammenschluss mehrerer Schulen der Region, der sich das Ziel setzt, besonders begabte Schüler besser zu fördern. Der Kooperationsverbund wurde im Jahr 2004 vom Niedersächsischen Kultusministerium eingerichtet und unter anderem mit zusätzlichen Unterrichtsstunden unterstützt. Dem Verbund gehören noch fünf weitere Schulen im Landkreis Stade an: die Grundschulen Horneburg, Fredenbeck, Bockhorster Weg und Am Burggraben sowie das Vincent-Lübeck-Gymnasium.

Darüber hinaus unterstützt das Athenaeum Wettbewerbe wie Jugend forscht oder Jugend debattiert, an denen Schülerinnen des Athenaeums regelmäßig mit Erfolg teilnehmen[6][7].

Bekannte Schüler

Bekannte Lehrer

Literatur

  • Winfried Hollmichel, Klaus Piller: Geschichte des Athenaeums. 400 Jahre Gymnasium - 800 Jahre Lateinschule, Stade 1988.
  • Hans-Cord Sarnighausen: Der Stader Athenaeums-Rektor Dr. Meno Valett (1758-1850) und seine Familie, in: Zeitschrift für Niederdeutsche Familienkunde, Heft 3/2012, S. 291-299; Mitteilungen des Stader Geschichts- und Heimatvereins, 87. Jgg., Heft 1, April 2012, S. 2-15.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Webseite zum 425-jährigen Jubiläum des Athenaeums Stade
  2. http://www.klaus-von-klitzing-preis.de/pm20101130.html
  3. http://www.tageblatt.de/lokales/landkreis-stade_artikel,-Deutscher-Lehrerpreis-geht-an-Athenaeum-Lehrer-Dennis-Roeder-_arid,1004467.html
  4. 4,0 4,1 Marvin Ruder: PRESSEMITTEILUNG: Stader Schüler demonstrieren gegen Klassenfahrtenboykott. Schülervertretung, Gymnasium Athenaeum Stade, 8. Januar 2015, abgerufen am 17. Mai 2015 (PDF; 158 KB, deutsch).
  5. Anouar Springer: PRESSEMITTEILUNG: Erneute Schülerdemonstration „für Klassenfahrten“ in Stade. Schülervertretung, Gymnasium Athenaeum Stade, 23. April 2015, abgerufen am 17. Mai 2015 (PDF; 158 KB, deutsch).
  6. Luise Kranzhoff: Positive Bilanz auch dieses Jahr bei Jugend forscht. Gymnasium Athenaeum Stade, 22. März 2015, abgerufen am 17. Mai 2015 (HTML, deutsch).
  7. Michael Gisbrecht: Jugend debattiert: Der Wettbewerb am Athenaeum. Gymnasium Athenaeum Stade, 14. Februar 2015, abgerufen am 17. Mai 2015 (HTML, deutsch).

Kategorien: Gegründet 1588 | Gymnasium im Landkreis Stade | Stade

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Athenaeum Stade (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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